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Intervallfasten: Bringt das eigentlich wirklich so viel, wie oft behauptet wird – und wenn ja was? Ist das für mich machbar? Wie passt das Fasten in den Zweiklang von gesunder Seele und gesundem Körper? – Ein Bericht aus fachlicher Sicht und ganz persönlicher Erfahrung.

Neben der Arbeit am Bewusstsein trägt auch die Gesunderhaltung des Körpers entscheidend zur Lebensqualität bei. Zwei Hauptbereiche spielen hierbei die größte Rolle: Zum einen die Bewegung,  zum anderen die Ernährung. Intervallfasten ist eine sehr wirkungsvolle Methode, die fast ohne Aufwand viel Nutzen für Gesundheit und Fitness bringt, zumal die bisherige Art sich zu ernähren, weitgehend beibehalten werden kann. In diesem Beitrag beleuchte ich nicht nur aus fachlicher Sicht die Vorteile des Intervallfastens, sondern berichte auch ganz persönlich von meinen Erfahrungen damit.

Sind Sie wirklich bereit, sich gesund zu erhalten?

„Natürlich will ich mich gesund erhalten!“ – Das würden wohl die meisten Menschen spontan sagen, aber die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Wer bewusst etwas an der Ernährung ändern will, braucht zunächst natürlich die Bereitschaft, sich gesund erhalten zu wollen. Sehr viele Menschen interessieren sich vordergründig dafür, haben jedoch unbewusste Bewusstseinsmuster, mit denen sie sich selbst schädigen. Wer sich ungesund ernährt, raucht, viel Alkohol trinkt, Drogen nimmt oder sich selbst auf irgendeine andere Art in Gefahr bringt oder vergiftet, braucht sich zunächst um das Intervallfasten noch gar nicht zu kümmern. In solchen Fällen gibt es andere Baustellen, die zuerst bearbeitet werden müssen.

Ein Muster, das ein selbstschädigendes Verhalten hervorruft, könnte zum Beispiel der unbewusste Wunsch nach Selbstbestrafung sein. Ebenso auch ein Gefühl der Minderwertigkeit oder das Empfinden falsch zu sein. Depressionen oder Dissoziation sorgen für eine gedämpfte Selbstwahrnehmung. Für die Betreffenden müssen die Reize stark sein, damit sie tatsächlich wahrgenommen werden können. Manche Menschen verletzen („ritzen“) sich selbst, um überhaupt etwas zu spüren. Doch auch die Neigung zu viel und ungesundem Essen, zu starken Genussmitteln kann die gleiche Ursache haben.

Selbstschädigendes Essverhalten kann aber auch auf einem sehr konservativen Weltbild mit starren Mustern und festen Glaubenssätzen beruhen:  „So essen wir schon immer.“ „Viel Fleisch gehört zum Essen dazu.“ „Ohne ein ordentliches Frühstück kann ich den Tag nicht beginnen.“

Kurz gesagt: Ein unglückliches oder auch unreflektiertes Leben führt in der Regel zu selbstschädigendem Verhalten. Dessen Ursachen sollten zuerst gefunden und behoben sein, bevor es überhaupt wirklich lohnend ist, sich mit Intervallfasten zu befassen. Das bedeutet nicht, dass du nicht sofort damit anfangen kannst, deine Ernährung umzustellen – aber es wird leichter und trägt besser zu deinem guten Lebensgefühl bei, wenn du insgesamt deine Themen klärst.

Wie das Intervallfasten funktioniert

Es gibt verschiedene Formen des Intervallfastens, das auch intermittierendes Fasten genannt wird.

Die 5/2-Regel: Bei dieser Form, wird an zwei Tagen in der Woche (manche nehmen auch jeden zweiten Tag) nicht gegessen, oder es werden maximal 500 Kilokalorien konsumiert.

Die 16/8-Regel: Hier ist die Zeit der Nahrungsaufnahme an jedem Tag auf maximal acht Stunden begrenzt. 16 Stunden lang wird nichts gegessen. Manche Menschen verkürzen oder verlängern das jeweilige Zeitfenster, essen also in einem kürzeren oder längeren Zeitraum nichts. Ist die Phase ohne Nahrungsaufnahme allerdings zu kurz, kann man nicht mehr vom Fasten sprechen. Allerdings scheint es insgesamt auf jeden Fall gesünder zu sein, zwischen Mahlzeiten längere Esspausen zu machen, als über den ganzen Tag verteilt immer wieder Kleinigkeiten zu essen. Der Magen-Darm-Trakt und der gesamte Organismus brauchen solche deutlichen „Leerzeiten“, um sich zu erholen und zu regenerieren.

Den Beginn und das Ende der Phasen kannst Du selbst festlegen. Die zweite Variante ist auch für Menschen geeignet, die generell gerne mittags und später abends essen möchten. Leichte Abweichungen von der Regelzeit schaden nicht. Das kann man ja an anderen Tagen ausgleichen.

Wie ich das Intervallfasten praktiziere

Ich esse in der Regel von 10 bis 18 Uhr. Wenn wir beispielsweise abends eingeladen sind, beginne ich manchmal erst um 12 Uhr und darf bis 20 Uhr etwas essen. Steht früher am Morgen ein wichtiger Termin an, etwa ein  Vortrag, den ich nicht auf nüchternen Magen und mit niedrigem Blutzucker halten will, fange ich früher an und höre früher am Nachmittag auf. Das funktioniert sehr gut. Für mich ist es wichtig, entspannt und flexibel zu bleiben, und mich nicht zum Sklaven eines Essprogramms zu machen. Im Sinne eines gesunden, ausgeglichenen Bewusstseins ist das sogar viel zielführender als die minutengenaue Beachtung.

In meinem Nahrungsaufnahme-Zeitfenster esse ich, was ich möchte. Ich ernähre mich nicht kalorienreduziert. Allerdings achte ich seit jeher auf eine gesunde, abwechslungsreiche und zugleich genussvolle Ernährung mit viel Gemüse und Ost. Ich esse aber auch Brot mit zum Beispiel Käse. Fleisch esse ich nur ganz, ganz selten ­– vielleicht alle paar Monate. Auch „Ungesundes“, wie Schokolade oder Chips oder mal ein Stück Kuchen versage ich mir nicht grundsätzlich, nehme es aber auch nicht im Übermaß zu mir. Denn natürlich gilt auch beim Intervallfasten, dass eine gesunde Ernährung besser ist. Genuss gehört aber zur Lebensqualität dazu. In den Fastenphasen esse ich gar nichts. Getränke sollten keine Nährstoffe enthalten. Wasser, schwarzer Kaffee oder ungesüßte Tees sind erlaubt.

Intervallfasten kann Erstaunliches bewirken

Zum Intervallfasten gibt es viele interessante Beobachtungen und Erfahrungsberichte, die durchweg positiv sind. Schädliche Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt. Lediglich Menschen mit Störungen im Essverhalten könnten durch das Intervallfasten verleitet werden, sich fehlzuernähren oder die Störung zu verstärken. Hier ist zunächst eine Behandlung der Störung unerlässlich.

Grundsätzlich ist es umso besser, je früher das Intervallfasten im Leben begonnen wird. Paradoxerweise hat sich im Tierversuch, sowohl bei einfachen Organismen (Einzellern) und bei Mäusen gezeigt, dass eine generelle Nahrungsreduktion das Leben verlängert. Dazu muss der Mensch keinen Dauerhunger erleiden, es reichen Fastenphasen. Das leuchtet ein, denn ein Körper, der ständig mit Nährstoffen überflutet ist, hat nicht die dringende Notwendigkeit und auch nicht die Kapazitäten, die vorhandenen Stoffe, wie geschädigte oder alte Zellen, fehlerhafte Biomoleküle oder Stoffwechselprodukte zu recyceln und so aus dem System zu eliminieren. Er bekommt ja ständig Nachschub, der verarbeitet werden muss.

Die Körperzellen werden durch das Intervallfasten widerstandsfähiger. Das Gleichgewicht von aufbauenden und abbauenden Prozessen im Körper verbessert sich. Bei Ratten reduzierte sich die Gefahr an Krebs zu erkranken. Die Selbstheilungskräfte wurden gestärkt und die Überlebenswahrscheinlichkeit nach schweren Operationen stieg. Zudem reduzierten sich die Symptome von Diabetes und altersbedingten Krankheiten, wie Alzheimer – selbst dann, wenn die Erkrankung schon eingetreten war.

Beim Menschen wurde beobachtet, dass Intervallfasten zu einer Gewichtsreduktion führt. Dieser Effekt bleibt natürlich aus, wenn während der Essensphasen mehr Energie zugeführt wird als insgesamt verbraucht wird. Die Energiebilanz gilt natürlich auch hier immer noch. In der Regel reduziert sich allerdings die Energieaufnahme, denn es steht weniger Zeit zum Essen zur Verfügung. Auch in den Essensphasen gilt: Satt ist satt. Die Ernährungsweise wird bewusster und gelegentliche Snacks zwischendurch werden weniger. Auch das Sättigungsgefühl ist klarer wahrnehmbar und es wird nicht so leicht über den eigentlichen Bedarf hinaus gegessen.

Positive Wirkungen bei vielen Erkrankungen

Allgemein wurde auch festgestellt, dass sich der Blutzucker- und Insulinspiegel normalisieren. Das hat viele positive Wirkungen, zum Beispiel bei Hormonstörungen, Depressionen, Hautproblemen, chronischen Entzündungen und bei Krebs. Intervallfasten kann also jede Therapie – ob medikamentös oder Psychotherapie – sehr unterstützen. Es wurde auch die Normalisierung des Blutdruckes und des Cholesterinspiegels beobachtet. Auch der oxidative Stress für die Zellen vermindert sich, was unter anderem das Nervensystem schützt und die Erbsubstanz in den Zellkernen.

Wenn du Vorerkrankungen hast, versteht es sich natürlich von selbst, dass du – wenn du mit dem Intervallfasten beginnen möchtest – erst ärztlichen Rat einholst. Dies gilt insbesondere für Erkrankungen, bei denen Rhythmus der Nahrungsaufnahme wichtig ist, beispielsweise Diabetes.

„Das könnte ich nie!“

Wenn ich mit Menschen über das Intervallfasten spreche, dann sagen sie oft Sätze wie: „Das könnte ich nie!“ oder „Ich brauche unbedingt morgens eine Mahlzeit.“ oder „Abends ist unsere Hauptmahlzeit mit der Familie, darauf will ich nicht verzichten.“ Ich fand tatsächlich vorher die Vorstellung auch schwieriger, als es nachher tatsächlich für mich war.

Jeder sollte für sich selbst herausfinden, was funktioniert: welche Zeiten, welches Zeitfenster, undsoweiter. Du kannst ja auch erst einmal mit einer kürzeren Essenspause anfangen. Wenn du es schaffst, einige Tage in der Woche in Intervallen zu fasten, ist das besser, als gar nicht erst anzufangen. Setze dich nicht selbst unter Druck – davon hast du vielleicht im Alltag ohnehin schon mehr als genug – sondern gehe spielerisch heran.

Für viele Menschen ist es sehr hilfreich, mit dem Intervallfasten im Urlaub zu beginnen, weil sie dann Ruhe und Muße haben und nichts leisten müssen. Andere legen gerade im Urlaub immer eine „Intervallfasten-Pause“ ein, weil das Essensprogramm im Hotel oder das Reiseprogramm es nicht so einfach macht oder sie dann keinen Einschränkungen unterliegen wollen.

Finde es selbst heraus. Vielleicht motivieren dich ja auch meine ganz persönlichen Erfahrungen, es einmal selbst auszuprobieren.

Was das Intervallfasten bei mir bewirkt

Sieben Kilo weniger in wenigen Monaten

Auf mich selbst hat das Intervallfasten in vielerlei Hinsicht eine positive Wirkung. Die auffälligste war, dass ich innerhalb weniger Monate sieben Kilogramm abgenommen hatte, ohne meine sportlichen Aktivitäten zu verstärken.

Mehr Genuss und Freude am Essen

Als weiteren großen Gewinn empfinde ich, dass das Essen für mich wieder ein größerer Genuss ist. Vorher habe ich immer etwas gegessen, sobald ich einen kleinen Appetit verspürte. Das heißt, ich war immer satt und der Appetit war gestillt. Dadurch fand ich das Essen recht normal und nicht besonders lustvoll. Das hat sich geändert. Oft stellt sich später am Abend wieder Appetit ein. Doch diesem gebe ich nicht nach. Im Gegenteil: Ich freue mich umso mehr auf den nächsten Tag, wenn sich wieder mein Fenster öffnet, in dem ich wieder essen kann. Dieses Essen schmeckt dann sehr intensiv und ist sehr befriedigend.

Wesentlich besserer Schlaf

Die größte Umstellung war für mich, dass es am Abend keine Knabbereien mehr gab. Nicht beim gemütlichen Zusammensitzen und auch nicht beim Serien- oder Filmegucken. Das war zunächst sehr ungewohnt. Aber durch die Vorteile, die ich durch das Intervallfasten habe, ist es kein Verzicht. Zu den großen Vorteilen zählt, dass ich wesentlich besser schlafe. Mit leerem Magen ins Bett zu gehen ist sehr wohltuend, das Einschlafen geht schneller und der Schlaf ist tiefer.

Gewicht im Alltag mühelos halten

Ich habe früher schon öfter gefastet, aber dann am Stück. Ein bis zwei Wochen habe ich dann gar nichts gegessen, einmal auch 42 Tage. Die Wirkung davon war immer sehr großartig. Das Gefühl der Leichtigkeit und der Unabhängigkeit ist unbeschreiblich. Natürlich habe ich in diesen Phasen ohne Nahrung immer kräftig abgenommen, wobei sich allerdings nach einer gewissen Zeit mein Gewicht immer wieder normalisiert hatte. Beim Intervallfasten bleibt die Gewichtsabnahme jedoch erhalten, da diese Ernährungsweise in den Alltag integriert ist.

Gefühle umbewerten

Mir hilft es beim Intervallfasten sehr, dass ich das Hungergefühl oder den Appetit umbewertet habe. Vorher waren diese Gefühle unerwünscht, und ich wollte sie immer möglichst schnell loswerden und ihnen nachgeben. Ich wollte sie nicht fühlen und dachte, dass ich etwas essen muss. Ich war aus  meiner Kindheit so konditioniert, und alle anderen schienen es auch so zu machen. Es war normal. Heute empfinde ich anders. Appetit und Hunger können da sein. Es sind einfach nur Empfindungen, wie viele andere auch, beispielsweise das Empfinden meiner Kleidung auf der Haut. Ich brauche nicht etwas gegen sie zu unternehmen, sie können einfach da sein. Sie können sich sogar angenehm anfühlen. Das erleichtert es mir natürlich enorm, dem Intervallfasten konsequent zu folgen. Zum Umbewerten gibt es sehr schöne und einfache Methoden.

Alles wird leichter

Mich bewusst zu ernähren ist ein Teil, der viel zu meiner Lebensqualität beiträgt. Der andere ist, eine gute Kondition und Muskeln zu haben und beweglich zu sein. Alltägliche Verrichtungen fallen leichter und der Körper kommt nicht so leicht an seine Grenzen. Dazu bewege ich mich. Früher im Schulunterricht wurde mir Sport vermiest. Ich fand mich auch nie besonders sportlich. Doch begann ich vor etwa 20 Jahren, morgens einige Minuten lang Körperübungen zu machen. Seit sechs Jahren laufe dreimal in der Woche: kurzen Strecken zu Anfang, heute sind zwischen acht und 15 km pro Lauftraining.

Was ich dir empfehle, wenn du das Intervallfasten ausprobieren möchtest

Hat dieser Beitrag etwas bei dir bewegt? Hat er dich motiviert, selbst einmal über das Intervallfasten nachzudenken und es auszuprobieren? Ich weiß, Empfehlungen bringen nichts. Dass eine gesunde Ernährung und Bewegung gut für die Gesundheit sind, ist eine Binsenweisheit, die an sich meistens noch nichts auslöst. Wenn du dir ein gutes Körpergefühl, mehr Lebensqualität und echten Genuss wünschst, fange mit Intervallfasten und Bewegung an. Das bringt dich auch mit dir selbst und deinem Körper in Verbindung. Falls Du bemerkst, dass du einige mentale oder emotionale Widerstände spürst oder grundlegende Themen hast, die dich hindern, melde dich gerne bei mir. Ich kenne einfache Mittel, mit ihnen umzugehen und sie aufzulösen – egal, wie unüberwindlich sie scheinen.

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Hast Du bereits mehrere Versuche gestartet abzunehmen? Hast Du schon diverse Diäten getestet? Versuchtest Du immer wieder Deine Ernährung umzustellen? Manches davon hat einige Erfolge gebracht, aber Du hast nicht dauerhaft abgenommen? Dieser Artikel erklärt, warum das so ist und was Du tun kannst, um wirklich abzunehmen. Das sagen alle? Nun, hier geht es um ganz fundamentale Ansätze und nicht um Abkürzungen.

Energiebilanz

Wenn Du abnehmen möchtest, musst Du, auch wenn es unbequem ist, folgende Tatsache akzeptieren:  Nimmst Du mehr Energie mit der Nahrung auf, als Du brauchst, nimmst Du zu. Im umgekehrten Fall nimmst Du ab. Es gibt natürlich mehrere verschiedene Faktoren, die darauf Einfluss nehmen, wieviel Energie Dein Körper aus der Nahrung gewinnt. Beispielsweise die genetische Disposition, die allgemeine Stoffwechsellage oder die Darmflora. Wie die Gegebenheiten bei Dir auch immer sind, das Gesetz der Energiebilanz gilt uneingeschränkt.

Daher hast Du grundsätzlich drei Möglichkeiten, um abzunehmen: Die Energiezufuhr zu verringern oder mehr Energie zu verbrauchen oder beides zusammen. Kurzfristige Lösungen, wie Diäten oder vorübergehende sportliche Aktivitäten nützen dabei nichts. Du musst grundlegende Veränderungen in Deinem Leben bewirken und das dauerhaft.

Dabei spielen Deine emotionalen und mentalen Bewusstseinsstrukturen eine entscheidende Rolle. Es gibt Gründe dafür, dass Du mehr isst als Du brauchst und Dich weniger bewegst, als Du solltest. Diese Muster können aufgedeckt und geklärt werden. Dies ist der beste und wirkungsvollste Weg, nachhaltige Erfolge zu erzielen. Doch der Reihe nach.

Die Erziehung

Nur die wenigsten Menschen hatte die Möglichkeit, sich ihr natürliches Gefühl für die Ernährung zu erhalten. Die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen haben die Folgen ihrer Entbehrungen an ihre Kinder weitergegeben. Die überkompensatorischen Nachwirkungen davon sind auch in der gegenwärtigen Kindergeneration noch zu finden. Aber abgesehen davon, ist fast jede absichtliche Beeinflussung der Form, wie sich Kinder ernähren schädlich. Was jemand für sich selbst als gut herausgefunden hat, muss nicht auch für andere gelten.

Auch disziplinarische Maßnahmen an die Ernährung zu knüpfen ist äußerst destruktiv. „… dann gehst Du eben ohne Abendbrot ins Bett!“, „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“, „Was auf dem Teller ist, wird aufgegessen!“ oder „Du darfst erst spielen gehen, wenn der Teller leer ist!“ sind Klassiker, von denen wohl jeder schon gehört oder die viele gar selbst erlebt haben.

Auch sehr gesundheitsbewusste Eltern können ihre Kleinen ganz schön unter Druck setzten. So zwingen sie sie unpopuläres oder Vollwertzeug zu essen, nur weil sie meinen, es wäre super gut. Werden Süßigkeiten übermäßig rationiert, sieht das Kind sie irgendwann als besonders kostbar und erstrebenswert an und wird später überkompensieren.

Kinder schauen sich fast alles bei ihren Eltern ab. Haben die Eltern ein gestörtes Essverhalten, werden die Kinder es nachmachen. Daher sollten Eltern für sich selbst ein gesundes Ernährungsverhalten entwickeln, was die Menge und die Art der Nahrung betrifft. Die Kinder werden es nachahmen. Erklärungen dazu, warum etwas gesund ist, können hilfreich sein.

Lass Dein Kind selbst Erfahrungen machen. Wenn es an einem Tag nur Schokolade isst, wird es selbst herausbekommen, dass das nicht wirklich so toll ist. Mache auch bezüglich der Menge keine Vorschriften. Wenn es zu viel isst, wir es das merken und beim nächsten Mal anders machen. Und Du brauchst Dich auch nicht zu sorgen, wenn es mal nur sehr wenig isst. Es wird selbst dafür sorgen, nicht zu verhungern.

Es begann früh

Nun zurück zu Dir. Deine Art Dich zu ernähren hat ihre Wurzeln in Deiner Kindheit. Schon als Baby machtest Du eindrückliche Erfahrungen wenn Du gestillt wurdest. Wurdest Du mit der Brust oder der Flasche gestillt? Welche Stimmung hatte Deine Mutter oder der Fütterer meistens dabei? Hast Du dabei Liebe erfahren? Wurdest Du als Kind bei guten Schulnoten mit Süßigkeiten belohnt? Durftest Du die Menge, die Du aßest selbst bestimmen?

Auch Du hast viel bei Deinen Eltern und anderen Vorbildern abgeguckt und hast Dich an mögliche Vorschriften angepasst. Hast Du Dir die dicken Bohnen hineingezwungen, weil Du sonst nie zu Spielen rausgekommen wärest? Auch die nonverbalen Signale der Vorbilder sind hier Ausschlag gebend. Wie der mahnende Blick der Tante, als Du dir den zehnten Keks genommen hattest. Und so weiter. Gerade das Thema Essen ist mit viel Bewertung, Kontrolle und Gefühlen aufgeladen.

Es kommt auf Dich an

Wie Du auch immer zu Deiner Ernährungsweise gekommen bist, wichtig ist, was Du heute daraus machst. Möchtest Du deine Ernährung ändern? Möchtest Du abnehmen? Möchtest Du Dich gesünder ernähren? Vielleicht möchtest Du auch zunehmen? Ganz grundlegend für die Art und Wiese unserer Ernährung sind unsere persönlichen emotionalen und mentalen Muster. Wenn Du diese nicht änderst, wirst Du auch deine Ernährungsweise nicht ändern können. Es ist gar nicht so schwierig, diese Muster zu ändern.

Viel bedeutender als das, was wir essen, sind die Gefühle, die wir damit verknüpfen. Wer zu viel isst, holt sich über die Nahrung Gefühle wie Zugehörigkeit, Belohnung, Fülle, Nähe, Genuss oder Gemütlichkeit. Hier geht es meist um Bindungsthemen. Wer zu wenig isst, möchte vielleicht Widerstand, Rebellion, Unabhängigkeit, Kontrolle oder Selbstbestimmtheit demonstrieren. Hier geht es meist eher um Machtthemen. Beide Grundmuster entstehen in einem dysfunktionalen Umfeld und sind ein Versuch, eine Lösung für die jeweiligen Bedingungen zu finden.

Was allen Betroffenen gemein ist, ist dass sie ein großes Stück Autonomie verloren haben. Das Essen wurde zu einem Mittel, um andere Ziele zu erreichen. Damals, in der entsprechenden Situation haben diese Lösungsansätze wahrscheinlich tatsächlich geholfen. Sonst hätte es keinen Grund gegeben, sie zu entwickeln. Das Blöde ist, dass die Verhaltensweisen weiter existieren, auch wenn ihr eigentlicher Grund gar nicht mehr besteht. Selbst als Erwachsene unterliegen wir ihnen, während wir eigentlich von ihnen unabhängig und selbstbestimmt sein könnten.

Das Ernährungsverhalten heilen

Eins sollte unbedingt klar sein: Es ist in Ordnung, wenn Du mollig bist und Dich dabei wohlfühlst. Nicht jedes Kilogramm, das über dem Normalgewicht liegt, muss bekämpft werden. Falls Du abnehmen möchtest, ist sinnvoll, Deine Motive zu hinterfragen. Ist es Dein Wunsch, die Erwartungen anderer zu erfüllen oder irgendwelchen Idealen zu entsprechen, während Du Dich eigentlich gut fühlst? Oder fühlst Du Dich unwohl und möchtest etwas für Deine Gesundheit tun, aus eigenem Antrieb?

Ich behaupte mal, dass jeder zu seinem Normalgewicht zurückkehren kann, sofern nicht eine grundlegende Erkrankung vorliegt. Das sollte natürlich ärztlich abgeklärt werden. Solltest Du schon länger unter Übergewicht leiden, wird es Dir nicht erspart bleiben, grundlegende Änderungen in Deinem Leben und an Deiner inneren Haltung vorzunehmen. Du solltest bereit sein, wirkliche Veränderungen zu akzeptieren und zuzulassen. Ein lavieren an der Oberfläche, wie Diäten oder einer Anmeldung im Fitnessstudio, wird kaum etwas nützen.

Vier Schritte, um dauerhaft abzunehmen

  1. Gefühle heilen

Ganz elementar ist, herauszufinden, welche Gefühle Du Dir über das Essen holst. Dann geht es darum, diese Verhaltensprogramme aufzulösen und einen Weg zu finden, wie Du diese Gefühle auf eine einfachere und gesündere Weise erleben kannst. Das geht mit speziellen Methoden der Hypnosetherapie sehr gut. Wenn diese Muster geändert und eventuelle, mit ihnen in Verbindung stehende Verletzungen geheilt sind, wird sich Deine Ernährungsweise schon wie von alleine ändern, da Du diese emotionale Kompensation nicht mehr brauchst.

  1. Mit Dir selbst in Verbindung sein

Wenn Du alte Verletzungen heilst, ungesunde Indoktrinationen aufgibst und Frieden mit Dir und der Welt schießt, kommst Du viel besser mit Dir in Verbindung. Du nimmst Deine eigenen Bedürfnisse viel besser wahr und es fällt Dir leicht, ihnen entsprechend zu handeln. Süchte machen es notwendig zu dissoziieren. Das heißt, dass wir und mental von uns selbst abtrennen. Ansonsten können wir gar nicht rauchen, uns selbst mit Drogen schaden oder übermäßig essen. Wenn Du Deinen Körper fühlst und wirklich mit ihm in Verbindung bist, kannst Du nicht mehr essen, als Dein Körper möchte. Daher ist ein wichtiger Therapieschritt, das eigene, gesunde Körpergefühl wieder herzustellen und mit der Vergangenheit Frieden zu schließen.

  1. Bewertungen ändern

Ein weiterer, wichtiger Schritt ist es, seine Bewertungen in Bezug auf das Essen zu ändern. Das umfasst nicht nur die Prägungen, die wir haben oder die sozialen Aspekte, sondern auch die Lebensmittel selbst. Gibt es Lebensmittel, von denen Du weißt, dass Sie gesund sind, die Du aber gar nicht magst? Oder Umgekehrt: Gibt es Sachen, von denen Du weißt, dass sie ungesund sind, die Du aber gerne und in großer Menge isst?

Es gibt heute therapeutische Möglichkeiten, diese Bewertungen innerhalb von Minuten zu ändern. Wenn Du das möchtest, kannst Du plötzlich Spinat essen, der für Dich vorher völlig ekelig war. Oder Tomaten oder Pilze, oder, oder. Das geht auch anders herum: Die Schokolade, von der Du vorher praktisch abhängig warst, ist Dir danach egal. Das funktioniert sehr gut, aber natürlich sollten auch die dahinter stehenden Muster beachtet werden.

Es gibt Menschen, die bei der Auswahl dessen, was sie essen, sehr wählerisch sind. Oft entstehen derartige Muster aus dem Bedürfnis heraus, Kontrolle auszuüben oder um ein bestimmtes Bild von sich zu vermitteln. Das ist beispielsweise auch bei Magersüchtigen oft der Fall. Selbst, wenn der Grund für dieses Verhalten erkannt und aufgelöst wird, kann die Abneigung gegen diese speziellen Nahrungsmittel bestehen bleiben. Um zur gesunden und abwechslungsreichen Ernährung zurückzukehren, ist es notwendig, diese Abneigungen auf die oben genannte Weise umzuwandeln, sodass die Nahrungsmittel auch wieder gegessen werden können.

  1. Sport treiben

Nachdem wir jetzt mehrere Ansätze haben, um die Energiezufuhr zu vermindern, schauen wir uns an, wie wir den Energieverbrauch erhöhen können. Hier ist natürlich Bewegung, das beste Mittel. Wie fühlst Du Dich und was denkst Du, wenn Du den Begriff „Sport“ liest? Kommt da so etwas wie „ich mag Sport nicht“, „ich bin kein sportlicher Typ“ oder „Sport ist Mord“? Ich glaube, viele haben diese oder ähnliche, eigentlich überflüssige, Überzeugungen über sich.

Jeder menschliche Körper braucht Bewegung. Ob Du es glaubst oder nicht, wir sind Bewegungswesen. Ich habe das auch lange anders gesehen. Fast jeder trägt Frustrationen aus der Kindheit mit sich, die mit Bewegung zu tun haben. Entweder, weil wir still sitzen sollten, nicht albern sein durften, uns anständig zu benehmen hatten oder ähnliches. Aber auch der Schulsport ist und war für viele, wenn sie nicht gerade ein Bewegungsnaturell waren, eine Quelle von Frust. Mir ging es so. Ich hielt mich lange für unsportlich. Heute fahre ich Rennrad und laufe.

Wenn Du zu denjenigen gehörst, die so etwas erlebt haben, dann ist es an der Zeit, diese Haltung zu ändern. Nicht, dass Du unbedingt Sport treiben müsstest, aber es hilft beim Abnehmen ungemein. Es hat auch weiteren wertvollen Nutzen: Du spürst Deinen Körper besser und nimmst seine Bedürfnisse besser wahr, es hebt Dein Selbstwertgefühl, es baut Muskeln auf, die Deinen Energiegrundumsatz erhöhen, es macht Dich aktiver, verbessert Deine Kondition und vieles mehr. Auch hier lässt sich auf mentaler beziehungsweise therapeutischer Ebene sehr viel machen. Wenn Du Deine hinderlichen und schädlichen Überzeugungen in Bezug auf Sport aufgegeben und verletzende Erlebnisse integriert hast, wirst Du viel motivierter sein und wesentlich weniger Widerstand dagegen spüren.

Dann brauchst Du nur noch eine oder mehrere geeignete Sportarten für Dich zu finden. Ob Du walkst, Rad fährst, schwimmst, Fußball, Tennis oder Badminton spielst oder regelmäßig ins Fitnessstudio gehst, ist dabei egal. Wichtig ist, dass Du Deine Komfortzone verlässt und Dich wirklich anstrengst. Dein Körper sollte mehr leisten als gewöhnlich. Sonst hast Du keinen Trainingseffekt. Schließe Dich mit anderen zusammen, die ähnliche Ziele haben, wie Du. Das ist sehr unterstützend.

Hole Dir Hilfe

Wenn Du schon länger, nur mit mäßigem Erfolg, versucht hast abzunehmen, oder auch zuzunehmen, ist es meine Überzeugung, dass Du externe Hilfe brauchst. Viel wichtiger und wirkungsvoller als die willentliche Ernährungsumstellung und die Überwindung zum Sport ist die Arbeit und Klärung auf mentaler und emotionaler Ebene. Therapeutische Hilfe ist dabei notwendig, da wir für unsere eigenen Muster in der Regel blind sind. Wir brauchen dann einen Standpunkt von außen.

Zusätzlich solltest Du auf jeden Fall Methoden erlernen, mit denen Du selbstständig und unabhängig an Deinen Persönlichkeitsmustern und Verhaltensprogrammen arbeiten kannst. So kannst Du Dir selbst kurzfristig und gezielt helfen. Das beschleunigt Deinen Prozess und stärkt Deine Autonomie.

Melde Dich bei mir zu einem kostenfreien und unverbindlichen Gespräch, wenn Du Dein Projekt zur dauerhaften Gewichtsreduktion jetzt angehen möchtest! Ich freue mich auf Dich.

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