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In unserem Kulturkreis war es schon immer angesagt, toll, erfolgreich, glücklich, hipp, besonders oder strahlend zu sein. Damit können sich die meisten ganz gut identifizieren. Schwächen, Rückschläge und sogenannte schlechte Gefühle werden besser gemieden. Es wird nicht über sie geredet, sie werden nicht gezeigt und sind ziemlich uncool.

So haben wir fast alle eine Vorstellung davon im Kopf, wie wir sein sollen. Wir vergleichen uns mit Idolen und anderen Menschen, die wir bewundern oder die uns gefallen. Und ziehen natürlich den Kürzeren, denn deren Schattenseiten sehen wir nicht. Entweder, weil wir sie nicht sehen wollen oder weil uns eine unechte Identität vorgespielt wird. Umso krasser erscheinen uns unsere eigenen Mängel und Defizite und wir bemühen uns noch mehr gut dazustehen.

„Negative“ Gefühle werden gemieden

Dazu gehört es, die Gefühle zu unterdrücken, die unserem Selbstbild nicht entsprechen. Das ist eine tückische Falle, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu heftigen inneren Problemen führen wird. Depressionen, Ängste, Zwänge und Süchte sich dabei die üblichen Folgen, die auch in weniger ausgeprägter Form das Leben ziemlich vermiesen können.

Fast alle negativ empfundenen inneren Zustände sind darauf zurückzuführen, dass unverarbeitete Gefühle aus der Vergangenheit immer noch ihr Unwesen im Innern treiben. Sie sind noch im System enthalten und fordern ihre Aufmerksamkeit, denn sie möchten integriert und geheilt werden. Das aktuell erlebte Gefühl ist dabei nicht das eigentliche Problem. Er ist lediglich die Warnlampe, die uns darauf hinweist, dass tiefer in uns etwas nicht stimmt.

Wozu sind Gefühle da?

Unsere Gefühle bilden ein inneres Informationssystem. Sie wollen nur gefühlt werden. Sie sind nicht gefährlich. Sie haben keine Macht aus sich selbst heraus. Sie haben nur die Bedeutung, die du ihnen gibst. Das gilt für alle Gefühle. Unsere Bewertungen auf die Gefühle haben oft mehr Einfluss auf uns, als das Gefühl selbst. Bewertest du es negativ, als unangemessen oder deinem Alter nicht entsprechend, wirst du es nicht fühlen wollen und Widerstand dagegen haben. Bewertest du es positiv, kann es passieren, dass du diesem Gefühl hinterher rennst, wie einer Droge. Du tust alles dafür, um es immer und immer wieder zu erleben, für einen kurzen Kick.

Gefühle zeigen uns an, dass unser Erleben von unseren Konzepten, Erwartungen und Wünschen abweicht. Es gibt eine Spannung zwischen Innen- und Außenwelt. Das Gefühl hat die Aufgabe, diese abzubauen. Wir bekommen eine schlechte Nachricht und werden traurig oder wütend oder beides. Wir bekommen eine gute Nachricht und freuen uns. In beiden Fällen dienen die Gefühle dazu, das Erlebnis zu integrieren. Was heißt, dass unser System lernt, mit dem Ereignis umzugehen und Frieden damit zu schließen. Das ist alles.

Innerer Frieden ist das Ziel

Im innersten Wesen wollen wir nicht glücklich und erfolgreich sein oder ständig etwas Aufregendes erleben. Das sind Lifestyle-Ansichten einer Plastikwelt, die den schönen Schein waren will. In Frieden und Einklang zu leben, ist was wir tatsächlich wollen. Dazu reicht es, einfach zu sein und in der Gegenwart verankert zu leben.

Unser Gehirn unterstützt uns darin. Fühlen wir die sogenannten negativen Gefühle ohne Widerstand, verschwinden sie fast so schnell, wie sie gekommen sind. Das Ereignis ist integriert. Anderenfalls bleiben sie im eigenen System, bis wir bereit sind, sie zu fühlen. Dieses Ansammeln kann eine ganze Zeit lang gut gehen, bis es zu viel wird. Wir werden unruhig, bekommen Angst, fühlen uns niedergeschlagen, haben keine Motivation mehr und alles scheint hoffnungslos, wir entwickeln zwanghaftes Verhalten oder wir denken, trinken oder essen mehr, als wir wollen und so weiter.

Zu fühlen heißt zu heilen

Doch soweit muss es nicht kommen. Es folgen zwei Vorschläge für Übungen, die dir helfen können, wieder zu dir und deinen Gefühlen zurück zu kommen und innere Stimmigkeit zu erreichen.

1. Sich selbst fühlen

Dies ist eine sehr simple Übung, die aber sehr wirkungsvoll ist. Suche dir einen bequemen Platz, an dem du ungestört sitzen kannst. Schließe deine Augen und richte deine Aufmerksamkeit nach innen. Nimm deine Gefühle und Empfindungen wahr. Wähle das stärkste Gefühl aus und lokalisiere es in deinem Körper. Fühle seine Ausdehnung und den Raum, den es einnimmt. Sei dieses Gefühl, indem du mit deiner Aufmerksamkeit in diesem Raum hinein gehst. Fühle und erlebe es. Drücke es gegebenenfalls aus. Du wirst merken, dass es sich immer weiter abschwächt. Wenn es sich aufgelöst hat oder für dich okay ist, gehe zum nächsten Gefühl.

Mache das so lange, bis du dich gut fühlst. Sinnvoll ist es, dies als tägliche Routine anzuwenden. Auch wenn es dir nicht schlecht geht. Damit bleibst du in guter Verbindung mit dir selbst, stabilisierst deine Innenwelt und es fällt dir leicht auf deine Gefühle und Bedürfnisse zu hören. Auf diese Weise werden einige Probleme verschwinden, mit denen du zu tun hast. Funktioniert dies bei bestimmten Gefühlen oder Empfindungen nicht, bist du wahrscheinlich auf ein komplexeres Muster gestoßen, das deiner Vergangenheit entstammt und sich hartnäckig in deinem System verankert hat. Hier kann eine tiefere Betrachtung in einer Therapie hilfreich sein.

2. Mit anderen reden

Es scheint so banal und ist doch so selten: Setze dich mit vertrauten Menschen zusammen und sprecht gemeinsam über eure Gefühle. Das kann beispielsweise deine Partnerin oder dein Partner sein, eine gute Freundin oder Freund, aber natürlich auch eine Gruppe. Trefft euch ganz absichtlich nur zu diesem Zweck. Alle Beteiligten bekommen in etwa die gleiche Redezeit. Wer spricht, hat das Wort. Die anderen hören wertschätzend zu. Verständnisfragen sind erlaubt, Kommentare, Tipps oder Belehrungen nicht.

Sprich über das, was dich bewegt, belastet oder was dir wichtig ist. Sprich über dich und nicht über andere. Erlaube dir deine Gefühle zuzulassen, wenn sie auftauchen. Es ist gut, dass die Gefühle herauskommen. Es muss nichts mit ihnen getan werden, als sie zu fühlen. Sie brauchen nur Raum. Sollte jemand Probleme mit deinen Gefühlen haben, ist das ein Zeichen dafür, dass er selbst unerlöste Gefühle in sich trägt. Und genau das ist der Vorteil, wenn man dies mit anderen zusammen macht: Jeder profitiert davon und kann in sich selbst finden, wo er/sie allein nicht heran kommen wäre. So wird der Heilungsprozess vom jeweils anderen katalysiert. Gerade in Beziehungen können solche Gespräche zu mehr Tiefe und Verbundenheit führen.

Gefühle bedeuten Lebendigkeit. Egal, ob es sogenannte positive oder negative Gefühle sind. Sie zu unterdrücken (bewusst oder unbewusst) bedeutet, die eigene Lebendigkeit zu unterdrücken und die Vollständigkeit des eigenen Wesens einzuschränken.

Mit herzlichem Gruß
Ulrich Heister

Du kennst das: Die Gedanken kreisen und du kommst innerlich nicht zur Ruhe oder du bist emotional aufgewühlt und weißt nicht, wie du da herauskommen sollst. Du wünschst dir einen Reset-Knopf, den du einfach nur zu drücken brauchst, um wieder zu dir selbst zu kommen und deinen inneren Frieden wieder herzustellen. In diesem Newsletter zeige ich dir eine einfache Übung, mit der du das erreichen kannst.

Gedanken an die Vergangenheit oder die Zukunft sind das Problem

Menschen mit depressiven Neigungen sind mit ihrer Aufmerksamkeit sehr bei vergangenen Ereignissen, die emotional stark aufgeladen sind. Sie „hängen“ an diesen negativen Erfahrungen und übertragen deren Qualitäten in die Gegenwart, die eigentlich keinen Anlass zur Depression gibt. Meist sind die Erfahrungen derart, dass die Betroffenen sich in der Vergangenheit nicht mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen angenommen fühlten. Sie durften nicht so sein, wie sie sind und lernten daher ihre Gefühle zu unterdrücken und sich den Erwartungen anzupassen. Dieses Verhalten ist zu einer Angewohnheit geworden, die man übrigens recht leicht auflösen kann.

Ängstliche Menschen nehmen negative Erfahrungen aus der Vergangenheit und projizieren sie in die Zukunft oder Gegenwart. Sie hatten in der Vergangenheit Erlebnisse, die von zum Beispiel Überforderung, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Demütigung gezeichnet waren oder in denen sie das Gefühl hatten, die Kontrolle verloren zu haben. Das möchten sie, verständlicherweise nie wieder erleben. Deswegen sind sie in der Gegenwart ständig in Alarmbereitschaft oder malen sich aus, wie die Zukunft wohl werden wird, um sich davor zu schützen, solche verletzenden Erfahrungen erneut zu machen. Grundsätzlich können derartige Verhaltensprogramme auch sehr gut bearbeitet und die Angst überwunden werden.

Der Zeitfaktor

Du merkst, es ist erheblich, worauf unsere Aufmerksamkeit gerichtet ist. Der Zeitpunkt mit dem du dich identifizierst, ist ein wichtiger Faktor, der Einfluss auf dein Wohlgefühl hat. Ganz grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei einem immer wiederkehrenden Unwohlsein sich die Aufmerksamkeit mit anderen Dingen, als der Gegenwart befasst. Dies geschieht bewusst oder unbewusst. Wir alle tragen Erfahrungen, Konditionierungen, Überzeugungen, Bewertungen und Konzepte mit uns herum, die uns nicht gut tun. Und diese Muster werden meist dann aktiviert, wenn wir gestresst sind, im Ungleichgewicht sind oder uns geschwächt fühlen.

Im Moment des mentalen und emotionalen Aufruhrs werden diese Verhaltensmuster aktiv und trennen uns von dem ab, was gerade tatsächlich ist. Also vom unmittelbaren Erleben, denn die Muster entstanden in der Vergangenheit und waren einmal Lösungen für Probleme, die mit dem aktuellen Erleben nichts mehr zu tun haben. Diese anachronistischen Verhaltensprogramme binden uns an die Vergangenheit.

Die allermeisten Leiden der Menschen spielen sich in ihrem Gehirn ab. Dies ist so sehr mit sich selbst beschäftigt und mit seinen antrainierten Mustern, dass es nicht mitbekommt, was tatsächlich ist. In der Hirnforschung wird dies als Selbstreferentialität bezeichnet. Wir beziehen uns immer wieder auf diese im Nervensystem gespeicherten Erfahrungen, bis sie so etwas wie ein Eigenleben entwickeln. Dabei schmoren wir sozusagen im eigenen Saft. Haben wir eine Chance da heraus zu kommen? Ja, und das ist gar nicht so schwer. Dazu brauchen wir nur ohne viel zu denken in der Gegenwart zu sein. Dann geht es uns gut. So simpel ist das.

Gegenwärtigkeit ist der Schlüssel

Wie ist es nun möglich, diesem Automatismus zu entkommen? Wir müssen unser Gehirn beruhigen. Das ist eigentlich ganz einfach. Wir brauchen nur mit unserer Aufmerksamkeit in die Gegenwart zu kommen. Und das gelingt uns leicht, indem wir unsere Sinne benutzen.

Die folgende Übung reicht alleine bei Depressionen oder Angststörungen wahrscheinlich nicht aus, um sie völlig zu überwinden, sie kann aber lindernd wirken. Solltest du bemerken, dass du mit der Übung nicht zur Ruhe kommst, melde dich bei mir. Starke automatisierte Muster können in einer Therapie gut behandelt werden.

Die Übung ermöglicht geistige Autonomie und hilft dir klar zu sehen, zu denken und zu fühlen. Sie führt dich zu dem, was unmittelbar ist, jenseits deiner Denk- und Verhaltensmuster. Es kann sein, dass du eine gewisse Dauer mit ihr üben musst. Mit der Zeit wirst du ihre Wirkung immer leichter erreichen. Und sie ermöglicht dir, dich schnell in einen Zustand des Wohlgefühls zu bringen. Das Denken wird still und dein Empfinden unmittelbarer.

Anleitung zur Übung

Suche dir einen ruhigen Platz, an dem du dich ungestört hinsetzen kannst. Die Fingerspitzen deiner Zeigefinger berühren irgendwo deine Oberschenkel, wo es bequem für dich ist. Die Berührung ist leicht und ohne Druck. Die übrigen Finger sollten keinen Kontakt haben. Lege deine Arme so ab, dass sie entspannen können. Nun schließe die Augen.

Gehe nun mit deiner Aufmerksamkeit in die Kontaktstelle des eines Zeigefingers zu deinem Oberschenkel. Fühle diese Kontaktstelle. Fühle, was du dort fühlst. Dies kann Wärme sein, Kälte, ein Kribbeln, Pulsieren, Fließen, Verbindung, die Textur des Stoffes oder anderes. Bleibe mit deiner Aufmerksamkeit ausschließlich dort. Fühle. Wenn deine Aufmerksamkeit abschweift, gehe wieder zurück zur Kontaktstelle. Mache das für einige Minuten.

Nun mache das gleiche mit der Kontaktstelle des anderen Zeigefingers. Wenn einige Minuten vorbei sind, gehe mit deiner Aufmerksamkeit in beiden Kontaktstellen gleichzeitig. Dies ist die eigentliche Übung. Wenn deine Aufmerksamkeit abschweift, gehe wieder zurück zu den beiden Kontaktstellen.

Wenn du das einige Zeit lang machst, stellst du fest, dass dein Kopf ruhiger wird, dass sich emotionale Wellen legen und sich ein gutes Gefühl einstellt. Wenn das gute Gefühl da ist, halte deine Aufmerksamkeit bei dem guten Gefühl und den beiden Kontaktstellen gleichzeitig.

Wenn du möchtest, und deine störenden Gedanken und Gefühle immer noch da sind, Fühle die Kontaktstellen, das gute Gefühl und nimm die Gefühle und Gedanken ohne Widerstand wahr. Du wirst feststellen, dass sich das Gedankenkreisen und die Gefühle in dem guten Gefühl auflösen.

Anfangs kann das schwierig sein. Die Fähigkeit, deine Aufmerksamkeit zu steuern, muss trainiert werden. Diese Übung solltest du mehrmals am Tag machen. Mit der Zeit werden sich der ruhige Zustand und das gute Gefühl immer leichter und schneller einstellen. Dieser Zustand wird mehr und mehr zu deiner alltäglichen Natur. Solltest du Fragen zu der Übung haben, antworte einfach auf diesen Newsletter.

Viel Spaß und Erfolg!

Mit herzlichem Gruß
Ulrich Heister

Depression überwinden

Viele Menschen sind von Depression betroffen. Die wichtigsten Anzeichen dafür sind unter anderem Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und eine innere Leere. Depressiv zu sein bedeutet nicht, versagt zu haben oder dass man etwas falsch gemacht hat. Ungünstige Einflüsse haben automatisierte Programme im Gehirn hinterlassen, die zu diesen üblen inneren Zuständen führen.

Das persönliche Erleben ist, wie die Ursachen, sehr unterschiedlich, die Lebensqualität ist jedoch bei allen in den depressiven Phasen sehr reduziert. Meine Erfahrungen in den Sitzungen zeigen, dass Depressionen überwindbar sind. Eine Therapie ist sicherlich sinnvoll, doch Betroffene können auch eine Menge für sich selbst tun. Dieser Artikel gibt Tipps zur Selbsthilfe.

Ursachen einer Depression

Eine Depression kann körperliche Ursachen haben. Diese sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Ich denke, dass die Ursachen in den allermeisten Fällen jedoch auf mentaler und, vor allem, emotionaler Eben liegen. Schon im Mutterleib kann die Grundlage für eine Depression gelegt werden, wenn die Mutter selbst depressiv oder traumatisiert ist. Bereits die Hormonlage im Körper der Mutter hat einen großen Einfluss auf das Ungeborene. Auch später, wenn die Bindungsversuche des Babys zur Mutter aufgrund ihrer eigenen Probleme fehlschlagen, wird eine Depression begünstigt. Kleine Kinder können ein depressives Verhalten auch allein aus Empathie von ihren depressiven Eltern kopieren. Es kann geschehen, dass sie den Eindruck bekommen, dass es normal ist, so zu sein.

Menschen können nach schmerzhaften Erfahrungen oder nachdem sie dauerhaft Ablehnung erfahren haben, depressive Neigungen entwickeln. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei einer Depression zu viele Dinge oder Aspekte des Lebens mit negativen Gefühlen behaftet sind. Und diese Dinge lösen dann automatisch immer wieder diese negativen Gefühle aus. Oft ist es so, dass bestimmte Gefühle nicht mehr wahrgenommen werden wollen. Diese stammen in der Regel von schlechten Erfahrungen und Verletzungen. Diese Gefühle drängen immer wieder an die Oberfläche und es bedarf immer größerer Kraft diese zu unterdrücken, bis kaum mehr Kraft übrig ist.

Ich weiß, dass es nicht unbedingt leicht ist, sich aus einer Depression zu befreien und das gut gemeinte Tipps ziemlich nerven können. Es ist eh schon alles schwer genug. Vielleicht schaust Du sie trotzdem an. Möglicherweise findest Du etwas, zu dem Du Resonanz empfindest und was Du für Dich nutzen kannst. Ich bin der Ansicht, dass letztlich keine Umstände die Macht haben, Dich in der Depression gefangen zu halten.

16 Tipps, die Depression zu überwinden

 

Tipp #1: Den eigenen Zustand annehmen und akzeptieren

Wenn Du verleugnest, was bei dir los ist und Deine Zustände ignorierst, auch, wenn das attraktiver erscheint, entzieht es sich Deinem Zugriff. Du wirst hilflos und das Abgelehnte scheint sich zu verselbstständigen. Es bekommt mehr Macht und überwältigt Dich schließlich. Das macht Dir Angst und der Widerstand steigt. Kehre also Deine Richtung um und wende Dich Deiner Empfindung zu. Das erfordert Mut.

Tipp #2: Entscheide Dich

Du musst eine Entscheidung fällen. Möchtest Du in Deinem Zustand verharren oder bist Du bereit wirklich etwas zu tun, was Dich daraus befreit? Depressionen sind in der Regel erworben. Das heißt, Du kannst sie auch hinter Dir lassen. Das kostet Kraft, aber es wird sich lohnen. Niemand kann Dir das abnehmen. Du musst das selbst machen. Um Dich aus Deiner Situation zu befreien, musst Du überzeugt sein, dass eine Depression überwindbar ist. Auch wenn Deine Erfahrung dagegen spricht.

Tipp #3: Ändere Deine Einstellung

Hast Du Dich entschieden, ändere Deine Einstellung. Auch wenn Pessimismus und negative Gefühle überwiegen, mache Dir klar, dass Du Dich für diese Haltungen und Empfindungen entschieden hast. Wahrscheinlich hast Du das nicht freiwillig getan, sondern Du warst in einer Zwangslage. Es war trotzdem Deine Entscheidung. Und das gibt Dir die Macht eine Veränderung zu bewirken. Mache Dir klar, dass Du selbst wählen kannst, wie Du Dich fühlst.

Tipp #4: Sei kein Opfer

Wahrscheinlich warst Du ein Opfer von bestimmten Umständen, übergriffigen Menschen oder schmerzhaften Erfahrungen, als der Grundstein für Deine Depression gelegt wurde. Gibt diese Identifikation auf und mache Dir klar, dass Du die Autorität über Dich selbst hast. Wenn man etwas ändern will, muss man etwas ändern.

Tipp #5: Entspanne Dich

Hier ist bewusste Entspannung gemeint. Natürlich entspannst Du Dich auch im Schlaf, doch das genügt nicht. Unser Gehirn braucht zur gesunden Reiz- und Informationsverarbeitung wache und bewusste Phasen der Entspannung während des Tages, denn die Entspannung ändert unsere Gehirnchemie. Eindrücke, Erfahrungen, Informationen und Erlebnisse werden geordnet und an das bereits Bekannte angedockt. Dadurch fühlen wir uns geordnet, klar und kongruent. Im Internet gibt es viele Entspannungsübungen, die Du Dir herunterladen kannst.

Tipp #6: Gedankenkreisen durchbrechen

Viele Menschen, die mit Depressionen zu tun haben, beschreiben oft, dass sie sich dabei ertappen, wie sie sich in immer weiter absteigende Gedankenspiralen verlieren. Das ist ein automatisiertes und erworbenes Verhalten. Dies ist eine Angewohnheit, die man umtrainieren kann. Immer, wenn Du merkst, dass Du Dich mit negativen Gedanken herunter ziehst, stelle Dir leise innerlich die Frage: „Was wird mein nächster Gedanke sein?“ Und lausche. Du wirst merken, dass eine Gedankenlücke entsteht. Richte Deine Aufmerksamkeit in diese Lücke und Du merkst, wie Deine Gedanken stiller werden und sich Deine Stimmung hebt.

Tipp #7: Glaube Deinen Gedanken nicht

Denke doch bitte mal einige Zeit den folgenden Gedanken: „Ich bin nicht gut genug.“ Nun denke bitte ähnlich lange: „Ich genieße das Leben.“ Welcher dieser beiden Gedanken fühlte sich für Dich wahrer an? Tatsächlich sind es nur Sätze. Ob sie wahr sind oder nicht, entsteht ausschließlich in Dir. Es ist Deine Bewertung. Es ist kein Satz wahr. Es sind nur Sätze beziehungsweise Gedanken. Wenn Du einen Gedanken denkst, der Dich herunterzieht, frage Dich: „Kann ich sicher sein, dass dieser Gedanke wahr ist?“ Die Antwort auf die Frage ist generell: Nein. Du kannst davon ausgehen, dass Gedanken, die Dir nicht gut tun, nicht wahr sind. Wenn Du Deinen Gedanken mehr glaubst, als dem, was Dich unmittelbar umgibt, bist Du in beliebigen Abstraktionen gefangen. Wende Dich dem zu, was tatsächlich ist. Siehe Tipp #11 und #12.

Tipp #8: Echt sein

Verstelle Dich nicht und mache anderen nichts vor. Natürlich geht das nicht immer. Man muss nicht jedem Fremden oder Kollegen sein Innerstes offenbaren. Sei emotional echt und authentisch zu nahestehenden Personen. Das heißt nicht, dass Du ständig Dein Leid klagen sollst. Nein, erlaube anderen nur einen Einblick, wie es Dir tatsächlich geht. Und mache das Beste daraus. So ersparst Du Dir viel Energie, um Dich selbst und andere zu täuschen. In dieser Echtheit können viel leichter heilsame Momente entstehen, als in einer mühsam konstruierten Scheinwelt.

Tipp #9: Fokus verlagern

Verlagere den Fokus Deiner Aufmerksamkeit. Du bist der Boss in Deinem Innern. Andere können nichts für Dich tun. Das muss Dir klar sein, wenn Du wirklich etwas verändern willst. Ansonsten laufen alle deine Bemühungen ins Leere. Du selbst wählst Deine Einstellung. Überlege Dir, was Du tatsächlich erleben möchtest. Welche Ziele möchtest Du erreichen? Wie soll dein Leben aussehen? Wie möchtest Du Dich fühlen? Und dann richte Dich darauf aus. Weil es Dein Ziel ist und weil Du es willst.

Tipp #10: Dankbarkeit spüren

Oft sind wir mehr auf Mangel oder Makel ausgerichtet, als auf das, was wir tatsächlich sind oder worüber wir verfügen. Wir liegen in der warmen Badewanne und grübeln über unsere Sorgen nach. Essen ein leckeres Gericht und fühlen uns mies. Sind auf einer tollen Veranstaltung und empfinden Minderwertigkeit und Defizite. Und so weiter. Mache dann doch mal folgendes: Wie könnte Deine Situation oder Du selbst noch schlimmer sein? Da fällt Dir bestimmt viel ein. Und schon tritt das, wofür Du dankbar sein kannst, in den Vordergrund. Richte deine Aufmerksamkeit darauf!

Tipp #11: Bewusst fühlen

Wir haben ja bereits festgestellt, dass Depressionen sehr viel mit Gedanken zu tun haben. Gedanken reduzieren das Fühlen und Fühlen reduziert das Denken. Das kannst Du für Dich nutzen. Außerdem ist unser Organismus immer bestrebt, unangenehme Gefühle zu bewältigen, wenn wir bereit sind, sie ohne Bewertung wahrzunehmen. Also setzte Dich ruhig und ungestört hin und entspanne Dich. Nun spüre Deinen Körper und fühle, wo eine Empfindung oder ein Gefühl ist, was unangenehm ist. Mache Dir klar, wo es sich in Deinem Körper befindet. Und gewinne einen Eindruck, wie weit es sich ausdehnt. Fühle es nun einfach, ohne es verändern zu wollen und ohne es zu bewerten. Mache das so lange, bis es besser geworden ist und gehe zur nächsten Empfindung. Mache das so lange, bis es Dir gut geht. Wiederhole das jeden Tag!

Tipp #12: Benutze Deine Sinne

Bei einer Depression ist es wichtig, wieder eine Verbindung zu dem aufzubauen, was tatsächlich ist. Deshalb frage Dich: Was ist wirklich? Benutze Deine Sinne, um zu Dir selbst zu kommen. Schaue Dich um und blicke dabei bewusst aus Deinen Augen. Höre absichtsvoll, rieche und schmecke. Fühle Deinen Körper von innen heraus. Sei in Dir selbst verankert. Bewerte nicht. Um Deinen Fokus auf Deine Umwelt zu richten, kannst Du auch Gegenstände beschreiben. Wähle einen Gegenstand in Deiner Umgebung aus und beschreibe ihn in Dir. Das kannst Du laut tun oder in Gedanken. Beschreibe nur, was Du faktisch siehst oder fühlst, bewerte nicht.

Tipp #13: Verbringe Zeit mit Menschen, die Dir gut tun

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen andere Menschen, um uns selbst zu kennen und um uns orientieren zu können. Wir brauchen Verbindung. Solltest Du das anders empfinden, liegt das wahrscheinlich an einer Verletzung, die noch nicht geheilt ist. Natürlich kann man Kontakte vermeiden, um zu versuchen, weitere Verletzungen zu verhindern, doch ist diese Problemlösung nicht wirklich gesund. Daher treffe Dich mit Menschen, die Du magst und die Dir gut tun. Lasse Dir von Ihnen Feedback geben, tausche Dich aus und lerne Dich über die anderen neu kennen.

Tipp #15: Körperliche Aktivität

Es kann gar nicht genug betont werden, wie gut Bewegung für uns ist. Auf ganz verschiedenen Ebenen. Dabei werden Stresshormone abgebaut (eine Depression ist ein andauernder Stresszustand) und Endorphine werden ausgeschüttet. Endorphine lassen uns gut fühlen und reduzieren Schmerzen. Dabei ist die Feststellung interessant, dass körperliche und emotionale Schmerzen im Gehirn oft im selben Schmerzzentrum empfunden werden. Fahre Fahrrad, gehe schwimmen, walken oder laufen. Dabei solltest Du schon immer wieder an Deine Grenzen gehen, damit Dein Körper auch gefordert wird. Wenn Du darin eine Routine aufbaust, wirst Du bald nicht mehr darauf verzichten wollen.

Tipp #15: Mentale Methoden lernen

Manchmal reichen Entscheidungen allein nicht aus, um Veränderungen zu bewirken. Daher ist es sinnvoll, Methoden zu lernen, mit denen Du bewusst und wirkungsvoll an Deinem Bewusstsein arbeiten kannst. Hier habe ich eine beschrieben, die sehr nützlich ist. Mit diesen Methoden kannst Du die Filter verändern, durch die Du Dich selbst, andere und die Welt wahrnimmst und wie Du auf sie reagierst. Unser ganzes Leben findet in unserem Bewusstsein statt. Wenn Du Deine Bewusstseinsmuster änderst, ändert sich die Realität, die Du erlebst.

Tipp #16: Eine Therapie in Anspruch nehmen

Solltest Du aus eigener Kraft nicht aus Deinem Tief herauskommen, suche Dir Hilfe. Der Erfahrung nach, die ich in vielen Sitzungen gemacht habe, ist eine Depression leichter zu bewältigen, als die meisten denken. Medikamente können keine dauerhafte Lösung sein, denn sie haben Nebenwirkungen, dämpfen die Sinne sowie die Wahrnehmung und verlieren mit der Zeit ihre Wirkung und müssen immer höher dosiert werden. Eigentlich das Gegenteil von dem, was man erreichen will. Kurzzeitig können sie jedoch hilfreich sein, um zuerst eine gewisse Stabilität wieder herzustellen und aus dem Gröbsten heraus zu kommen.

Es gibt keinen Grund sich dafür zu schämen, Hilfe anzunehmen. Es ist ein Zeichen, dass Du bereit bist Verantwortung für Dich selbst zu übernehmen. Viele vermeiden dies und suchen lieber die Schuld für ihre Situation bei anderen.

Grundsätzlich  besteht ein therapeutischer Ansatz darin, den Auslösern für die schlechten Gefühle, wie die Niedergeschlagenheit und die Antriebslosigkeit, die Macht zu nehmen. Zudem werden schmerzhafte Empfindungen und Gefühle, die aus vergangenen Erlebnissen stammen, die emotionale Ladung genommen. Damit stören sie in der Gegenwart nicht mehr und ihnen wird der Einfluss auf das aktuelle Leben genommen. So lernst Du Schritt für Schritt in einem sanften Prozess Deine Gefühle wieder zu fühlen und sie selbst zu bestimmen. Zudem hilft Dir ein Training, das gewünschte Lebensgefühl zu etablieren.

Du kannst Dich von den Einflüssen der Vergangenheit frei machen! Mache nun den ersten Schritt! Je früher Du anfängst, umso besser. Ich unterstütze Dich gerne dabei.

 

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keinen Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten. Die Tipps verwendest Du eigenverantwortlich. Solltest Du Dich mit Selbstmordgedanken beschäftigen, wende Dich bitte an die Telefonseelsorge.

 

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Deine Beziehung oder Deine Ehe ist am Ende? Du bist verlassen worden oder ihr habt euch getrennt? Du leidest? Der Schmerz scheint Dich aufzufressen und Du weißt nicht, was Du tun sollst? Hier sind ein paar Tipps, die Dir in deiner Situation helfen können.

Es hängt von Dir ab

Wenn wir verlassen wurden oder die Beziehung zerbrochen ist, fühlen wir uns leicht als Opfer, entweder der Umstände oder des anderen, der sich abgewendet hat. Doch eines sollte Dir klar sein: An dem, was in einer Beziehung geschieht, haben immer beide einen Anteil. Ursachenforschung wollen wir hier allerdings nicht betreiben. Dieser Artikel geht davon aus, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass ihr wieder zusammen kommt. Es ist vorbei.

Es geht nun darum, wie Du mit Deinem Schmerz umgehen und gestärkt aus dieser Situation heraus kommen kannst. Auch, wenn es nicht so scheint: Wie sehr Du leidest und wie lange, hängt ausschließlich von Dir ab, Deinen Entscheidungen, wie Du mit Deinen Gefühlen umgehst und ob Du bereit bist, Deinen Groll beziehungsweise Deine Verletzungen loszulassen.

Mache Dich nicht vom anderen abhängig

Möglicherweise fühlst Du Dich ungerecht behandelt. Oder falsch verstanden. Oder nicht ernst genommen. Oder übergangen. Oder, oder. Egal, was passiert ist, solltest Du den Wunsch haben, etwas richtig zu stellen, zu erklären oder eine Wiedergutmachung zu bekommen, vergiss es. Du meinst, wenn Du das bekommst, wenn dies oder jenes geschähe, würdest Du Dich besser fühlen? Solange der oder die andere Dir das nicht gewährst, leidest Du. Es gibt nichts richtig zu stellen. Es ist vorbei. Es ist nichts mehr zu machen. Gib auf.

Fakt ist, solange Du vom anderen etwas erwartest oder wünschst, machst Du Dich abhängig. Du gibst ihm Macht über Dich. Du wirst den Schmerz und die Trennung nicht überwinden, solange Du an dieser Idee festhältst.

Wende Dich Dir selbst zu

Je länger die Beziehung dauerte und je inniger sie war, desto schmerzhafter wird die Trennung für Dich sein. Es mag Dir scheinen, dass Du einen Teil Deiner selbst verloren hättest. Du fühlst Dich wahrscheinlich alleine, hilflos und orientierungslos. Was Du jedoch brauchst, um wieder auf die Füße zu kommen ist alles bereits in Dir.

Du musst Dich nun auf Dich selbst und Deine eigene Kraft besinnen. Was ich gleich beschreibe, habe ich selbst vor vielen Jahren so gemacht, als sich eine Freundin von mir trennte, die mir sehr viel bedeutet. Ich war sehr verzweifelt und fühle mich hilflos. Aber ich wollte auch nicht wieder mehr als ein Jahr lang leiden, wie damals, als sich meine erste Freundin von mir trennte.

Gefühle sind dazu da, gefühlt zu werden

Gefühle, gleichgültig welcher Art, treten auf, wenn sich etwas ereignet, das von unserem Selbstbild oder unseren Erwartungen abweicht. Dies kann ein erfreuliches oder ein unangenehmes Ereignis sein. Es bringt uns aus der Ruhe, es verstört oder überwältigt uns. Diesen Zustand mag unser Gehirn nicht so gerne. Es strebt immer einen friedlichen und ausgeglichenen Betriebszustand an.

Gefühle sind also dazu da, um unvorhergesehene, überraschende oder herausfordernde Situationen und Umstände zu integrieren und wieder zur Normalität zurück zu kehren. Und das geschieht umso erfolgreicher, je widerstandsloser und umfassender wir die auftretenden Gefühle wahrnehmen und zulassen. Gehe also folgendermaßen vor:

Richtig trennen

Solltest Du nicht alleine wohnen, warne Deine Mitbewohner, dass es etwas turbulenter bei Dir werden könnte und sie sich keine Sorgen machen sollen. Lege Dich am besten auf Dein Bett, ohne Dich zuzudecken. Fühle Deine Gefühle. Mache Dir klar, dass es unwiederbringlich vorbei ist. Du bist getrennt. Du bist alleine. Es wird eine Reihe von Gefühlen auftreten. Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Verzweiflung und  andere. Fühle sie. Lasse sie zu und drücke sie aus. Fühlst Du Trauer, weine. Fühlst Du Wut schlage auf den Rücken liegend mit Deinen Fäusten auf Deine Matratze. Du kannst auch mit Deinen Füßen treten. Achte darauf, dass Du Dich nicht verletzt! Schreie in ein Kissen.

Die Gefühle werden sich abwechseln. Wie Wellen kommt das eine, dann das andere, und so weiter. Drücke sie alle aus. Ist die erste Welle vorbei, trenne Dich ganz bewusst von allem, was mit dieser Beziehung zusammenhing: Natürlich von der Person selbst. Von Personen, die Du aufgrund der Trennung nicht mehr oder weniger sehen wirst. Von Haustieren, die Dir lieb geworden sind. Von Dingen, die Dir wichtig waren. Von gemeinsamen Orten. Von gemeinsamen Erlebnissen. Von allem, was Du mit dieser Beziehung verbindest. Und jedes Mal fühle die Gefühle und lass sie zu.

Das mag äußerlich recht dramatisch und turbulent erscheinen. Doch Du wirst feststellen, dass es in Dir einen Anteil gibt, der diesem Geschehen recht gelassen, neugierig und interessiert zuschaut. Der Teil wird wahrscheinlich umso deutlicher, je weiter der Prozess fortschreitet. Es kann aber auch sein, dass er bereits von Anfang an da ist.

Frieden

Das Ganze kann natürlich etwas dauern. Aber es ist es wert, sich darauf einzulassen, denn irgendwann, wenn die Gefühle alle gefühlt und ausgedrückt sind, passiert etwas sehr erstaunliches: Es wird sich ein tiefer Frieden in Dir ausbreiten. Die Gefühle sind alle weg. Du bist wieder ganz bei Dir und fühlst Deine eigene Kraft. Was geschehen ist, wird Dich wahrscheinlich nicht kalt lassen, doch es tritt in den Hintergrund und es wird weiter verblassen.

Sollten sich weitere Phasen der Trauer, Wut oder Niedergeschlagenheit zeigen, dann gehe wieder so vor, wie oben beschrieben, bis Dein Friede dauerhaft ist. Irgendwann wirst Du damit durch sein. Und das wesentlich schneller und entschiedener, als wenn Du den Trennungsschmerz in Dir pflegst, auf Wiedergutmachung wartest oder auf eine Versöhnung hoffst.

Du bist wieder bereit Dein eigenes Leben zu Leben. Du bist wieder heil. Es kann sein, dass ihr wieder zusammen kommt. Doch überlege und durchfühle diese Entscheidung gut, falls sie anstehen sollte. Möglicherweise bist Du offen für eine neue Beziehung. Oder Du entscheidest Dich erst einmal für Dich selbst zu sein und Dich und Dein Leben ganz neu auszurichten. Dazu gibt es hier übrigens einen passenden Kurs.

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Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Süchte gibt es in sehr vielen verschiedenen Formen und Schweregraden. Ich glaube, fast jeder Mensch ist von irgendeiner Sucht betroffen. Die meisten werden von ihr wahrscheinlich nicht bedroht oder gar in der Lebensfähigkeit einschränkt sein. Die Idee zu diesem Artikel kam mir, nachdem ich den Film „Parked – gestrandet“ angesehen hatte. Hier wird, im Nebenstrang, die Geschichte eines Drogensüchtigen erzählt und warum er in die Sucht geflohen ist. Eine psychotherapeutische Intervention zu rechten Zeit hätte dies verhindern können. Doch das lässt sich als Außenstehender leicht sagen. Hier meine Gedanken zu dem Thema.

Definition von Sucht

Eine für mich einleuchtende Definition von Sucht ist folgende: Mit einem Verhalten nicht aufhören zu können. Dieses Verhalten kann höchst unterschiedlich sein. Beispielsweise das Herstellen von oder das Hineinsteigern in dramatische emotionale Zustände, das Einkaufen von überflüssige Dingen, das Spielen am Computer oder um Geld, übersteigerte Arbeit, zu viel Essen, übermäßiger Sex, die übertriebene Einnahme von Medikamenten und der Konsum von psychotropen Substanzen, um einige zu nennen. Auch verschiedene Formen von Zwängen passen in diesen Kontext.

Das suchtbedingte Verhalten scheint offensichtlich schädlich zu sein: Die Verschwendung von Ressourcen wie Zeit und Geld, die sozialen Nachteile und natürlich die Schädigung oder Zerstörung des eigenen Körpers. Es drängt sich die Frage auf, warum sich Menschen derart schlimme Dinge antun. Die Antwort ist: Weil es etwas noch Schlimmeres gibt! Das Mittel, was später zur Sucht wird verspricht zunächst Erleichterung, bis sich der Prozess verselbstständigt und dann zu einem größeren Problem wird als das ursprüngliche.

Ursachen

Was ist dieses Schlimmere, das der Sucht zu Grunde liegt? Es ist ein Gefühl, das nicht gefühlt werden darf, weil es zu sehr schmerzt. Das Suchtmittel soll das Gefühl unterdrücken oder kompensieren: Die Scham, vom Onkel angefasst worden zu sein. Die Schuld, einen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Das Versagen, nicht die Erwartungen der Eltern erfüllt zu haben. Der Verlust, der Frau, die sich wegen einem anderen hat scheiden lassen. Die Überforderung, die der Job mit sich bringt. Die Hilflosigkeit, weil der Freund im See ertrunken ist. Die Verlassenheit, weil sich alle Freunde nach der Pleite abgewendet hatten. Die Leere, weil man nicht das eigene Leben lebt, sondern es immer versucht den Anderen Recht zu machen. Das Minderwertigkeitsgefühl, weil alle anderen immer das Lob bekommen haben. Das Gefühl nicht dazuzugehören, während andere Drogen probiert haben. Wahrscheinlich waren diese Erlebnisse nicht der einzig Anlass. Sicherlich war niemand da, der den Betroffenen geholfen oder ihnen beigestanden hätte, er war auf sich allein gestellt. Vielleicht kamen auch mehrere schreckliche oder schmerzhafte Erfahrungen zusammen.

Lösung

Wie ist es möglich, diese Abwärtsspirale wieder zu verlassen? Bei einer Stoffabhängigkeit ist zunächst natürlich ein Entzug oder ein Substitutionsprogramm nötig, denn für die weitere Bearbeitung der Ursachen sollte der Verstand klar sein. Als nächster Schritt wird das zu Grunde liegende Erlebnis identifiziert und das Gefühl, der Schmerz schließlich aufgelöst. Dies kann natürlich ein längerer Prozess sein. Dazu gibt es heute sehr wirkungsvolle und sanfte Methoden.

Auch, wenn es sich so anfühlt, als wäre es unmöglich dieses heftige Gefühl zu überwinden, so ist das Gegenteil der Fall. Es ist ja tatsächlich so, dass das ursprüngliche Erlebnis schon längst durchlebt ist und Vergangenheit ist. Es ist vorbei. Alles, was tatsächlich noch existiert, ist die Erinnerung daran. Es ist sinnvoll zu lernen, ihr keine Macht mehr zu geben. Auch, wenn es anders scheint, es ist möglich, die Kontrolle über das Leben zurück zu erlangen.

Erfahre, was mit moderner Psychotherapie möglich ist!

Manchmal geschehen Dinge, die uns überwältigen und in starke Gefühle stürzen. In diesem Artikel beschreibe ich eine Möglichkeit, wie Sie mit solchen Situationen umgehen können, sodass sie schnell wieder Oberwasser bekommen und handlungsfähig werden.

Kennen Sie die Folge von „Star Trek – The Next Generation“ in der der Enterprise droht in einen Energiewirbel hineingezogen zu werden? Es war in etwa so: Die Besatzung der Enterprise stößt auf ein Phänomen im Weltraum. Die Besatzung will es untersuchen und stellt fest, dass sie dabei von ihm immer stärker angezogen werden. Bei einem Befreiungsversuch von der Anomalie weg werden ihre Maschinen so stark überlastet, dass das Schiff fast zerstört wird. Die Situation erscheint aussichtslos. Die Kraft der Maschinen reicht nicht, sich von dem Wirbel zu lösen und wenn sie in ihn hineingezogen würden, wäre eine Zerstörung ebenfalls sehr wahrscheinlich. Trotzdem befiehlt Captain Picard, das Schiff zu wenden und in den Wirbel hinein zu fliegen. Das Schiff übersteht die Passage und verlässt den Wirbel auf diese Weise tatsächlich unbeschadet.

Gefühle wollen nur gefühlt werden

Diese Metapher macht deutlich, wie wir selber Situationen handhaben können, in denen wir uns überwältigt, überfordert oder in einer Sackgasse fühlen: Gehen Sie hinein und hindurch. Das scheint manchmal bedrohlich, doch häufig ist es nachteiliger, diese Zustände andauern zu lassen und in ihnen gefangen zu sein. Ich erinnere mich, dass ich, vor langer Zeit, als sich meine damalige große Liebe von mir trennte, fast ein Jahr lang niedergeschlagen und traurig war. Ich hatte eben noch keinen Ansatz, um damit sinnvoll umgehen zu können. Ich war Opfer meiner Gefühle, wollte die Situation nicht akzeptieren und fühlte mich ungerecht behandelt und ziemlich hilflos.

In Sitzungen und durch meine Ausbildung erkannte ich, dass Gefühle einfach nur dazu da sind, gefühlt zu werden. Sie haben aus sich selbst heraus nichts Bedrohliches, was irgendwie schaden könnte. Ihre Funktion ist es, unseren inneren Zustand an die Realität anzupassen. Grundsätzlich gilt die Maxime: Die Realität hat immer Recht!

Sogenannte positive Gefühle können wir leicht zulassen. Wir lachen, freuen uns und fühlen uns gut. Bei den vermeintlich negativen ist das anders. Sie scheinen uns zu bedrohen und lassen uns schlecht fühlen, was wir natürlich nicht wollen. Wir bauen einen Widerstand gegen sie auf und wollen sie loswerden, am besten gar nicht erst wahrnehmen. Nachteil: Es bleibt Aufmerksamkeit an ihnen Gebunden und der Zustand, gegen den wir uns wehren, dauert an. Dazu kommt häufig, dass wir so konditioniert sind, diese Gefühle besser nicht zu zeigen: Wer wütend ist, hat sich nicht unter Kontrolle und wer traurig ist, ist eine Heulsuse. Das ist Humbug.

Widerstand ist zwecklos

Die Lösung für solche Situationen ist relativ einfach: Fühlen Sie, was Sie fühlen. Akzeptieren Sie Ihr Gefühl und lassen Sie sich darauf ein. Geben Sie den Widerstand auf. Es ist sicherlich nicht sinnvoll, das immer gleich dann zu tun, wenn die Emotionen auftreten. Machen Sie dies von der Situation abhängig. Im Büro loszuheulen, in einer Konferenz auszurasten oder auf der Straße zu wüten ist sicherlich wenig sinnvoll. Tun Sie es in einem geschützten Rahmen. Vertrauen Sie sich ihrem Partner oder Partnerin an, sprechen Sie sich mit guten Freunden aus und lassen Sie die Tränen laufen oder verprügeln Sie eine alte Matratze oder einen Sandsack im Keller. Vermeiden Sie, dass Sie sich dabei verletzten oder einen größeren Sachschaden anrichten. Holen Sie gegebenenfalls jemanden dazu, der Sie begleitet. So dramatisch braucht es in den meisten Fällen jedoch nicht zu verlaufen. Die Bereitschaft zu fühlen und dieses Gefühl auszudrücken reicht meistens aus. Allein den Widerstand gegen die Empfindung aufzugeben, löst sie meist schon auf.

Nachdem sich eine andere Frau von mir getrennt hatte, ging ich anders damit um: Ich fühlte die Wut, die Trauer, die Hilflosigkeit und die Verzweiflung. Ich weinte, verprügelte die Matratze meines Bettes und schrie in Kissen. Ich stellte mir vor, was ich alles verloren hatte, zu wem ich keinen Kontakt mehr haben und was ich nicht mehr erleben würde. Ich machte mir klar, dass diese Beziehung Vergangenheit war, akzeptierte es und nahm Abschied. Jede neue Welle an Gefühlen weinte und wütete ich heraus. Es dauerte vielleicht eine gute Stunde. Dann plötzlich war es vorbei. Die Emotionen hatten ihre Kraft verloren, die Gedanken an die Trennung schmerzten nicht mehr. Ein tiefer Friede stellte sich ein.

Dies funktioniert natürlich nicht nur bei Trennungsschmerzen, sondern bei jedem Gefühl. Dabei ist es gleichgültig, ob es subtil oder überwältigend ist. Und übrigens: Diese Herangehensweise ist eine sehr wirkungsvolle Prophylaxe gegen Depressionen.

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Ich gehe davon aus, dass Sie den Zustand des Klaren Sehens, den klaren Raum, wie im vorhergehenden Artikel beschrieben, erlebt haben. Haben Sie auch das Experiment mit den geschlossen Augen gemacht und die Unendlichkeit Ihres Gewahrseins erfahren? Haben Sie auch einmal nachts in den Sternenhimmel geschaut und gesehen, dass Ihr Gewahrsein sogar die Sterne beinhaltet? Und darüber hinaus geht? Wie könnten Sie sich all dessen gewahr sein, wenn das Gewahrsein, der klare Raum, der Sie sind, dies nicht beinhalten würde?

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Mit diese Methode wird es möglich, unerwünschte akute oder chronische Zustände auf mentaler, emotionaler und körperlicher Ebene zu handhaben. Das hier vorgestellte Instrument ist hoch wirkungsvoll. Nehmen Sie sich Zeit, um sich in das Verfahren einzuarbeiten und vertiefen Sie die Erfolge durch regelmäßige Anwendung. Bitte beachten Sie, was ich im vorhergehenden Artikel und im Impressum unter Nutzungsbedingungen geschrieben habe.

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