Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Wir tun es immer wieder: Wir fassen Vorsätze. Der Jahresanfang, ein beliebter Zeitpunkt für solche Aktionen, ist gerade vorbei. Haben Sie sich etwas vorgenommen? Wie sieht es jetzt, ein paar Wochen danach, mit der Umsetzung aus? Manchmal funktionieren Vorhaben einfach nicht. Woran liegt das eigentlich?

Grund 1: Die anfängliche Begeisterung war (zu) groß

Kennen Sie den Zustand, nachdem Sie sich so satt gegessen haben, dass Sie meinen, in der nächsten Zeit, sagen wir fünf Tage, nichts mehr zu essen brauchen? Wenn ich dann an mir hinunter schaue, kann mich die Idee, ein paar Wochen zu fasten, sehr leicht begeistern. Die Vorstellung, mich leichter zu fühlen und die Gürtelschnalle nicht nur im Spiegel zu sehen, gefällt mir dann sehr. Ich entscheide also spontan, die nächsten zwei Wochen zu fasten. Bald, und früher als gedacht, meldet sich das erste Hungergefühl. Dann kommt auch noch die Einladung zum Brunch in zwei Tagen. Nach nur einem halben Tag ist die Fastenzeit beendet.

Vorhaben, die spontan aus einem Defizitgedanken geboren werden, sind in der Regel nicht sehr stabil. Eine spontane, anfängliche Begeisterung kann beim ersten Genussverzicht oder bei der ersten Anstrengung schnell verflogen sein, und die übliche Routine stellt sich wieder ein. Sinnvollerweise sind solche Entschlüsse, wie zum Beispiel zu fasten, vorher gründlich auf ihre Durchführbarkeit zu prüfen und wollen dann auch gut geplant sein.

Grund 2: Die Selbstverpflichtung war nicht stark genug

Dieser Grund ist dem ersten ziemlich ähnlich, bezieht sich aber nicht auf Spontanentschlüsse, sondern auf größere Vorhaben. Beispiel: Sie stellen fest, dass Ihre Kondition nicht so toll ist, etwa weil das Treppenlaufen nicht mehr so leicht geht, wie es einmal war. Zudem wünschen Sie sich einen Ausgleich zu Ihrer überwiegend sitzenden Tätigkeit. In Ihnen reift die Idee, mindestens zwei Mal in der Woche 5 km zu laufen. Sie besorgen sich das entsprechende Outfit und beginnen schließlich mit dem Training. Anfangs ist es sehr anstrengend, doch nach einigen Wochen verspüren Sie eine Verbesserung. Auch Ihre Kondition wird wieder besser.

Jedoch nach ein paar Monaten lässt die Regelmäßigkeit nach. Dann laufen Sie nur noch gelegentlich, und schließlich schläft Ihr Projekt ein. Was war geschehen? Möglicherweise haben Ihnen die ersten Erfolge gereicht, Ihnen den unmittelbaren Druck zu nehmen. Oder Ihre Verpflichtung mit sich selbst, der Vertrag, den Sie mit sich selbst eingegangen sind, war nicht stark genug. Ihr Engagement reichte nicht aus, ihr Ziel dauerhaft zu verfolgen. Hier wäre es sinnvoll gewesen, das Ziel, das Sie erreichen wollten, klarer zu definieren. Noch besser wäre es natürlich, wenn die Erfolge selbst genug Motivation lieferten.

Grund 3: Das Vorhaben stellte sich komplexer und aufwändiger dar, als gedacht

Das nächste Szenario: Sie sind beruflich selbstständig tätig und möchten Ihr Angebot durch ein Blog umfassender präsentieren und bekannter machen. Voller Elan installieren Sie die entsprechende Software auf einem Server und gestalten das Erscheinungsbild. Sie verfassen die ersten Artikel und veröffentlichen diese. Sie stellen fest, dass es zeitaufwändiger und schwieriger ist, die Texte zu schreiben, als Sie dachten.

Das Intervall, in dem neue Artikel erscheinen, wird immer länger, weil die Ideen nicht mehr sprudeln wie zuvor und das Schreiben zunehmend zu einer Belastung wird. Schließlich nehmen Sie sich die Zeit neben Ihrer Tätigkeit, die Sie sehr in Anspruch nimmt, gar nicht mehr. Möglicherweise wäre es sinnvoll gewesen, im Vorfeld mit erfahrenen Bloggern zu sprechen und sich zu informieren, welch einen Aufwand solch ein Blog bedeutet.

Persönliche Muster haben Sie sabotiert

Es gibt sicher noch mehr mögliche Gründe für gescheiterte Vorhaben, doch betrachten wir uns einmal den eigentlichen Mechanismus des Scheiterns genauer. Einer meiner Lieblingssprüche lautet: „Hinterher weiß man immer mehr.“ Und das ist ja schließlich auch ein Gewinn. Auch ein gescheitertes Vorhaben vermittelt Erfahrungen. Ich finde es völlig in Ordnung, Vorsätze zu fassen und sie auch wieder aufzugeben. Man braucht sich ja nicht zum Sklaven seiner eigenen Ideen zu machen. Manche Ideen können jedoch eine solche persönliche Bedeutung haben, dass es sich lohnt, sie zu verfolgen. In diesem Fall schädigen Sie sich mit einer Aufgabe Ihrer Vorhaben selbst.

Natürlich bringt das Aufgeben von Vorhaben auch einen Gewinn mit sich. Zum einen die offensichtlichen Vorteile: Zeit zu sparen, es sich einfacher zu machen, weniger Arbeit zu haben, sich weniger anzustrengen zu müssen und so weiter. Es gibt auch weniger offenkundige Gründe: Verantwortung zu vermeiden, Kritik oder Angriffen zu entgehen, einem größeren Versagen vorzubeugen, Angst vor einer großen Aufgabe auszuweichen und ähnliche. Wenn dieser Gewinn größer empfunden wird und näher liegt, als derjenige, der durch das Vorhaben irgendwann in der Zukunft erreicht werden könnte, hat das Projekt keine Chance.

Ziele erreichen

Haben Sie ein Ziel, das Ihnen wichtig und attraktiv erscheint, könnten Sie wie folgt vorgehen: Definieren Sie Ihr Ziel am besten schriftlich. Formulieren Sie so, dass Sie Begeisterung spüren. Nun gehen Sie zuerst einmal argumentativ vor. Erstellen Sie zu Ihrem Ziel eine Pro-und-Kontra-Liste. Wägen Sie Vor- und Nachteile Ihres Vorhabens ab. Wollen Sie hiernach an Ihrem Projekt festhalten, überprüfen Sie Ihre persönlichen Muster. Welche behindernden und einschränkenden Gedanken, Empfindungen und Gefühle melden sich, wenn Sie an die Umsetzung und Erreichung Ihres Projektes denken? Notieren Sie auch diese.

Nun ist es sehr nützlich diese Muster aufzulösen. Verwenden Sie geeignete Techniken oder nehmen Sie sich Hilfe dazu. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Vorhaben Realität wird, nimmt auf diese Weise extrem zu.

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Ulrich Heister

Ich arbeite mit Menschen, die etwas verändern wollen: in ihrem eigenen Leben, in ihren Beziehungen oder im Beruf. Sie wollen gesünder, glücklicher und erfüllter leben. Sie möchten Ihre Lebensfreude und Lebensqualität steigern. Mich begeistert die Aufgabe, für meine Klientinnen und Klienten einen Raum zu öffnen: eine liebevolle, wertschätzende Atmosphäre, in dem sie sich entwickeln, sich selbst erfahren und ihr Leben mit Leichtigkeit und Freude in die Hand nehmen.

Seit 1995 bin ich in eigener Praxis tätig. Meine Schwerpunkte sind die Psychotherapie, die Hypnosetherapie und die Psychosomatik. In diesen mehr als 20 Jahren habe ich die Erfahrungen aus meiner Arbeit und zahlreichen Zusatzausbildungen zu einem sehr wirkungsvollen Ansatz weiterentwickelt. Meine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung und für die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf prägt meine Arbeit zudem. Ich begleite Klienten in Einzel- und Paarsitzungen, biete aber auch Kurse und Workshops an.

Meine Lebensfrage „Wie funktioniert das?“ begründete meinen Berufsstart im naturwissenschaftlichen Bereich, bis ich diese Frage auf das Menschsein ausdehnte. Wie funktioniert Menschsein? Was bedeutet es, Mensch zu sein? Warum leidet der eine, der andere jedoch nicht? Was soll das alles hier? Diese Fragestellung ließ mich tatsächlich funktionierende Methoden finden, die ich heute meistens mit Erfolg in meiner Praxis einsetze.

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Herzliche Grüße
Ulrich Heister
Ulrich Heister
3 Kommentare
  1. Marcus sagte:

    Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Ich finde, dass sich die meisten Menschen einfach viel zu hohe Erwartungen und Ziele setzen. Man sollte sich kleine erreichbare Ziele stecken, sodass es eine realistische Chance gibt diese zu erreichen.

  2. Leonard sagte:

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich bin da der gleichen Meinung wie Markus. Einfach weniger erwarten, realistische Ziele setzen und dann ist es einfacher.

  3. Nina sagte:

    Das ist eine Frage, die sich sehr viele Menschen stellen. Ich denke niemand ist komplett davor sicher. Jeder rutscht früher oder später mal in so ein mentales Loch. Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, dass man sich sein Ziel immer wieder vor Augen führen sollte. Kleine, realistische Fortschritte sind das beste Mittel um zum großen Ziel zu kommen.

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