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So klappt eine liebevolle und stabile Beziehung

Wünschst Du Dir eine Beziehung, die viele Jahre oder sogar bis zum Lebensende hält? Was ist wichtig, damit eine Partnerschaft stabil bleibt? Eine Beziehung durchzuhalten kann hart sein. Manchmal scheint es leichter, sich zu trennen und mit jemand anderen neu anzufangen. Doch der Preis, den Du hierbei zahlst kann hoch sein. Dieser Artikel gibt Dir Antworten, was wichtig für eine erfüllende und stabile Beziehung ist. (Er ist der Lesbarkeit wegen in der männlichen Form geschrieben, alle Geschlechter sind jedoch im gleichen Maß angesprochen.)

Warum sollte eine Partnerschaft überhaupt über Jahre halten? Man kann doch den Partner wechseln, wenn es nicht mehr richtig läuft, oder? Klar kann man das. Und für junge Menschen ist es wichtig, mehrere Partner intensiv und intim kennenzulernen. Die Erfahrungen hieraus können dann die späteren Partnerschaften nachhaltig festigen. Irgendwann stellt sich jedoch nach mehreren Beziehungen und Erfahrungen mit verschiedenen Partnern oft Unzufriedenheit ein. Immer wieder müssen wir von vorne anfangen und wir bekommen nicht das, was wir uns eigentlich wünschen. Der Wunsch nach etwas Verbindlichem, etwas, dass uns etwas bedeutet, wird größer.

Bindung erfahren

Ein ganz elementares menschliches Grundbedürfnis ist die Erfahrung von Bindung. Da Menschen soziale Wesen sind, wollen sie nicht allein sein. Wir wollen dazugehören. Natürlich kann eine tiefe Bindung auch über eine intensive Freundschaft erlangt werden, doch das ist eher selten. Die meisten Menschen spüren eine gewisse Sehnsucht danach, sich an einen Partner zu binden.

Das Nervensystem steuert aufgrund seiner evolutionären Ausprägung mit den Hormonen unsere Bedürfnisse. Es ist darauf angelegt, uns als Individuum, aber auch als Menschheit zu bewahren. Daher möchten wir uns paaren. Zum einen natürlich, um die Art zu erhalten. Unsere Entwicklungsgeschichte hat uns aber auch gelehrt, dass wir es  mit anderen zusammen leichter haben, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Diese Grundprägung wirkt in allen von uns. Dabei ist es heute jedoch aufgrund unserer Gesellschaftsstruktur und den wirtschaftlichen Bedingungen so leicht ist wie nie, als Einzelwesen zu überleben.

Der Wunsch nach einer festen Beziehung

Die wirtschaftliche und soziale Freiheit, die wir genießen, ermöglicht jedem seinen eigenen Weg zu finden und die Beziehungsform frei zu wählen, die zu ihr oder ihm passt. Das gibt Raum zu experimentieren und sich selbst zu erproben, was natürlich auch herausfordernd und verwirrend sein kann. Aus dem Bedürfnis nach Stabilität und Sicherheit entwickeln die meisten einen Wunsch nach einer festen Beziehung.

Irgendwann geht es uns einfach auf den Keks immer wieder neu anzufangen. Den anderen immer wieder neu kennenzulernen, die Parameter der Beziehung neu abzustimmen und in immer wieder neue Fettnäpfchen zu treten. Es kommt der Zeitpunkt, da wollen wir es ruhiger angehen. Unser Gehirn mag zudem zu viel Aufregung auf Dauer aus ökonomischen Gründen nicht, denn der Energiebedarf ist dann so hoch, dass es den größten Teil des Blutzuckers verbraucht. Und wir treten irgendwann in eine Lebensphase, in der andere Lebensschauplätze viel Energie fordern, dann soll nicht auch noch die Beziehung anstrengend sein.

Wir möchten Vertrauen, Vertrautheit und größere Tiefe erlangen. Wir möchten uns fallen lassen und uns in die Beziehung hineinentspannen. Sie soll uns stärken und unterstützen, statt aufzuregen und Ressourcen zu kosten. Dazu brauchen wir natürlich einen passenden Menschen. Je mehr Du dabei mit Dir selbst in Verbindung bist, zu Dir selbst stehst und idealisierte romantische Vorstellungen fallen lässt, umso leichter hast Du es, einen Partner zu finden.

Tipp #1: Serien und Spielfilme sind kein gutes Vorbild

Ich beobachte in Sitzungen mit meinen Klientinnen und Klienten oft, dass sie romantische Vorstellungen von Liebe und Beziehung haben, die recht realitätsfern ist. Oft sind sie von Romanen, Serien und Filmen beeinflusst zu sein. Doch wir bewegen uns nicht in dieser Plastikwelt. Eine realistische und funktionierende Beziehung gibt es nur in der Realität. Kopien von Filmszenen und das Nachsprechen von Phrasen funktionieren nicht. Daher lass Deine zuckersüßen Träume und rosaroten Vorstellungen ziehen und schau Dich selbst realistisch an. Du höchstpersönlich bist hier gefragt. Was willst Du wirklich? Wozu bist Du tatsächlich in der Lage? Was bist Du bereit zu geben und aufzugeben? Was sind Deine wahren Bedürfnisse? Vergiss dabei Dinge, die auf Status oder Äußerlichkeiten beruhen. Nur eine innige Beziehung kann auf Dauer halten und die lässt sich nicht auf Fiktion gründen.

Tipp #2: Sei Du selbst, von Anfang an

Viele versuchen zum Anfang einer Beziehung oder zu deren Anbahnung einen besonderen Eindruck zu hinterlassen. Sie brezeln sich auf, verhalten sich anders als sonst und versuchen im besten Licht zu erscheinen. Diese vorgespielten Identitäten lassen sich jedoch nicht über Monate oder gar Jahre aufrechterhalten. Irgendwann scheint Deine wahre Natur durch und wird sichtbar. Das kann leicht zu Enttäuschungen und Konflikte führen und eine baldigen Trennung mit sich bringen. Daher sei von Anfang an Du selbst. Versuche nicht jemanden darzustellen, der Du nicht bist, denn hierbei ist die Gefahr groß, dass Dein Gegenüber nicht der- oder diejenige ist, der/die zu Dir passt. Menschen, die sich echt zeigen, mit ihren Makeln und Schwächen finden eher einen passenden Partner. Niemand ist perfekt. Das braucht natürlich Mut und Selbstehrlichkeit, doch so ziehst Du Menschen an, die Dir entsprechen und mit denen Du eine authentische Beziehung führen kannst.

Tipp #3: Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es meiner Beobachtung nach jedoch nicht immer: Sei gegenüber Deinem Partner immer respektvoll. Akzeptiere seine Schwächen und schätze ihn so, wie sie/er ist. Dies sollte die Grundlage eurer Beziehung sein. In einer Beziehung gibt es Krisen oder Streit, da kann das schon mal sehr schwer fallen, dies aufrecht zu erhalten. Es sollte jedoch euer Konsens sein, zu dem Ihr nach oder während einer Auseinandersetzung möglichst schnell wieder zurückfinden könnt.

Aufgrund von antrainierten Verhaltensweisen neigen manche Menschen dazu, Macht und Kontrolle auszuüben, um ihre eigenen Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Auch in Beziehungen. Dabei manipulieren Sie den Partner dazu, Dinge zu tun oder nicht zu tun oder sich in einer gewünschten Weise sich zu verhalten. Das ist tödlich für eine Beziehung und respektlos. Wenn Du das tust, bist Du nicht in der Lage, Deinen Partner so anzunehmen, wie er ist. Du merkst es daran, dass Du ihn oft kritisierst, keine herzliche Verbindung zu ihm fühlst, Dich über seine Wünsche hinwegsetzt oder ihn gar abwertest. Diese Verhaltensweisen solltest Du unbedingt bearbeiten und ablegen.

Tipp #4: Habt keine Geheimnisse voreinander

Jeder Mensch braucht seine Privatsphäre und seinen Freiraum. Auch in einer Beziehung. Es ist wichtig, manchmal die Türe hinter sich zuzumachen und für sich selbst zu sein. Hier können wir Kraft schöpfen, unsere Dinge ordnen und uns selbst definieren. Was in dieser Sphäre geschieht dürfte Dein Partner erfahren, muss er aber nicht. Hast Du jedoch Geheimnisse, von denen Dein Partner auf keinen Fall erfahren darf oder Du denkst, dass es Dich beschämt würde, falls er davon erfährt, dann besteht Handlungsbedarf.

Diese Geheimnisse sind Anteile Deiner Persönlichkeit, die Du verbirgst und die Du der Beziehung vorenthältst. Sie beschädigen so die Verbindung, denn Du klammerst absichtlich Anteile von Dir aus. Das schafft Distanz. Die Beziehung kann jedoch nur dauerhaft funktionieren, wenn Du Dich vorbehaltslos anvertrauen kannst. Das ist ja schließlich Sinn einer Beziehung, einen bedingungslosen Rückhalt und Rückzugsort zu haben, der Dich stärkt und in dem Du schwach und fehlerhaft sein darfst.

Hast Du ein Geheimnis vor Deinem Partner, Deiner Partnerin? Dann solltest Du Deinem Mut zusammen nehmen und Dich offenbaren. Das muss nicht sofort sein. Bereite Dich vor. Wenn Du Ängste hast, die damit verbunden sind, sprich zuerst mit Deinem Partner über diese Ängste. Bereite so auch Deine Partnerin oder Deinen Partner darauf vor. Es kann gut sein, dass das, was Du mitzuteilen hast gar nicht so schlimm empfunden wird. Es kann aber auch sein, dass eure Beziehung einer schweren Prüfung unterzogen wird. Es ist auf jeden Fall besser sich zu offenbaren und das Geheimnis aufzudecken. Du wirst die Last los. Etwas, das euch auf Distanz hält fällt weg und eure Beziehung wird inniger.

Du kannst gegebenenfalls auch überlegen, einen Freud, der euch beiden gleich nah steht, um Hilfe zu bitten. Es gibt auch Beziehungscoachs oder Therapeuten, die helfen können. Besprich mit ihr oder ihm Deine Situation. Am wichtigsten ist es, Deine Bedenken und Ängste zuerst zu klären. Dann setzt ihr euch zu dritt zusammen.

Tipp #5: Redet miteinander

Sprachlosigkeit ist das Schwarze Loch einer Beziehung. Es saugt alles in sich auf, entzieht der Beziehung die Lebendigkeit, bis ihr nur noch nebeneinander her lebt und in Routinen erstickt. Beide wissen nicht mehr, was im anderen vorgeht und das Zusammensein basiert nur noch auf Vermutungen. Miteinander zu reden bedeutet, dass Du mitteilst, was Du erlebt hast, wie Du Dich fühlst, was Dir wichtig ist, was Du Dir wünschst, was Deine Bedürfnisse sind, worüber Du nachdenkst und was Dich beschäftigt. Aber auch: den anderen zu fragen, wie es ihm geht, wie er sich fühlt und so weiter. Du wirst staunen, wie gut das auf eure Beziehung wirkt. Benutzt auch häufig das Wort „wir“. Untersuchungen haben gezeigt, dass das die Verbundenheit stärkt.

Regelmäßige Paargespräche können extrem hilfreich sein. Dazu reserviert ihr euch wöchentlich einen festen Termin, um absichtsvoll miteinander zu reden. Dabei gibt es bestimmte Regeln zu beachten. Wie das genau geht kannst Du hier nachlesen.

Tipp #6: Berührt euch und schaut euch in die Augen

Im Laufe einer Beziehung und im Trubel es Alltages kann es leicht geschehen, dass Berührungen seltener werden. Dabei sind Berührungen so wichtig! Bei liebevollem Körperkontakt wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das in uns ein Gefühl der Verbundenheit und Fürsorglichkeit erzeugt. Das gleiche geschieht auch, wenn ihr euch länger, liebevoll in die Augen schaut. Also berührt euch oft, kuschelt miteinander, umarmt euch auch bei der Begrüßung und Verabschiedung, streichelt euch und seid nett zueinander. Schaut euch in die Augen!

Tipp #7: Erschafft eine gemeinsame Ausrichtung

Als Paar ist es sehr gut eine gemeinsame Ausrichtung zu haben, die über „wir wollen zusammen sein“ hinausgeht. Natürlich ist eine Paarbeziehung ein Projekt, das einige Arbeit erfordert. Vor allem, wenn ihr euch gar nicht darüber klar seid, was ihr eigentlich wollt. Habt ihr schon einmal bewusst eure Vorstellungen über eure Beziehung abgeglichen? Gemeinsame Ziele stärken eine Beziehung enorm. Wie ihr eine solche Ausrichtung erschaffen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Tipp #8: Immer wieder für die Beziehung entscheiden

Sich füreinander als Lebenspartner zu entscheiden oder gar bis zum Lebensende zusammen sein zu wollen, ist ein großes Vorhaben. Das ist kein Selbstläufer. Im Laufe der Jahren ereignen sich viele Veränderungen: persönliche, gesellschaftliche, berufliche und wirtschaftliche. Änderungen von Interessen und Wichtigkeiten, persönliche Entwicklungen, das Durchlaufen verschiedener Lebensphasen, Kinder, körperliche Veränderungen, einschneidende Ereignisse, Erfahrungen und Begegnungen, Krankheiten und so weiter stellen ziemliche Anforderungen an eure Beziehung.

Die Ereignisse und Veränderungen müssen aktiv in die Beziehung integriert werden. Gerade, wenn sie eher einen Partner betreffen, solltet ihr darüber reden. Wenn einer die Wandlungen des anderen nicht nachvollziehen kann, alleine, weil er keine Kenntnis davon hat, entsteht leicht eine Distanz, möglicherweise unbeabsichtigt. Werden solche Dinge absichtlich nicht geteilt, entstehen Geheimnisse, die, wie beschrieben, üble Wirkungen auf die Beziehung haben. Beide Partner müssen übereinander informiert blieben.

Es ist gut, wenn jede Veränderung und Entwicklung von beiden Partnern getragen wird. Gleichgültig, ob es kleine oder große Veränderungen sind, es steht immer wieder die Frage im Raum, wie sie sich auf die Beziehung auswirken und ob die Beziehung gar unter den neuen Bedingungen weitergeführt werden kann. Du musst Dich immer wieder neu für die Beziehung entscheiden. Dabei werdet Ihr euch immer wieder neu und in einer größeren Tiefe kennenlernen.

Tipp #9: Arbeitet an euch

Je persönlicher, tiefer und intimer eine Beziehung wird, desto tiefere Muster werden in Dir getriggert. Ich meine hierbei Muster, die definieren, wie Du fühlst, denkst, reagierst und handelst. Sie stammen in der Regel aus Deiner Vergangenheit und funktionieren manchmal gut, manchmal sind sie einfach nicht mehr passend. Das merkst Du daran, dass es Dir nicht gut geht. Du Dich verletzt fühlst oder überfordert, unsicher, verwirrt, orientierungslos, wütend, traurig und so weiter. Natürlich treten diese Gefühle immer wieder mal auf. Sie lösen sich in der Regel auf, wenn die Ursache geklärt ist.

Doch wenn Du beobachtest, dass die Gefühle immer wieder auftreten, ihr immer wieder in Bezug auf dieselbe Sache in Konflikt geratet oder mit einem bestimmten Thema nicht weiterkommt, dann kannst Du davon ausgehen, dass ein persönliches Muster beziehungsweise ein Verhaltensprogramm in Dir aktiv ist, das aus Deiner oder eurer Vergangenheit stammt und nicht mehr zu eurem aktuellen Leben passt. Bearbeitet ihr diese Muster, Verhaltens- oder Denkweisen, lösen sie sich auf und ihr erlebt in eurer Beziehung eine Verbundenheit, Lebendigkeit und Tiefe, die ihr bis dahin nicht gekannt habt. Holt euch gegebenenfalls Hilfe dazu.

Tipp #10: Scheitern der Beziehung als Option annehmen

Mit der Beziehung zu scheitern, ist immer eine Möglichkeit. Ich kenne einige Paare, die das nicht wahrhaben wollen und ein Scheitern als persönliches Versagen ansehen. Manche sagen, ich kann mich doch nicht scheiden lassen, ich habe doch ein Versprechen abgegeben, das ich nicht brechen darf. Der Anspruch, sich niemals zu trennen, kann eine Beziehung ersticken und sie in einem Panzer erstarren lassen. Dieser Panzer besteht in der Regel aus Angst und hat zur Folge, dass sich die Partner zu sehr anpassen. Sie trauen sich nicht mehr mitzuteilen, was sie tatsächlich bewegt und was los ist.

Man möchte den anderen ja nicht verärgern oder nicht immer wieder in dieselben Konflikte provozieren (siehe oben). Quellen der Unzufriedenheit entstehen, da grundsätzliche Themen nicht angesprochen und geklärt werden. Es stellt sich eine lauwarme Umgangsform ein, die bestenfalls Raum für ein seichtes Nebeneinander lässt. Routine bestimmt den Alltag, von Lebendigkeit und Begeisterung füreinander keine Spur. Reinigende Gewitter bleiben aus. Für den Fall, dass sich ein Partner nicht mehr um die Beziehung kümmert, habe ich diesen Artikel geschrieben.

Wenn die Trennung eine mögliche Option bleibt, bewahrt dies die Lebendigkeit und Offenheit innerhalb der Beziehung. Es besteht für beide Partner die „Gefahr“, dass sich der andere trennt. Oder es wird jedenfalls nicht völlig ausgeschlossen. Dadurch haben beide ein größeres Interesse daran, sich in die Beziehung einzubringen und sich um die Bedürfnisse des anderen zu kümmern. Die Partnerschafft erhält eine größere Dynamik und Lebendigkeit. Die Chance, dass beide erhalten, was sie sich von der Beziehung wünschen, steigt.

Tipp #11: Holt euch Hilfe

Falls ihr aus eigener Kraft mit irgendwelchen Problemen, Konflikten oder Themen in eurer Beziehung nicht weiterkommt, holt euch Hilfe! Manchmal habe ich den Eindruck, es ist für viele schwerer, Hilfe für persönliche Angelegenheiten in Anspruch zu nehmen, als einen Klempner, Arzt, Anwalt oder Steuerberater aufzusuchen. Dabei ist das gerade in diesem Bereich, von dem Deine Lebensfreude und -qualität so wesentlich abhängt, wichtig und effektiv. Es geschieht nicht selten, dass ich nach einer Sitzung ein Bedauern höre, dieses Thema nicht schon früher geklärt zu haben. Der Aufwand ist auch gar nicht so groß, wie viele denken.

Hast Du auch den Anspruch, Deine inneren Probleme selbst lösen zu wollen? Das ist keine sinnvolle Haltung, denn die Probleme bestehen ja gerade deswegen, weil Du keinen funktionierenden Lösungsansatz hast. Es ist konstruktiv und sehr erleichternd, sich an professionelle Helfer zu wenden, denn sie haben wirkungsvolle Werkzeuge und Wege sowie eine Perspektive, die unabhängig ist. Melde Dich, wenn Du mehr Klarheit, Verbindung und Lebendigkeit in Deiner Beziehung wünschst!

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Menschen bewegen sich in der Welt meinst mit einer grundsätzliche Haltung des Vertrauens oder des Misstrauens. Wem geht es dabei wohl besser? Können sich die Misstrauischen aufgrund ihrer Vorsicht und Zurückhaltung sicherer fühlen? Werden die Vertrauenden in ihrer Blauäugigkeit ständig ausgenutzt und über den Tisch gezogen? Wahrscheinlich nicht. Schauen wir uns also das Thema Vertrauen einmal näher an. Wie kann es verloren gehen und wie kannst Du es wiedergewinnen?

Arten des Vertrauens

Vom Einzelnen aus betrachtet können wir drei verschiedene Arten des Vertrauens beobachten: Zum Ersten das Vertrauen in sich selbst. Zum Zweiten das Vertrauen in andere Menschen. Und zum Dritten das Vertrauen in das Leben, beziehungsweise in die Welt.

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen bedeutet, dass wir beispielsweise stark, stabil, schlau oder erfahren genug sind, um mit den Dingen, die uns im Leben begegnen, umgehen können. Wir können also mit Leichtigkeit die Routineaufgaben des Alltages erledigen und unsere Grundbedürfnisse decken. Darüber hinaus haben wir die Zuversicht, mit größeren Aufgaben und Herausforderungen fertig zu werden. Mit anderen Worten: Wir definieren unser Leben nach den eigenen Wünschen. Ziele setzen und erreichen wir mit angemessenem Aufwand und wir verwirklichen Projekte, die wir uns vorgenommen haben. Dabei orientieren wir uns an eigenen Werten und übernehmen Ansichten anderer nicht ungeprüft.

Vertrauen in andere

Vertrauen in andere zu haben bedeutet, die Überzeugung oder das Gefühl zu haben, dass eine Aussage von jemand anders richtig oder wahr ist oder dass er redlich und integer ist. Wir gehen davon aus, dass wir uns auf den anderen verlassen können und unsere Erwartungen und Wünsche durch ihn nicht verletzt werden. Wir haben die grundsätzliche Haltung, dass Menschen gut sind und uns nichts Böses wollen. Das hat nichts mit Blauäugigkeit oder blindem Vertrauen zu tun. Anderen zu vertrauen, heißt auch, den Charakter anderer realistisch einzuschätzen und üblen Absichten nicht in die Falle zu gehen.

Vertrauen in das Leben und in die Welt

In das Leben und die Welt zu vertrauen bedeutet, zu wissen, dass alles irgendwie gut wird. Es ist eine eher optimistische Haltung zum Leben. Wir fühlen uns geführt und auch in turbulenten oder schwierigen Zeiten wissen wir tief im Innern, dass sich die Situation zum Besten wenden wird. Die Welt ist ein Ort, an dem wir uns geborgen und sicher fühlen. Wir empfinden das Leben als einen Fluss, der zwar Kurven hat, aber nie Situationen bringt, die wir nicht bewältigen können. Wer dem Leben vertraut, kann Altes loslassen und leicht neue Bildungen eingehen, um die verschiedenen Lebensaspekte aktuell zu halten und nicht in Überkommenem stecken zu bleiben.

Urvertrauen

Dir ist sicher schon aufgefallen, dass diese drei Aspekte des Vertrauens zusammengehören. Wer anderen nicht vertraut, wird sicherlich auch kein sehr ausgeprägtes Selbstvertrauen haben. Das leuchtet ein, denn unsere persönlichen Muster und Eigenschaften spiegeln sich darin, wie wir die Welt und andere Menschen wahrnehmen. Wie kommt es nun, dass manche voller Vertrauen sind und ihr Leben ganz gut funktioniert und andere misstrauisch durch die Welt gehen und eher nicht viel Freude daran haben?

Die Antwort ist: Urvertrauen. Dieses etwas mythisch anmutende Wort beschreibt eigentlich nichts anderes, als die Qualität der Erfahrungen mit denen wir in das Leben gestartet sind. Wenn unsere Zeit im Mutterleib einigermaßen normal verlaufen ist, das heißt, dass wir nicht allzu sehr mit Stresshormonen von der Mutter geflutet wurden, dass wir nicht durch Drogen oder Medikamente vergiftet wurden oder dass tätliche Angriffe, wie Abtreibungsversuche, ausgeblieben sind, haben wir zwei Grunderfahrungen gemacht: Wir erlebten Verbundenheit und Wachstum.

Vertrauen oder Misstrauen

Menschen, die Urvertrauen haben, erlebten die zwei Grunderfahrungen auch weiter nach der Geburt. Sie erlebten liebevolle Zuneigung und wurden akzeptiert, wie sie waren. Sie hatten den Raum, sich auszuprobieren und selbst zu erfahren. Dabei erlebten sie Unterstützung und Sicherheit. Dem Neugeborenen sind seine Eltern die Welt. So, wie es seine Eltern oder Fürsorger in den ersten etwa drei Lebensjahren erlebt hat, wird es später die Welt sehen und seinen Platz darin einnehmen.

Missgünstigen oder misstrauischen Menschen ging es anders. Sie haben immer wieder Verletzungen der Grunderfahrungen erlebt. Sie wurden am Wachstum gehindert, indem sie manipuliert und indoktriniert wurden und ihnen gesagt wurde, was richtig und wie sie etwas zu tun haben. Auf ihr Bedürfnis nach Bindung wurde mit Kälte und Zurückweisung reagiert. Sie sind in Übergriffen und geistiger Enge erstickt. Ihre Autonomie ist beschädigt und sie wissen nicht, wer sie sind, da sie es nie ausreichend erfahren konnten.

Vertrauen wiedergewinnen

Vertrauen bedeutet letztlich, sich verletzlich zu machen und Risiken eingehen zu können und dabei davon überzeugt zu sein, dass es gut gehen wird. Es überwiegt das Wissen, dass man mit möglichem Widerstand oder Rückschlägen umgehen kann. So ist es bei Menschen mit Selbstvertrauen. Und diejenigen, bei denen es nicht gut gelaufen ist, bleiben auf der Strecke?

Nein. Wie ich schon in einem früheren Artikel geschrieben habe, ist es nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Es ist möglich, bestehende Verletzungen zu heilen und Persönlichkeitsmuster, die das Vertrauen einschränken, aufzulösen.

Empfindungen, die typischerweise bei Menschen mit wenig Vertrauen oder Selbstvertrauen auftreten, sind beispielsweise: Unsicherheit, Angst, Eifersucht, Misstrauen, ein Gefühl der Bedrohung, Neid auf andere oder das Bedürfnis Kontrolle auszuüben.

Vertrauen trainieren

Du kannst Vertrauen trainieren. Gib Dir selbst und anderen Menschen mehr Vertrauen. Traue Dich, die Welt besser zu sehen. Benutze dabei aber natürlich Deinen gesunden Menschenverstand. Und Du wirst fast immer feststellen, dass es gut gegangen ist, dass Du nicht verletzt oder enttäuscht wurdest. Deine Fähigkeit zu vertrauen wird weiter wachsen. Vertrauen ist so etwas wie ein Vorschuss. Du gehst im Voraus davon aus, dass etwas gut geht, dass Dir dieser Mensch nicht schaden will, dass die Welt nicht böse ist. Mit dieser Einstellung öffnest Du einen Raum, in dem etwas Neues möglich wird. Lasse Dich von Rückschlägen nicht entmutigen und lerne aus ihnen.

Wenn die Muster jedoch tiefer angelegt sind, ist es schwieriger, sich selbst aus ihnen zu befreien. Dann brauchst Du dabei Hilfe. Die Muster anzugehen ist Arbeit, die sich aber sehr lohnt. Solltest Du feststellen, dass Dir in bestimmten Lebensbereichen das Vertrauen fehlt, muss das nicht so bleiben. Sich von diesen Mustern zu befreien ist ein Gewinn, von dem Du Dein gesamtes Leben lang profitierst.

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