Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Als Sportler würde ich mich nicht bezeichnen. Als Kind war ich immer der Letzte, der es über den Zaun geschafft hatte. Die Note beim Schulsport lag konstant bei einer Vier, aber nur, weil ich regelmäßig teilnahm. Der Begriff Sport war für mich meist negativ besetzt. Wie sich das veränderte, beschreibe ich in diesem Artikel.

Ich fuhr schon immer gerne mit dem Fahrrad. Mich aus eigener Kraft mit einer relevanten Geschwindigkeit fortzubewegen gefällt mir. So kam es, dass ich mir vor einigen Jahren ein Rennrad kaufte, denn meine Kondition war mies und meine Figur verbesserungsfähig. Seit dem fahre ich 40- bis 70 km-Runden, jedoch nur bei schönem Wetter, das heißt, wenn die Sonne scheint und es warm ist. Im Winter steht das Rad im Schuppen. Diese Pausen waren für mich immer unbefriedigend.

Vor zwei Jahren, meiner Frau als Vorbild folgend, begann ich mit dem Laufen. Auch bei schlechtem Wetter und wenn es kalt ist, laufe ich los. Ich starte nie bei Regen. Wenn ich jedoch unterwegs nass werde, macht mir das gar nichts, denn ich bin ja von innen warm. Das Laufen war für mich anfangs sehr anstrengend. Meine Fahrradfahrermuskeln nutzten mir gar nichts. Die Kondition war beim Laufen auch schlechter, als auf dem Rad. Ich brauchte eine Strategie, um den Widerstand gegen die Anstrengung und die Schmerzen in den Beinen zu überwinden, ansonsten würde ich nicht lange durchhalten.

Die Aufmerksamkeit ausrichten

Mir fiel auf, dass sich meine Anstrengung und die Schmerzen verstärken, wenn meine Aufmerksamkeit auf sie gerichtet ist. Wenn ich daran denke, wie viele Kilometer noch vor mir liegen, möchte ich am liebsten sofort stehen bleiben und einfach ganz langsam nach Hause schlendern. Die Lösung für das Widerstandsproblem lag also auf der mentalen Ebene. Ich übte konsequent beim Laufen meine Aufmerksamkeit auf andere Aspekte zu richten. Denn trotz der Widrigkeiten hat das Laufen lustvolle Komponenten: die Bewegung an der frischen Luft, meinen Körper in Aktion zu spüren und in der Natur zu sein. Ich halte meine Aufmerksamkeit konsequent hierauf fokussiert.

Zusätzlich aktiviere ich das „Klare Sehen“. Was das ist und wie es funktioniert, habe ich bereits in diesem Artikel beschrieben. Hierbei kommen meine Gedanken fast völlig zur Ruhe. Ich löse mich in dem auf, was gegenwärtig ist. Innen und Außen verschmelzen. Da ist zwar immer noch Anstrengung, da sind Schmerzen und Widerstand, es sind jedoch nicht mehr meine. Das Laufen geschieht einfach. Ich erlebe manchmal, dass ich mich am Ende meiner Runde wundere, dass ich schon zurück bin.

Gegenwärtig laufe ich dreimal in der Woche zwischen 8 und 12 km und es macht mir großen Spaß. Durch den Trainingseffekt wird es immer leichter. Der Trick, meine Aufmerksamkeit absichtlich zu steuern und auf bestimmte Aspekte zu richten, empfinde ich auch in vielen anderen Lebensbereichen als extrem hilfreich.

Erfahre, was mit moderner Psychotherapie möglich ist!

Ulrich Heister