Intervallfasten: Bringt das eigentlich wirklich so viel, wie oft behauptet wird – und wenn ja was? Ist das für mich machbar? Wie passt das Fasten in den Zweiklang von gesunder Seele und gesundem Körper? – Ein Bericht aus fachlicher Sicht und ganz persönlicher Erfahrung.

Neben der Arbeit am Bewusstsein trägt auch die Gesunderhaltung des Körpers entscheidend zur Lebensqualität bei. Zwei Hauptbereiche spielen hierbei die größte Rolle: Zum einen die Bewegung,  zum anderen die Ernährung. Intervallfasten ist eine sehr wirkungsvolle Methode, die fast ohne Aufwand viel Nutzen für Gesundheit und Fitness bringt, zumal die bisherige Art sich zu ernähren, weitgehend beibehalten werden kann. In diesem Beitrag beleuchte ich nicht nur aus fachlicher Sicht die Vorteile des Intervallfastens, sondern berichte auch ganz persönlich von meinen Erfahrungen damit.

Sind Sie wirklich bereit, sich gesund zu erhalten?

„Natürlich will ich mich gesund erhalten!“ – Das würden wohl die meisten Menschen spontan sagen, aber die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Wer bewusst etwas an der Ernährung ändern will, braucht zunächst natürlich die Bereitschaft, sich gesund erhalten zu wollen. Sehr viele Menschen interessieren sich vordergründig dafür, haben jedoch unbewusste Bewusstseinsmuster, mit denen sie sich selbst schädigen. Wer sich ungesund ernährt, raucht, viel Alkohol trinkt, Drogen nimmt oder sich selbst auf irgendeine andere Art in Gefahr bringt oder vergiftet, braucht sich zunächst um das Intervallfasten noch gar nicht zu kümmern. In solchen Fällen gibt es andere Baustellen, die zuerst bearbeitet werden müssen.

Ein Muster, das ein selbstschädigendes Verhalten hervorruft, könnte zum Beispiel der unbewusste Wunsch nach Selbstbestrafung sein. Ebenso auch ein Gefühl der Minderwertigkeit oder das Empfinden falsch zu sein. Depressionen oder Dissoziation sorgen für eine gedämpfte Selbstwahrnehmung. Für die Betreffenden müssen die Reize stark sein, damit sie tatsächlich wahrgenommen werden können. Manche Menschen verletzen („ritzen“) sich selbst, um überhaupt etwas zu spüren. Doch auch die Neigung zu viel und ungesundem Essen, zu starken Genussmitteln kann die gleiche Ursache haben.

Selbstschädigendes Essverhalten kann aber auch auf einem sehr konservativen Weltbild mit starren Mustern und festen Glaubenssätzen beruhen:  „So essen wir schon immer.“ „Viel Fleisch gehört zum Essen dazu.“ „Ohne ein ordentliches Frühstück kann ich den Tag nicht beginnen.“

Kurz gesagt: Ein unglückliches oder auch unreflektiertes Leben führt in der Regel zu selbstschädigendem Verhalten. Dessen Ursachen sollten zuerst gefunden und behoben sein, bevor es überhaupt wirklich lohnend ist, sich mit Intervallfasten zu befassen. Das bedeutet nicht, dass du nicht sofort damit anfangen kannst, deine Ernährung umzustellen – aber es wird leichter und trägt besser zu deinem guten Lebensgefühl bei, wenn du insgesamt deine Themen klärst.

Wie das Intervallfasten funktioniert

Es gibt verschiedene Formen des Intervallfastens, das auch intermittierendes Fasten genannt wird.

Die 5/2-Regel: Bei dieser Form, wird an zwei Tagen in der Woche (manche nehmen auch jeden zweiten Tag) nicht gegessen, oder es werden maximal 500 Kilokalorien konsumiert.

Die 16/8-Regel: Hier ist die Zeit der Nahrungsaufnahme an jedem Tag auf maximal acht Stunden begrenzt. 16 Stunden lang wird nichts gegessen. Manche Menschen verkürzen oder verlängern das jeweilige Zeitfenster, essen also in einem kürzeren oder längeren Zeitraum nichts. Ist die Phase ohne Nahrungsaufnahme allerdings zu kurz, kann man nicht mehr vom Fasten sprechen. Allerdings scheint es insgesamt auf jeden Fall gesünder zu sein, zwischen Mahlzeiten längere Esspausen zu machen, als über den ganzen Tag verteilt immer wieder Kleinigkeiten zu essen. Der Magen-Darm-Trakt und der gesamte Organismus brauchen solche deutlichen „Leerzeiten“, um sich zu erholen und zu regenerieren.

Den Beginn und das Ende der Phasen kannst Du selbst festlegen. Die zweite Variante ist auch für Menschen geeignet, die generell gerne mittags und später abends essen möchten. Leichte Abweichungen von der Regelzeit schaden nicht. Das kann man ja an anderen Tagen ausgleichen.

Wie ich das Intervallfasten praktiziere

Ich esse in der Regel von 10 bis 18 Uhr. Wenn wir beispielsweise abends eingeladen sind, beginne ich manchmal erst um 12 Uhr und darf bis 20 Uhr etwas essen. Steht früher am Morgen ein wichtiger Termin an, etwa ein  Vortrag, den ich nicht auf nüchternen Magen und mit niedrigem Blutzucker halten will, fange ich früher an und höre früher am Nachmittag auf. Das funktioniert sehr gut. Für mich ist es wichtig, entspannt und flexibel zu bleiben, und mich nicht zum Sklaven eines Essprogramms zu machen. Im Sinne eines gesunden, ausgeglichenen Bewusstseins ist das sogar viel zielführender als die minutengenaue Beachtung.

In meinem Nahrungsaufnahme-Zeitfenster esse ich, was ich möchte. Ich ernähre mich nicht kalorienreduziert. Allerdings achte ich seit jeher auf eine gesunde, abwechslungsreiche und zugleich genussvolle Ernährung mit viel Gemüse und Ost. Ich esse aber auch Brot mit zum Beispiel Käse. Fleisch esse ich nur ganz, ganz selten ­– vielleicht alle paar Monate. Auch „Ungesundes“, wie Schokolade oder Chips oder mal ein Stück Kuchen versage ich mir nicht grundsätzlich, nehme es aber auch nicht im Übermaß zu mir. Denn natürlich gilt auch beim Intervallfasten, dass eine gesunde Ernährung besser ist. Genuss gehört aber zur Lebensqualität dazu. In den Fastenphasen esse ich gar nichts. Getränke sollten keine Nährstoffe enthalten. Wasser, schwarzer Kaffee oder ungesüßte Tees sind erlaubt.

Intervallfasten kann Erstaunliches bewirken

Zum Intervallfasten gibt es viele interessante Beobachtungen und Erfahrungsberichte, die durchweg positiv sind. Schädliche Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt. Lediglich Menschen mit Störungen im Essverhalten könnten durch das Intervallfasten verleitet werden, sich fehlzuernähren oder die Störung zu verstärken. Hier ist zunächst eine Behandlung der Störung unerlässlich.

Grundsätzlich ist es umso besser, je früher das Intervallfasten im Leben begonnen wird. Paradoxerweise hat sich im Tierversuch, sowohl bei einfachen Organismen (Einzellern) und bei Mäusen gezeigt, dass eine generelle Nahrungsreduktion das Leben verlängert. Dazu muss der Mensch keinen Dauerhunger erleiden, es reichen Fastenphasen. Das leuchtet ein, denn ein Körper, der ständig mit Nährstoffen überflutet ist, hat nicht die dringende Notwendigkeit und auch nicht die Kapazitäten, die vorhandenen Stoffe, wie geschädigte oder alte Zellen, fehlerhafte Biomoleküle oder Stoffwechselprodukte zu recyceln und so aus dem System zu eliminieren. Er bekommt ja ständig Nachschub, der verarbeitet werden muss.

Die Körperzellen werden durch das Intervallfasten widerstandsfähiger. Das Gleichgewicht von aufbauenden und abbauenden Prozessen im Körper verbessert sich. Bei Ratten reduzierte sich die Gefahr an Krebs zu erkranken. Die Selbstheilungskräfte wurden gestärkt und die Überlebenswahrscheinlichkeit nach schweren Operationen stieg. Zudem reduzierten sich die Symptome von Diabetes und altersbedingten Krankheiten, wie Alzheimer – selbst dann, wenn die Erkrankung schon eingetreten war.

Beim Menschen wurde beobachtet, dass Intervallfasten zu einer Gewichtsreduktion führt. Dieser Effekt bleibt natürlich aus, wenn während der Essensphasen mehr Energie zugeführt wird als insgesamt verbraucht wird. Die Energiebilanz gilt natürlich auch hier immer noch. In der Regel reduziert sich allerdings die Energieaufnahme, denn es steht weniger Zeit zum Essen zur Verfügung. Auch in den Essensphasen gilt: Satt ist satt. Die Ernährungsweise wird bewusster und gelegentliche Snacks zwischendurch werden weniger. Auch das Sättigungsgefühl ist klarer wahrnehmbar und es wird nicht so leicht über den eigentlichen Bedarf hinaus gegessen.

Positive Wirkungen bei vielen Erkrankungen

Allgemein wurde auch festgestellt, dass sich der Blutzucker- und Insulinspiegel normalisieren. Das hat viele positive Wirkungen, zum Beispiel bei Hormonstörungen, Depressionen, Hautproblemen, chronischen Entzündungen und bei Krebs. Intervallfasten kann also jede Therapie – ob medikamentös oder Psychotherapie – sehr unterstützen. Es wurde auch die Normalisierung des Blutdruckes und des Cholesterinspiegels beobachtet. Auch der oxidative Stress für die Zellen vermindert sich, was unter anderem das Nervensystem schützt und die Erbsubstanz in den Zellkernen.

Wenn du Vorerkrankungen hast, versteht es sich natürlich von selbst, dass du – wenn du mit dem Intervallfasten beginnen möchtest – erst ärztlichen Rat einholst. Dies gilt insbesondere für Erkrankungen, bei denen Rhythmus der Nahrungsaufnahme wichtig ist, beispielsweise Diabetes.

„Das könnte ich nie!“

Wenn ich mit Menschen über das Intervallfasten spreche, dann sagen sie oft Sätze wie: „Das könnte ich nie!“ oder „Ich brauche unbedingt morgens eine Mahlzeit.“ oder „Abends ist unsere Hauptmahlzeit mit der Familie, darauf will ich nicht verzichten.“ Ich fand tatsächlich vorher die Vorstellung auch schwieriger, als es nachher tatsächlich für mich war.

Jeder sollte für sich selbst herausfinden, was funktioniert: welche Zeiten, welches Zeitfenster, undsoweiter. Du kannst ja auch erst einmal mit einer kürzeren Essenspause anfangen. Wenn du es schaffst, einige Tage in der Woche in Intervallen zu fasten, ist das besser, als gar nicht erst anzufangen. Setze dich nicht selbst unter Druck – davon hast du vielleicht im Alltag ohnehin schon mehr als genug – sondern gehe spielerisch heran.

Für viele Menschen ist es sehr hilfreich, mit dem Intervallfasten im Urlaub zu beginnen, weil sie dann Ruhe und Muße haben und nichts leisten müssen. Andere legen gerade im Urlaub immer eine „Intervallfasten-Pause“ ein, weil das Essensprogramm im Hotel oder das Reiseprogramm es nicht so einfach macht oder sie dann keinen Einschränkungen unterliegen wollen.

Finde es selbst heraus. Vielleicht motivieren dich ja auch meine ganz persönlichen Erfahrungen, es einmal selbst auszuprobieren.

Was das Intervallfasten bei mir bewirkt

Sieben Kilo weniger in wenigen Monaten

Auf mich selbst hat das Intervallfasten in vielerlei Hinsicht eine positive Wirkung. Die auffälligste war, dass ich innerhalb weniger Monate sieben Kilogramm abgenommen hatte, ohne meine sportlichen Aktivitäten zu verstärken.

Mehr Genuss und Freude am Essen

Als weiteren großen Gewinn empfinde ich, dass das Essen für mich wieder ein größerer Genuss ist. Vorher habe ich immer etwas gegessen, sobald ich einen kleinen Appetit verspürte. Das heißt, ich war immer satt und der Appetit war gestillt. Dadurch fand ich das Essen recht normal und nicht besonders lustvoll. Das hat sich geändert. Oft stellt sich später am Abend wieder Appetit ein. Doch diesem gebe ich nicht nach. Im Gegenteil: Ich freue mich umso mehr auf den nächsten Tag, wenn sich wieder mein Fenster öffnet, in dem ich wieder essen kann. Dieses Essen schmeckt dann sehr intensiv und ist sehr befriedigend.

Wesentlich besserer Schlaf

Die größte Umstellung war für mich, dass es am Abend keine Knabbereien mehr gab. Nicht beim gemütlichen Zusammensitzen und auch nicht beim Serien- oder Filmegucken. Das war zunächst sehr ungewohnt. Aber durch die Vorteile, die ich durch das Intervallfasten habe, ist es kein Verzicht. Zu den großen Vorteilen zählt, dass ich wesentlich besser schlafe. Mit leerem Magen ins Bett zu gehen ist sehr wohltuend, das Einschlafen geht schneller und der Schlaf ist tiefer.

Gewicht im Alltag mühelos halten

Ich habe früher schon öfter gefastet, aber dann am Stück. Ein bis zwei Wochen habe ich dann gar nichts gegessen, einmal auch 42 Tage. Die Wirkung davon war immer sehr großartig. Das Gefühl der Leichtigkeit und der Unabhängigkeit ist unbeschreiblich. Natürlich habe ich in diesen Phasen ohne Nahrung immer kräftig abgenommen, wobei sich allerdings nach einer gewissen Zeit mein Gewicht immer wieder normalisiert hatte. Beim Intervallfasten bleibt die Gewichtsabnahme jedoch erhalten, da diese Ernährungsweise in den Alltag integriert ist.

Gefühle umbewerten

Mir hilft es beim Intervallfasten sehr, dass ich das Hungergefühl oder den Appetit umbewertet habe. Vorher waren diese Gefühle unerwünscht, und ich wollte sie immer möglichst schnell loswerden und ihnen nachgeben. Ich wollte sie nicht fühlen und dachte, dass ich etwas essen muss. Ich war aus  meiner Kindheit so konditioniert, und alle anderen schienen es auch so zu machen. Es war normal. Heute empfinde ich anders. Appetit und Hunger können da sein. Es sind einfach nur Empfindungen, wie viele andere auch, beispielsweise das Empfinden meiner Kleidung auf der Haut. Ich brauche nicht etwas gegen sie zu unternehmen, sie können einfach da sein. Sie können sich sogar angenehm anfühlen. Das erleichtert es mir natürlich enorm, dem Intervallfasten konsequent zu folgen. Zum Umbewerten gibt es sehr schöne und einfache Methoden.

Alles wird leichter

Mich bewusst zu ernähren ist ein Teil, der viel zu meiner Lebensqualität beiträgt. Der andere ist, eine gute Kondition und Muskeln zu haben und beweglich zu sein. Alltägliche Verrichtungen fallen leichter und der Körper kommt nicht so leicht an seine Grenzen. Dazu bewege ich mich. Früher im Schulunterricht wurde mir Sport vermiest. Ich fand mich auch nie besonders sportlich. Doch begann ich vor etwa 20 Jahren, morgens einige Minuten lang Körperübungen zu machen. Seit sechs Jahren laufe dreimal in der Woche: kurzen Strecken zu Anfang, heute sind zwischen acht und 15 km pro Lauftraining.

Was ich dir empfehle, wenn du das Intervallfasten ausprobieren möchtest

Hat dieser Beitrag etwas bei dir bewegt? Hat er dich motiviert, selbst einmal über das Intervallfasten nachzudenken und es auszuprobieren? Ich weiß, Empfehlungen bringen nichts. Dass eine gesunde Ernährung und Bewegung gut für die Gesundheit sind, ist eine Binsenweisheit, die an sich meistens noch nichts auslöst. Wenn du dir ein gutes Körpergefühl, mehr Lebensqualität und echten Genuss wünschst, fange mit Intervallfasten und Bewegung an. Das bringt dich auch mit dir selbst und deinem Körper in Verbindung. Falls Du bemerkst, dass du einige mentale oder emotionale Widerstände spürst oder grundlegende Themen hast, die dich hindern, melde dich gerne bei mir. Ich kenne einfache Mittel, mit ihnen umzugehen und sie aufzulösen – egal, wie unüberwindlich sie scheinen.

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Erfahre, was mit moderner Psychotherapie möglich ist!

„Werde die beste Version deiner selbst“: eine Aufforderung, die in den sozialen Netzwerken allgegenwärtig ist. Viele Coachs bieten auf ihren Websites, auf Facebook oder YouTube ihre Unterstützung bei der Selbstoptimierung an. Auch viele meiner Klienten äußern in den Therapiesitzungen diesen Anspruch an sich selbst. Tatsächlich kann das aber gar nicht funktionieren. Die Absicht trägt den Grund dafür bereits in sich, denn sie stellt selbst einen Widerspruch dar: Wer will hier die beste Version von wem erschaffen? Bemerkst du die ungesunde Spaltung? In diesem Artikel erfährst du, warum Selbstoptimierung die Möhre ist, hinter der der Esel herläuft, und worauf es wirklich ankommt.

„Mach was aus Dir!“

„Mach was aus Dir!“ Hat das auch zu dir schon einmal jemand gesagt? Dieser Befehl ist typisch für unsere leistungsversessene Gesellschaft mit dem Streben nach ewigem Wirtschaftswachstum. Schon unser Schul- und Ausbildungssystem ist letztlich darauf ausgelegt, uns zu Konsumenten zu machen, die sich als winziges Rädchen im kapitalistischen Weltmonopoly mitdrehen und ihr Leben Unternehmen verschreiben, die es ihnen kaum danken.

Es erscheint uns ganz normal, dass die Welt so ist und dass wir alle Karriere machen wollen. Doch die Illusion, dass das Leben umso schöner wird, je mehr wir von dem Konsumkuchen abbekommen und je mehr wir unseren Status ausbauen, zerplatzt in dem Moment, in dem der Burnout, die Depression, Zwänge oder Ängste sich melden. Was ist da nur schief gelaufen? Wir sind schon als Kinder darauf ausgerichtet worden, dass wir etwas aus uns selbst machen müssen. Die wenigsten Menschen kommen auf die Welt und werden einfach um ihrer selbst willen angenommen und geliebt. Die Eltern sind meist schon im Leistungsdenken gefangen und Teil der Bedeutungsmaschine.

Das Kind als Projekt der Eltern

Der Trend, dass Eltern ihre Kinder als ihr persönliches Projekt ansehen, verstärkt sich immer mehr. Es kommt nicht einfach ein Mensch auf die Welt, der sich in Verbindung mit den Eltern selbst erprobt und sich zu einem selbstbewussten, selbstdenkendem, empathischen und vertrauensvollen Erwachsenen entwickelt. Nein, es wird ein Wesen geboren, das es zu optimieren gilt. Mit neuen gentechnischen Verfahren wird das in Zukunft sogar schon vor der Zeugung möglich sein.

Der Mensch, der das Licht der Welt erblickt, wird, so ist mein Eindruck, den ich in vielen Sitzungen gewonnen habe, nicht als vollständiger Mensch betrachtet, der nur lernen muss, seine Fähigkeiten zu entfalten und sich in der Welt zurechtzufinden. Er wird zu einem Objekt gemacht. Alleine diese Haltung der Eltern erzeugt in dem kleinen Wesen einen riesigen Schmerz. Denn dies ist nicht möglich, ohne dass die Eltern die liebevolle und annehmende Verbindung zu ihm unterbrechen. Wichtiger als dieses subjektive Wesen und seine tatsächlichen Gefühle und Bedürfnisse sind die Ziele, die die Eltern mit ihm erreichen wollen.

Die Selbstverleugnung

Sowohl ein zu geringes, als auch ein zu vereinnahmendes Interesse der Eltern führen bei dem Kind zu dem Empfinden, dass etwas an ihm falsch sei. Es versucht, den Eltern gerecht zu werden und passt sich an die Gegebenheiten an. Dazu muss es sich selbst verleugnen. Es spaltet Teile von sich selbst ab, weil sie nicht erwünscht sind. Ein Kind, das tagträumt oder sich mit scheinbaren Banalitäten befasst, kann ja nicht gut lernen und funktionieren. Das Lebensgefühl falsch zu sein trägt es sein ganzes Leben mit sich herum.

Kein Wunder, dass sich irgendwann Depressionen, Zwänge, Ängste oder ein Burnout zeigen. Diese werden dann als Erkrankung oder Zusammenbruch bezeichnet. Das ist jedoch grundfalsch. Die Erkrankung entstand schon im Kindesalter, und der Zusammenbruch der Persönlichkeit fand ebenfalls oft bereits vor Jahrzehnten statt. Nun ist das System der Betroffenen nicht mehr in der Lage das falsche Spiel mitzuspielen. Die „Erkrankung“ ist eigentlich die Chance zur Rettung aus der jahr(zehnte)langen Selbstverleugnung. Sie zwingt dazu, sich sein eigentliches Leiden anzusehen und eine eigenständige Persönlichkeit zu bilden.

Selbstoptimierung ist nicht der Weg

Wer in solch einer Situation nun meint, sich selbst weiter optimieren zu müssen, geht genau jenen eigenen schädlichen Mustern in die Falle, die das Problem auslösten. Du siehst dich selbst als fehlerhaft an, weil du findest, dass du krank bist oder ein Problem hast. Du meinst diese Fehler reparieren zu müssen. Nochmal: Die Depressionen, der Zwang, die Ängste oder der Burnout ist nicht die Erkrankung. Die eigentlichen Ursachen sind viel älter und sind dir meistens gar nicht bewusst.

Die Motivation, eine bessere Version von sich selbst zu erschaffen, kommt  in der Regel von außen. Denn du befasst dich damit, wie andere dich sehen sollen, statt in die Kraft deiner eigenen Persönlichkeit zu kommen. Auch wenn du denkst, dass du derjenige seiest, der dies will, überprüfe, woher diese Idee wirklich kommt. Fast immer liegen unseren Überzeugungen und Werte Ideen zu Grunde, die wir in der Kindheit aus unserer Umgebung aufgenommen haben. Der Wunsch, eine bessere Version von dir selbst zu sein, ist also letztlich wieder eine solche Anpassung an andere. Er ist Teil des Wunsches angenommen und geliebt zu werden. Doch solange du auf den Zuspruch von außen angewiesen bist, bist du manipulierbar und nicht du selbst.

Die Arbeit an den Symptomen verstärkt das Problem

Der Grund für deine Anpassung liegt in einem Mangel an ungetrübter Zuneigung und Annahme, den du irgendwann als Kind empfunden hast. Du hast nicht die bedingungslose Aufmerksamkeit und Verbindung erlebt, die dir zustanden. Dieses Gefühl des Mangels und die Idee, dass mit dir etwas nicht stimmt, zwangen dich dazu, dich deiner Umgebung unterzuordnen. Du musstest Teile von dir selbst verleugnen: zum Beispiel deine Gefühle oder Bedürfnisse, denn jemand anders hat die Deutungshoheit darüber an sich gerissen, und du musstest folgen.

Genau das haben wir alle mehr oder weniger stark erfahren. Das ist fast unserer gesamten Gesellschafft immanent. Wir alle tragen die Folgen davon in uns. Wir leben eben nicht in einer idealen Welt mit idealen Menschen. Wenn Du nun deine Anpassung weiter vorantreiben willst, weil du denkst, dass dadurch deine Probleme verschwinden, bist du auf dem Holzweg. Es hat damals funktioniert, als du klein warst, und du denkst, das funktioniert weiterhin. Das ist falsch, denn du bist nicht mehr klein. Heute hast du ganz andere Möglichkeiten und Fähigkeiten. Deine Lösungen von damals, die bestimmte Verhaltensprogramme in dir hervorgerufen haben, sind nicht mehr zeitgemäß. Du musst – und kannst! – sie ändern.

Was tatsächlich zu tun ist

Bist du mit deinem Leben, dir selbst oder deinem Beruf unzufrieden? Dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass du früher fremdgesteuerte Entscheidungen gefällt hast. Du hast nicht aus deinen eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Interessen heraus gehandelt. Vielmehr hast du aus deiner Anpassung heraus versucht, die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Das ist auch nicht falsch, wie du jetzt vielleicht denken könntest. Es war früher einmal deine Lösung dafür, deine eigenen inneren Konflikte und die mit deiner Umgebung zu handhaben. Das war geschickt und erforderlich. Doch die Lösungen eines Kindes passen nicht in das Leben eines Erwachsenen. Du stößt an Grenzen und beschränkst dich selbst.

Die Folge davon ist, dass du nun innere Zustände erfährst, unter denen du leidest: Gereiztheit, Erschöpfung, Beziehungsprobleme, Ängste, Zwänge, Depression, Burnout oder gar psychogene Erkrankungen. Es mag dir so erscheinen, dass diese Zustände nur schwer zu lösen seien. Doch das ist nicht so. Moderne Therapiemethoden bieten sehr gute Ansätze, die wirklichen Ursachen zu finden und aufzulösen. Probleme, die du hast, liegen in der Regel auf der emotionalen Ebene. Deshalb müssen sie auch auf dieser Ebene bearbeitet werden. Klassische Therapien bringen hier häufig nicht den gewünschten Erfolg. Sie versagen selbst nach längerer Dauer und vielen Sitzungen, wie ich immer wieder von Klienten höre – weil sie zu sehr auf der Verstandesebene bleiben.

Was du für dich selbst tun kannst

Der Wunsch nach Selbstoptimierung entstammt grundsätzlich einem Mangelempfinden. Du hast möglicherweise den Eindruck, dass dir etwas fehlt, du nicht gut genug bist oder andere nicht gut über dich denken. Du rennst der Möhre hinterher und erhoffst dir Anerkennung, Bestätigung oder Zuneigung von anderen. Doch wie der Esel die Möhre niemals erreicht, so wirst du auf diese Weise auch niemals das Gewünschte fühlen.

Besinne dich auf dich selbst. Mache dir klar, was dich ausmacht, was deine Fähigkeiten und Qualitäten sind, die du jetzt schon hast. Lasse es zu, deine eigene Kraft zu spüren. Spüre die Fülle, in der du bereits jetzt lebst. Frage dich: Was fehlt mir genau jetzt? Dann wirst du feststellen, dass du tatsächlich alles hast, was du brauchst.

Ändere deine Haltung: vom empfundenen Mangel zur Fülle. Lass andere an deiner Fülle teilhaben. Du wirst sehen, dass sich dein Leben und wahrscheinlich auch deine berufliche Tätigkeit ganz grundlegend ändern. Du bestimmst, wer du bist. Du bist die entscheidende Instanz deines Lebens. Alles andere fügt sich dann von selbst.

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So klappt eine liebevolle und stabile Beziehung

Wünschst Du Dir eine Beziehung, die viele Jahre oder sogar bis zum Lebensende hält? Was ist wichtig, damit eine Partnerschaft stabil bleibt? Eine Beziehung durchzuhalten kann hart sein. Manchmal scheint es leichter, sich zu trennen und mit jemand anderen neu anzufangen. Doch der Preis, den Du hierbei zahlst kann hoch sein. Dieser Artikel gibt Dir Antworten, was wichtig für eine erfüllende und stabile Beziehung ist. (Er ist der Lesbarkeit wegen in der männlichen Form geschrieben, alle Geschlechter sind jedoch im gleichen Maß angesprochen.)

Warum sollte eine Partnerschaft überhaupt über Jahre halten? Man kann doch den Partner wechseln, wenn es nicht mehr richtig läuft, oder? Klar kann man das. Und für junge Menschen ist es wichtig, mehrere Partner intensiv und intim kennenzulernen. Die Erfahrungen hieraus können dann die späteren Partnerschaften nachhaltig festigen. Irgendwann stellt sich jedoch nach mehreren Beziehungen und Erfahrungen mit verschiedenen Partnern oft Unzufriedenheit ein. Immer wieder müssen wir von vorne anfangen und wir bekommen nicht das, was wir uns eigentlich wünschen. Der Wunsch nach etwas Verbindlichem, etwas, dass uns etwas bedeutet, wird größer.

Bindung erfahren

Ein ganz elementares menschliches Grundbedürfnis ist die Erfahrung von Bindung. Da Menschen soziale Wesen sind, wollen sie nicht allein sein. Wir wollen dazugehören. Natürlich kann eine tiefe Bindung auch über eine intensive Freundschaft erlangt werden, doch das ist eher selten. Die meisten Menschen spüren eine gewisse Sehnsucht danach, sich an einen Partner zu binden.

Das Nervensystem steuert aufgrund seiner evolutionären Ausprägung mit den Hormonen unsere Bedürfnisse. Es ist darauf angelegt, uns als Individuum, aber auch als Menschheit zu bewahren. Daher möchten wir uns paaren. Zum einen natürlich, um die Art zu erhalten. Unsere Entwicklungsgeschichte hat uns aber auch gelehrt, dass wir es  mit anderen zusammen leichter haben, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Diese Grundprägung wirkt in allen von uns. Dabei ist es heute jedoch aufgrund unserer Gesellschaftsstruktur und den wirtschaftlichen Bedingungen so leicht ist wie nie, als Einzelwesen zu überleben.

Der Wunsch nach einer festen Beziehung

Die wirtschaftliche und soziale Freiheit, die wir genießen, ermöglicht jedem seinen eigenen Weg zu finden und die Beziehungsform frei zu wählen, die zu ihr oder ihm passt. Das gibt Raum zu experimentieren und sich selbst zu erproben, was natürlich auch herausfordernd und verwirrend sein kann. Aus dem Bedürfnis nach Stabilität und Sicherheit entwickeln die meisten einen Wunsch nach einer festen Beziehung.

Irgendwann geht es uns einfach auf den Keks immer wieder neu anzufangen. Den anderen immer wieder neu kennenzulernen, die Parameter der Beziehung neu abzustimmen und in immer wieder neue Fettnäpfchen zu treten. Es kommt der Zeitpunkt, da wollen wir es ruhiger angehen. Unser Gehirn mag zudem zu viel Aufregung auf Dauer aus ökonomischen Gründen nicht, denn der Energiebedarf ist dann so hoch, dass es den größten Teil des Blutzuckers verbraucht. Und wir treten irgendwann in eine Lebensphase, in der andere Lebensschauplätze viel Energie fordern, dann soll nicht auch noch die Beziehung anstrengend sein.

Wir möchten Vertrauen, Vertrautheit und größere Tiefe erlangen. Wir möchten uns fallen lassen und uns in die Beziehung hineinentspannen. Sie soll uns stärken und unterstützen, statt aufzuregen und Ressourcen zu kosten. Dazu brauchen wir natürlich einen passenden Menschen. Je mehr Du dabei mit Dir selbst in Verbindung bist, zu Dir selbst stehst und idealisierte romantische Vorstellungen fallen lässt, umso leichter hast Du es, einen Partner zu finden.

Tipp #1: Serien und Spielfilme sind kein gutes Vorbild

Ich beobachte in Sitzungen mit meinen Klientinnen und Klienten oft, dass sie romantische Vorstellungen von Liebe und Beziehung haben, die recht realitätsfern ist. Oft sind sie von Romanen, Serien und Filmen beeinflusst zu sein. Doch wir bewegen uns nicht in dieser Plastikwelt. Eine realistische und funktionierende Beziehung gibt es nur in der Realität. Kopien von Filmszenen und das Nachsprechen von Phrasen funktionieren nicht. Daher lass Deine zuckersüßen Träume und rosaroten Vorstellungen ziehen und schau Dich selbst realistisch an. Du höchstpersönlich bist hier gefragt. Was willst Du wirklich? Wozu bist Du tatsächlich in der Lage? Was bist Du bereit zu geben und aufzugeben? Was sind Deine wahren Bedürfnisse? Vergiss dabei Dinge, die auf Status oder Äußerlichkeiten beruhen. Nur eine innige Beziehung kann auf Dauer halten und die lässt sich nicht auf Fiktion gründen.

Tipp #2: Sei Du selbst, von Anfang an

Viele versuchen zum Anfang einer Beziehung oder zu deren Anbahnung einen besonderen Eindruck zu hinterlassen. Sie brezeln sich auf, verhalten sich anders als sonst und versuchen im besten Licht zu erscheinen. Diese vorgespielten Identitäten lassen sich jedoch nicht über Monate oder gar Jahre aufrechterhalten. Irgendwann scheint Deine wahre Natur durch und wird sichtbar. Das kann leicht zu Enttäuschungen und Konflikte führen und eine baldigen Trennung mit sich bringen. Daher sei von Anfang an Du selbst. Versuche nicht jemanden darzustellen, der Du nicht bist, denn hierbei ist die Gefahr groß, dass Dein Gegenüber nicht der- oder diejenige ist, der/die zu Dir passt. Menschen, die sich echt zeigen, mit ihren Makeln und Schwächen finden eher einen passenden Partner. Niemand ist perfekt. Das braucht natürlich Mut und Selbstehrlichkeit, doch so ziehst Du Menschen an, die Dir entsprechen und mit denen Du eine authentische Beziehung führen kannst.

Tipp #3: Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es meiner Beobachtung nach jedoch nicht immer: Sei gegenüber Deinem Partner immer respektvoll. Akzeptiere seine Schwächen und schätze ihn so, wie sie/er ist. Dies sollte die Grundlage eurer Beziehung sein. In einer Beziehung gibt es Krisen oder Streit, da kann das schon mal sehr schwer fallen, dies aufrecht zu erhalten. Es sollte jedoch euer Konsens sein, zu dem Ihr nach oder während einer Auseinandersetzung möglichst schnell wieder zurückfinden könnt.

Aufgrund von antrainierten Verhaltensweisen neigen manche Menschen dazu, Macht und Kontrolle auszuüben, um ihre eigenen Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Auch in Beziehungen. Dabei manipulieren Sie den Partner dazu, Dinge zu tun oder nicht zu tun oder sich in einer gewünschten Weise sich zu verhalten. Das ist tödlich für eine Beziehung und respektlos. Wenn Du das tust, bist Du nicht in der Lage, Deinen Partner so anzunehmen, wie er ist. Du merkst es daran, dass Du ihn oft kritisierst, keine herzliche Verbindung zu ihm fühlst, Dich über seine Wünsche hinwegsetzt oder ihn gar abwertest. Diese Verhaltensweisen solltest Du unbedingt bearbeiten und ablegen.

Tipp #4: Habt keine Geheimnisse voreinander

Jeder Mensch braucht seine Privatsphäre und seinen Freiraum. Auch in einer Beziehung. Es ist wichtig, manchmal die Türe hinter sich zuzumachen und für sich selbst zu sein. Hier können wir Kraft schöpfen, unsere Dinge ordnen und uns selbst definieren. Was in dieser Sphäre geschieht dürfte Dein Partner erfahren, muss er aber nicht. Hast Du jedoch Geheimnisse, von denen Dein Partner auf keinen Fall erfahren darf oder Du denkst, dass es Dich beschämt würde, falls er davon erfährt, dann besteht Handlungsbedarf.

Diese Geheimnisse sind Anteile Deiner Persönlichkeit, die Du verbirgst und die Du der Beziehung vorenthältst. Sie beschädigen so die Verbindung, denn Du klammerst absichtlich Anteile von Dir aus. Das schafft Distanz. Die Beziehung kann jedoch nur dauerhaft funktionieren, wenn Du Dich vorbehaltslos anvertrauen kannst. Das ist ja schließlich Sinn einer Beziehung, einen bedingungslosen Rückhalt und Rückzugsort zu haben, der Dich stärkt und in dem Du schwach und fehlerhaft sein darfst.

Hast Du ein Geheimnis vor Deinem Partner, Deiner Partnerin? Dann solltest Du Deinem Mut zusammen nehmen und Dich offenbaren. Das muss nicht sofort sein. Bereite Dich vor. Wenn Du Ängste hast, die damit verbunden sind, sprich zuerst mit Deinem Partner über diese Ängste. Bereite so auch Deine Partnerin oder Deinen Partner darauf vor. Es kann gut sein, dass das, was Du mitzuteilen hast gar nicht so schlimm empfunden wird. Es kann aber auch sein, dass eure Beziehung einer schweren Prüfung unterzogen wird. Es ist auf jeden Fall besser sich zu offenbaren und das Geheimnis aufzudecken. Du wirst die Last los. Etwas, das euch auf Distanz hält fällt weg und eure Beziehung wird inniger.

Du kannst gegebenenfalls auch überlegen, einen Freud, der euch beiden gleich nah steht, um Hilfe zu bitten. Es gibt auch Beziehungscoachs oder Therapeuten, die helfen können. Besprich mit ihr oder ihm Deine Situation. Am wichtigsten ist es, Deine Bedenken und Ängste zuerst zu klären. Dann setzt ihr euch zu dritt zusammen.

Tipp #5: Redet miteinander

Sprachlosigkeit ist das Schwarze Loch einer Beziehung. Es saugt alles in sich auf, entzieht der Beziehung die Lebendigkeit, bis ihr nur noch nebeneinander her lebt und in Routinen erstickt. Beide wissen nicht mehr, was im anderen vorgeht und das Zusammensein basiert nur noch auf Vermutungen. Miteinander zu reden bedeutet, dass Du mitteilst, was Du erlebt hast, wie Du Dich fühlst, was Dir wichtig ist, was Du Dir wünschst, was Deine Bedürfnisse sind, worüber Du nachdenkst und was Dich beschäftigt. Aber auch: den anderen zu fragen, wie es ihm geht, wie er sich fühlt und so weiter. Du wirst staunen, wie gut das auf eure Beziehung wirkt. Benutzt auch häufig das Wort „wir“. Untersuchungen haben gezeigt, dass das die Verbundenheit stärkt.

Regelmäßige Paargespräche können extrem hilfreich sein. Dazu reserviert ihr euch wöchentlich einen festen Termin, um absichtsvoll miteinander zu reden. Dabei gibt es bestimmte Regeln zu beachten. Wie das genau geht kannst Du hier nachlesen.

Tipp #6: Berührt euch und schaut euch in die Augen

Im Laufe einer Beziehung und im Trubel es Alltages kann es leicht geschehen, dass Berührungen seltener werden. Dabei sind Berührungen so wichtig! Bei liebevollem Körperkontakt wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das in uns ein Gefühl der Verbundenheit und Fürsorglichkeit erzeugt. Das gleiche geschieht auch, wenn ihr euch länger, liebevoll in die Augen schaut. Also berührt euch oft, kuschelt miteinander, umarmt euch auch bei der Begrüßung und Verabschiedung, streichelt euch und seid nett zueinander. Schaut euch in die Augen!

Tipp #7: Erschafft eine gemeinsame Ausrichtung

Als Paar ist es sehr gut eine gemeinsame Ausrichtung zu haben, die über „wir wollen zusammen sein“ hinausgeht. Natürlich ist eine Paarbeziehung ein Projekt, das einige Arbeit erfordert. Vor allem, wenn ihr euch gar nicht darüber klar seid, was ihr eigentlich wollt. Habt ihr schon einmal bewusst eure Vorstellungen über eure Beziehung abgeglichen? Gemeinsame Ziele stärken eine Beziehung enorm. Wie ihr eine solche Ausrichtung erschaffen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Tipp #8: Immer wieder für die Beziehung entscheiden

Sich füreinander als Lebenspartner zu entscheiden oder gar bis zum Lebensende zusammen sein zu wollen, ist ein großes Vorhaben. Das ist kein Selbstläufer. Im Laufe der Jahren ereignen sich viele Veränderungen: persönliche, gesellschaftliche, berufliche und wirtschaftliche. Änderungen von Interessen und Wichtigkeiten, persönliche Entwicklungen, das Durchlaufen verschiedener Lebensphasen, Kinder, körperliche Veränderungen, einschneidende Ereignisse, Erfahrungen und Begegnungen, Krankheiten und so weiter stellen ziemliche Anforderungen an eure Beziehung.

Die Ereignisse und Veränderungen müssen aktiv in die Beziehung integriert werden. Gerade, wenn sie eher einen Partner betreffen, solltet ihr darüber reden. Wenn einer die Wandlungen des anderen nicht nachvollziehen kann, alleine, weil er keine Kenntnis davon hat, entsteht leicht eine Distanz, möglicherweise unbeabsichtigt. Werden solche Dinge absichtlich nicht geteilt, entstehen Geheimnisse, die, wie beschrieben, üble Wirkungen auf die Beziehung haben. Beide Partner müssen übereinander informiert blieben.

Es ist gut, wenn jede Veränderung und Entwicklung von beiden Partnern getragen wird. Gleichgültig, ob es kleine oder große Veränderungen sind, es steht immer wieder die Frage im Raum, wie sie sich auf die Beziehung auswirken und ob die Beziehung gar unter den neuen Bedingungen weitergeführt werden kann. Du musst Dich immer wieder neu für die Beziehung entscheiden. Dabei werdet Ihr euch immer wieder neu und in einer größeren Tiefe kennenlernen.

Tipp #9: Arbeitet an euch

Je persönlicher, tiefer und intimer eine Beziehung wird, desto tiefere Muster werden in Dir getriggert. Ich meine hierbei Muster, die definieren, wie Du fühlst, denkst, reagierst und handelst. Sie stammen in der Regel aus Deiner Vergangenheit und funktionieren manchmal gut, manchmal sind sie einfach nicht mehr passend. Das merkst Du daran, dass es Dir nicht gut geht. Du Dich verletzt fühlst oder überfordert, unsicher, verwirrt, orientierungslos, wütend, traurig und so weiter. Natürlich treten diese Gefühle immer wieder mal auf. Sie lösen sich in der Regel auf, wenn die Ursache geklärt ist.

Doch wenn Du beobachtest, dass die Gefühle immer wieder auftreten, ihr immer wieder in Bezug auf dieselbe Sache in Konflikt geratet oder mit einem bestimmten Thema nicht weiterkommt, dann kannst Du davon ausgehen, dass ein persönliches Muster beziehungsweise ein Verhaltensprogramm in Dir aktiv ist, das aus Deiner oder eurer Vergangenheit stammt und nicht mehr zu eurem aktuellen Leben passt. Bearbeitet ihr diese Muster, Verhaltens- oder Denkweisen, lösen sie sich auf und ihr erlebt in eurer Beziehung eine Verbundenheit, Lebendigkeit und Tiefe, die ihr bis dahin nicht gekannt habt. Holt euch gegebenenfalls Hilfe dazu.

Tipp #10: Scheitern der Beziehung als Option annehmen

Mit der Beziehung zu scheitern, ist immer eine Möglichkeit. Ich kenne einige Paare, die das nicht wahrhaben wollen und ein Scheitern als persönliches Versagen ansehen. Manche sagen, ich kann mich doch nicht scheiden lassen, ich habe doch ein Versprechen abgegeben, das ich nicht brechen darf. Der Anspruch, sich niemals zu trennen, kann eine Beziehung ersticken und sie in einem Panzer erstarren lassen. Dieser Panzer besteht in der Regel aus Angst und hat zur Folge, dass sich die Partner zu sehr anpassen. Sie trauen sich nicht mehr mitzuteilen, was sie tatsächlich bewegt und was los ist.

Man möchte den anderen ja nicht verärgern oder nicht immer wieder in dieselben Konflikte provozieren (siehe oben). Quellen der Unzufriedenheit entstehen, da grundsätzliche Themen nicht angesprochen und geklärt werden. Es stellt sich eine lauwarme Umgangsform ein, die bestenfalls Raum für ein seichtes Nebeneinander lässt. Routine bestimmt den Alltag, von Lebendigkeit und Begeisterung füreinander keine Spur. Reinigende Gewitter bleiben aus. Für den Fall, dass sich ein Partner nicht mehr um die Beziehung kümmert, habe ich diesen Artikel geschrieben.

Wenn die Trennung eine mögliche Option bleibt, bewahrt dies die Lebendigkeit und Offenheit innerhalb der Beziehung. Es besteht für beide Partner die „Gefahr“, dass sich der andere trennt. Oder es wird jedenfalls nicht völlig ausgeschlossen. Dadurch haben beide ein größeres Interesse daran, sich in die Beziehung einzubringen und sich um die Bedürfnisse des anderen zu kümmern. Die Partnerschafft erhält eine größere Dynamik und Lebendigkeit. Die Chance, dass beide erhalten, was sie sich von der Beziehung wünschen, steigt.

Tipp #11: Holt euch Hilfe

Falls ihr aus eigener Kraft mit irgendwelchen Problemen, Konflikten oder Themen in eurer Beziehung nicht weiterkommt, holt euch Hilfe! Manchmal habe ich den Eindruck, es ist für viele schwerer, Hilfe für persönliche Angelegenheiten in Anspruch zu nehmen, als einen Klempner, Arzt, Anwalt oder Steuerberater aufzusuchen. Dabei ist das gerade in diesem Bereich, von dem Deine Lebensfreude und -qualität so wesentlich abhängt, wichtig und effektiv. Es geschieht nicht selten, dass ich nach einer Sitzung ein Bedauern höre, dieses Thema nicht schon früher geklärt zu haben. Der Aufwand ist auch gar nicht so groß, wie viele denken.

Hast Du auch den Anspruch, Deine inneren Probleme selbst lösen zu wollen? Das ist keine sinnvolle Haltung, denn die Probleme bestehen ja gerade deswegen, weil Du keinen funktionierenden Lösungsansatz hast. Es ist konstruktiv und sehr erleichternd, sich an professionelle Helfer zu wenden, denn sie haben wirkungsvolle Werkzeuge und Wege sowie eine Perspektive, die unabhängig ist. Melde Dich, wenn Du mehr Klarheit, Verbindung und Lebendigkeit in Deiner Beziehung wünschst!

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Was ist der Tod?

Was denkst Du über den Tod? Ist der Gedanke an den Tod unangenehm für Dich? Warum befassen wir uns mit dem Thema so ungerne? Weil wir eine grundlegend falsche Vorstellung vom Leben haben. Wir haben eine falsche Vorstellung vom Tod, weil wir eine falsche Vorstellung darüber haben, was wir eigentlich sind. Dieser Artikel ist ein Versuch, eine andere, weitere Sichtweise zu öffnen.

Dieser Artikel entspricht nicht dem, wie üblicherweise auf das Thema Tod geschaut wird. Ich möchte hier eine erweiterte Perspektive anbieten, die über die Person hinausgeht. Öffne Dich der Möglichkeit, dass alles ganz anders sein könnte. Ob dies Deine Art verändert, mit Verlusten umzugehen, weiß ich nicht. Praktische Hinweise dazu, wie Du mit dem Tod eines nahestehenden Menschen umgehen kannst, gibt es weiter unten.

Verwirrung um das Thema Tod

Kaum ein Thema ist emotional so aufgeladen, wie dieses. Das ist nicht erstaunlich, da wir es immer mit Verlust geliebter Personen oder des eigenen Lebens verbinden. Der andere oder wir selbst hören auf zu existieren. Und das ist das finale, absolute, existentielle Ereignis. Doch was genau hört da eigentlich auf zu sein?

Gehen wir ein paar Schritte zurück in die Vergangenheit. Auf der Erde sind auf Grund der Umstände irgendwie Lebewesen entstanden. Dieses „irgendwie“ will ich hier jetzt nicht näher untersuchen. Es reicht hier der Umstand, dass es so ist. Über Jahrmillionen entwickelten sich die Lebewesen. Heute teilen sie sich, grob betrachtet, in drei Gruppen ein: Pflanzen, Tiere und Menschen. Alle drei haben gemeinsam, dass sie entstehen und vergehen.

Segen und Fluch der Selbsterkenntnis

Pflanzen haben einen Körper. Sie vegetieren. Tiere haben einen Körper, und Emotionen (Triebe, Instinkte, Konditionierungen). Sie vegetieren und fühlen. Menschen haben einen Körper, Emotionen und den Verstand. Sie vegetieren, fühlen und denken. Sie können verstehen, also Zusammenhänge erkennen, Abstraktionen bilden und vor allem: sich selbst erkennen. Sich selbst zu erkennen ist eine Abstraktion. Es fügt der unmittelbaren Wahrnehmung eine Perspektive auf sich selbst hinzu, ein Selbstbild entsteht. Das Ich, was in diesem Selbsterkenntnisprozess entsteht, spaltet sich von der Ganzheit ab. Nun gibt es ein Ich und ganz viel Nicht-Ich.

Diese Trennung ist jedoch rein imaginär, eine Idee, eine Vorstellung, nicht mehr. Sie ist eine mentale Konstruktion, die, wenn wir sie weiter untersuchen, keine Substanz hat. Das Ich ist nirgendwo in unserem Gehirn, Körper oder außerhalb von ihm lokalisiert. Es ist eine Leistung unseres zentralen und peripheren Nervensystems. Unsere Identität besteht aus unserem mentalen Selbstbild und der Körperwahrnehmung. Diese Identität bewegt sich durch ein, auch rein imaginäres, Weltmodell, also unserer Vorstellung davon, wie die Welt ist. Unser Ich endet in der Regel an den Grenzen unserer Haut. Ohne Gehirn und ohne Körper gibt es kein Ich, kein Individuum, keine Person, denn unser Bewusstsein entsteht in den komplexen neuronalen Netzwerken unserer Großhirnrinde, genauso wie das Ich.

Die Fähigkeit zur Abstraktion ist die Quelle der unerhörten Arroganz des Menschen. Sie findet in dem biblischen Ausspruch „Macht euch die Erde untertan“ ihren Gipfel. Er zeigt, dass der Mensch schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden im Unklaren darüber ist, was er tatsächlich ist. Er ist keinesfalls die Krone der Schöpfung, sondern ist gerade dabei, sich zu einer Randnotiz des Daseins zu machen. Jedenfalls, solange er seinen angestammten Platz nicht erkennt.

Ohne Körper keine Person

Seine Beschränktheit, sein Nichtwissen und Arroganz beweist er gegenwärtig im besonderen Maße, da er versucht sich selbst unsterblich zu machen. Durch Gentechnik oder künstliche Netzwerke. Ich denke, diese Versuche werden scheitern oder nur extrem begrenzt gelingen. Keine Person kann entkörperlicht weiterleben. Mensch zu sein bedeutet einen Körper zu haben. Kein künstliches System, selbst, wenn es noch so ausgefeilt wäre, könnte eine vollständige menschliche Erfahrung bieten und das gesamte Wesen abbilden. Bestenfalls eine Simulation. Wozu auch? Wer oder was ist so wertvoll, dass er oder sie für immer bestehen müsste?

Wieviel Leid diese Arroganz des Menschen hervorgebracht hat. Das Nichtwissen um das menschliche Dasein wird in Form von ungeprüften Dogmen von Generation zu Generation weiter gegeben. Es ist höchste Zeit für eine neue Welle der Aufklärung. Diese Welle der Aufklärung wird wehtun, denn sie stößt das Ich von seinem hohen Sockel und weist ihm seine wahre Bedeutung zu: Es ist nichts als ein Überlebensmechanismus, der sich auf Grund seiner wesenseigenen Antriebe und der Bedingungen auf der Erde und der Gesellschaft zu einer Zerstörungsmaschine entwickelt hat. Pflanzen und Tiere leben in ihrer speziellen Umgebung. Hier überleben sie im Gleichgewicht mit Ihrer Umwelt. Wird ihnen ihre Lebensgrundlage entzogen, weil sich die Bedingungen ändern oder der Mensch mit seinen Bulldozern kommt, sind sie dem Untergang geweiht.

Der Mensch hat einen Verstand, der es ihm ermöglicht, selbst in unwirtlichsten Regionen, wie Wüsten oder gar im Weltraum, zu überleben. So konnte er die gesamte Erde bevölkern und sie zu seinem Vorteil ausbeuten. Eigentlich ist das eine Erfolgsgeschichte. Er hat geforscht, Zusammenhänge erkannt und sein Wissen für sich genutzt. Das fehlende Wissen über sich selbst, also seiner wahren Natur, hat er jedoch verdrängt. Er meinte sich erheben zu müssen, über seine Umwelt und über andere Menschen. Heute haben wir die Chance uns in einem umfassenderen Kontext neu zu verstehen und wir könnten das Steuer zum Wohle aller herum reißen.

Rückkehr zur Ganzheit

Wir sind als Mensch in keiner Weise bedeutender als irgendein anderes Wesen oder irgendeine andere Erscheinung auf der Erde oder im gesamten Universum. Wir sind ein blindes und tollpatschiges Produkt der Evolution, das wegen seines komplexen Nervensystems in der Lage ist, seine Umgebung zu erforschen, massiv in die Natur einzugreifen und auch seine Umwelt zu zerstören. Seine Ignoranz und der daraus resultierenden Gier nach Besitz und Macht, ermöglicht es ihm auch andere Menschen zu zerstören: körperlich, mental und emotional. Der Mechanismus, der ursprünglich sein Überleben sichern sollte, wendet sich nun gegen seinen Lebensraum und sich selbst.

Das Ich ermöglicht uns Empathie, soziales Verhalten, Zusammenarbeit, Kultur, eine komplexe Gesellschaft, sowie die Planung und Kontrolle unseres Verhaltens. Weil es jedoch auch trennt, ist es aus der Ganzheit gefallen, ohne die es letztlich nicht sein kann. Er hat seinen Ursprung vergessen. Dabei ist es der sehnlichste Wunsch des Menschen, in diese Ganzheit zurückzukehren. Ohne, dass er es weiß, ist eigentlich sein ganzes Streben darauf ausgerichtet. Wenn wir lieben, nicht nur bezogen auf Menschen, sondern auch generell, dann erheischen wir einen kleinen Eindruck dieser Ganzheit.

Die Trennung zu überwinden, heißt zu sterben

Was hat das nun alles mit dem Thema Tod zu tun? Wir leben seit je her in einer unteilbaren Ganzheit. Die Illusion der Trennung durch das Ich hindert uns daran dies wahrzunehmen. Wenn wir diese Ganzheit jedoch kurz erfahren, lieben wir. Wir erleben Verbindung. Die menschlichen Fehlannahmen, die dem Ich entspringen, sind die Ursache für die Angst vor dem Tod.

Der Schmerz, den ein Mensch empfindet, wenn er seine wahre Natur erkennt und sein Ich seinen angestammten Platz einnimmt, ist derselbe Schmerz, der vom Tod verursacht wird. Seine überzogene Identifikation mit dem Ich aufzugeben und zu erkennen, dass er nicht bedeutender ist, als irgendetwas auf der Welt, heißt zu sterben. Dass ist der Moment, in dem das Ich in den Hintergrund tritt und die Ganzheit sichtbar und fühlbar wird. Dann erfahren wir, was es bedeutet, bedingungslos zu lieben.

Zu sterben heißt, dass die imaginäre Trennung des Ich von der Ganzheit aufgehoben wird. Dies kann auch geschehen, während der Körper weiterlebt. Das bedeutet nicht, dass das Ich verschwindet, sondern dass die Identifikation mit ihm zusammenbricht oder sich stark abschwächt. In vielen Traditionen wird dies Erlösung oder Erleuchtung genannt. Sterben können wir also auf zwei Arten: Dadurch, dass das die Identifikation mit der Person, dem Ich aufhört oder weil das Nervensystem seinen Dienst einstellt.

Nach dem Tod ist es wie vor der Geburt

Warst Du tot, bevor Du geboren wurdest? Bist Du tot, wenn Dein Körper aufhört zu funktionieren? Jeder Mensch erscheint in der Ganzheit und er verschwindet wieder, so, wie alles andere auch. Das ist ein unpersönlicher Prozess. Erst unser Nervensystem erschafft die Vorstellung einer Person. Wird die Natur des Ich, der Person durchschaut, verliert der vermeintliche Tod seinen Schrecken und seine Macht. Die Ganzheit, von der Du nie getrennt warst, ist unendlich, räumlich, wie zeitlich.

Ich denke, diese Ausführungen mildern nicht Deinen Schmerz, wenn Du einen Dir wichtigen Menschen verlierst. Möglicherweise empfindest Du sogar starke Ablehnung gegen diese Ideen. Doch ich bitte Dich, diese Gedankengänge vielleicht einmal zu verfolgen und zu vertiefen. Es könnte sein, dass die geänderte Perspektive Dir einiges an Klarheit und inneren Frieden bringt.

Die Angst vor dem eigenen Tod

Aus der Vorstellung eines Ich entsteht die Angst vor dem Tod. Eigentlich erschafft diese Vorstellung erst die Idee des Todes. Tiere haben keinen Begriff vom Tod. Sie haben nur einen Überlebensinstinkt, der der Erhaltung der Art dient. Diesen Überlebensinstinkt haben wir Menschen natürlich auch und der ist absolut sinnvoll. Er sorgt dafür, dass wir Tiere uns nicht in Gefahr begeben oder ihr so schnell wie möglich zu entkommen versuchen. Und natürlich macht eine akute Gefahr Angst, die vorüber geht. Doch die Überidentifikation mit unserem Ich lässt uns das ständige Trauma der Trennung spüren. Dadurch sind wir fast ununterbrochen in einem inneren Alarmzustand.

Ich gehe davon aus, dass je mehr wir mit unserem Ich identifiziert sind und je wichtiger wir uns selbst nehmen, uns der Tod umso mehr ängstigt. Je mehr wir in der Lage sind, die Ganzheit wahrzunehmen und zu spüren, umso mehr verliert das Konzept des Todes an Bedeutung. Mache Dir klar, dass die Selbstidentifikation nur eine Idee ist. Nicht mehr. Erkenne, dass Du das Ich brauchst, um in unserer komplexen Gesellschaft zu leben und um deine Bedürfnisse zu erkennen und zu stillen. Nicht mehr. Es ist eine Funktion und kein Wesen.

Du bist wesentlich mehr. Wenn Du Deine wahre Natur erkennst und Du lernst, Deine Identifikation über Deinen Körper hinaus auszudehnen, bemerkst Du, dass Du alles sein kannst, was Du willst. Du kannst Dein Selbstbild beliebig gestalten und soweit ausdehnen, wie Du möchtest. Alles was in Deinem Bewusstsein erscheint ist ein Gesamtereignis, dass nichts ausgrenzt. Sobald die Ausgrenzung beginnt, beginnt das Leiden, auf die eine oder andere Weise. Lerne alles, was von Dir abgetrennt ist zu integrieren und kehre Stück für Stück in die Ganzheit zurück. Fange bei Dir selber an. Gewinne abgespaltene Persönlichkeitsanteile zurück, heile alte Verletzungen und erkenne, wer beziehungsweise was Du bist. Mit jedem Bisschen, was Du integrierst, wird die Bedeutung des Todes geringer.

Was tun, wenn ein nahestehender Mensch stirbt?

Bindung zu anderen Menschen zu haben und zu erhalten ist eines unserer Grundbedürfnisse. Bindung erfahren wir bereits vor der Geburt im Mutterleib. Sie ist essentiell für uns. Eine Umfrage hat ergeben, dass die Angst nicht dazuzugehören, also ohne Bindung zu sein, bei den meisten Menschen größer ist, als die Angst vor dem Tod. Ich gehe davon aus, dass ein Mangel an empfundener Bindung die häufigste Ursache für Selbstmord ist.

Daher trifft uns der Tod eines nahestehenden Menschen so sehr. Nahestehend heißt ja, dass wir eine Verbindung zu ihm hatten. Stirbt dieser Mensch oder verlieren wir ihn auf andere Weise, wird unser Bedürfnis nach Bindung verletzt. Es ist dann also sehr menschlich zu trauern,  wütend zu sein oder sich ohnmächtig zu fühlen.

Abschied nehmen

Ein wichtiger Anteil des Trauerprozesses ist es, Abschied zu nehmen. Das kannst Du alleine tun oder auch mit anderen zusammen. Dazu ist es aber wichtig, dass Du Dich vor ihnen mit allem zeigen kannst, was in Dir ist. Erinnere Dich allein oder mit den anderen zusammen, was Du mit dem Verstorbenen erlebt hast und was Dir an ihm wichtig war. Während Du das tust werden Trauer, Wut, Ohnmacht und viele weitere Gefühle auftreten. Lasse sie zu und drücke die aus. Gefühle dienen dazu, das Ereignis, was uns überwältigt, zu integrieren. In diesem Fall der Verlust des Menschen. Lässt Du die Gefühle zu, wirst Du nach einer nicht allzu langen Zeit bemerken, dass die zuvor überwältigenden Gefühle durch Frieden ersetzt werden. Eine ausführliche Beschreibung zu diesem Prozess findest Du hier.

Oft ist es so, dass andere Menschen Bedürfnisse erfüllen, die über unser Bedürfnis nach Bindung hinausgehen. Dann ist das Verlustgefühl noch größer. Frage Dich, was Du alles mit dieser Person verloren hast. Welche Bedürfnisse wurden durch sie noch erfüllt? Was hat sie Dir gegeben? Mache vielleicht eine Liste. Dann entwickle Ideen, wie Du das aus eigener Kraft erhalten kannst und setzte sie um. Du hattest Deine Bedürfniserfüllung nach außen verlegt und Dich damit von dieser Person abhängig gemacht. Nun hast Du Die Chance, wieder in Deine eigene Kraft zu kommen und persönlich zu wachsen.

Was Du noch tun kannst

Hast Du eine ausgeprägte Angst vor dem Tod, die Dich sehr belastet? Oder kommst Du auch nach einer längeren Zeit nicht über den Tod einer nahestehenden Person hinweg? Melde Dich bei mir. Es ist möglich Dein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen.

Hinweis: Solltest Du Dich mit Selbstmordgedanken beschäftigen, wende Dich bitte an die Telefonseelsorge.

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Depression überwinden

Viele Menschen sind von Depression betroffen. Die wichtigsten Anzeichen dafür sind unter anderem Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und eine innere Leere. Depressiv zu sein bedeutet nicht, versagt zu haben oder dass man etwas falsch gemacht hat. Ungünstige Einflüsse haben automatisierte Programme im Gehirn hinterlassen, die zu diesen üblen inneren Zuständen führen.

Das persönliche Erleben ist, wie die Ursachen, sehr unterschiedlich, die Lebensqualität ist jedoch bei allen in den depressiven Phasen sehr reduziert. Meine Erfahrungen in den Sitzungen zeigen, dass Depressionen überwindbar sind. Eine Therapie ist sicherlich sinnvoll, doch Betroffene können auch eine Menge für sich selbst tun. Dieser Artikel gibt Tipps zur Selbsthilfe.

Ursachen einer Depression

Eine Depression kann körperliche Ursachen haben. Diese sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Ich denke, dass die Ursachen in den allermeisten Fällen jedoch auf mentaler und, vor allem, emotionaler Eben liegen. Schon im Mutterleib kann die Grundlage für eine Depression gelegt werden, wenn die Mutter selbst depressiv oder traumatisiert ist. Bereits die Hormonlage im Körper der Mutter hat einen großen Einfluss auf das Ungeborene. Auch später, wenn die Bindungsversuche des Babys zur Mutter aufgrund ihrer eigenen Probleme fehlschlagen, wird eine Depression begünstigt. Kleine Kinder können ein depressives Verhalten auch allein aus Empathie von ihren depressiven Eltern kopieren. Es kann geschehen, dass sie den Eindruck bekommen, dass es normal ist, so zu sein.

Menschen können nach schmerzhaften Erfahrungen oder nachdem sie dauerhaft Ablehnung erfahren haben, depressive Neigungen entwickeln. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei einer Depression zu viele Dinge oder Aspekte des Lebens mit negativen Gefühlen behaftet sind. Und diese Dinge lösen dann automatisch immer wieder diese negativen Gefühle aus. Oft ist es so, dass bestimmte Gefühle nicht mehr wahrgenommen werden wollen. Diese stammen in der Regel von schlechten Erfahrungen und Verletzungen. Diese Gefühle drängen immer wieder an die Oberfläche und es bedarf immer größerer Kraft diese zu unterdrücken, bis kaum mehr Kraft übrig ist.

Ich weiß, dass es nicht unbedingt leicht ist, sich aus einer Depression zu befreien und das gut gemeinte Tipps ziemlich nerven können. Es ist eh schon alles schwer genug. Vielleicht schaust Du sie trotzdem an. Möglicherweise findest Du etwas, zu dem Du Resonanz empfindest und was Du für Dich nutzen kannst. Ich bin der Ansicht, dass letztlich keine Umstände die Macht haben, Dich in der Depression gefangen zu halten.

16 Tipps, die Depression zu überwinden

 

Tipp #1: Den eigenen Zustand annehmen und akzeptieren

Wenn Du verleugnest, was bei dir los ist und Deine Zustände ignorierst, auch, wenn das attraktiver erscheint, entzieht es sich Deinem Zugriff. Du wirst hilflos und das Abgelehnte scheint sich zu verselbstständigen. Es bekommt mehr Macht und überwältigt Dich schließlich. Das macht Dir Angst und der Widerstand steigt. Kehre also Deine Richtung um und wende Dich Deiner Empfindung zu. Das erfordert Mut.

Tipp #2: Entscheide Dich

Du musst eine Entscheidung fällen. Möchtest Du in Deinem Zustand verharren oder bist Du bereit wirklich etwas zu tun, was Dich daraus befreit? Depressionen sind in der Regel erworben. Das heißt, Du kannst sie auch hinter Dir lassen. Das kostet Kraft, aber es wird sich lohnen. Niemand kann Dir das abnehmen. Du musst das selbst machen. Um Dich aus Deiner Situation zu befreien, musst Du überzeugt sein, dass eine Depression überwindbar ist. Auch wenn Deine Erfahrung dagegen spricht.

Tipp #3: Ändere Deine Einstellung

Hast Du Dich entschieden, ändere Deine Einstellung. Auch wenn Pessimismus und negative Gefühle überwiegen, mache Dir klar, dass Du Dich für diese Haltungen und Empfindungen entschieden hast. Wahrscheinlich hast Du das nicht freiwillig getan, sondern Du warst in einer Zwangslage. Es war trotzdem Deine Entscheidung. Und das gibt Dir die Macht eine Veränderung zu bewirken. Mache Dir klar, dass Du selbst wählen kannst, wie Du Dich fühlst.

Tipp #4: Sei kein Opfer

Wahrscheinlich warst Du ein Opfer von bestimmten Umständen, übergriffigen Menschen oder schmerzhaften Erfahrungen, als der Grundstein für Deine Depression gelegt wurde. Gibt diese Identifikation auf und mache Dir klar, dass Du die Autorität über Dich selbst hast. Wenn man etwas ändern will, muss man etwas ändern.

Tipp #5: Entspanne Dich

Hier ist bewusste Entspannung gemeint. Natürlich entspannst Du Dich auch im Schlaf, doch das genügt nicht. Unser Gehirn braucht zur gesunden Reiz- und Informationsverarbeitung wache und bewusste Phasen der Entspannung während des Tages, denn die Entspannung ändert unsere Gehirnchemie. Eindrücke, Erfahrungen, Informationen und Erlebnisse werden geordnet und an das bereits Bekannte angedockt. Dadurch fühlen wir uns geordnet, klar und kongruent. Im Internet gibt es viele Entspannungsübungen, die Du Dir herunterladen kannst.

Tipp #6: Gedankenkreisen durchbrechen

Viele Menschen, die mit Depressionen zu tun haben, beschreiben oft, dass sie sich dabei ertappen, wie sie sich in immer weiter absteigende Gedankenspiralen verlieren. Das ist ein automatisiertes und erworbenes Verhalten. Dies ist eine Angewohnheit, die man umtrainieren kann. Immer, wenn Du merkst, dass Du Dich mit negativen Gedanken herunter ziehst, stelle Dir leise innerlich die Frage: „Was wird mein nächster Gedanke sein?“ Und lausche. Du wirst merken, dass eine Gedankenlücke entsteht. Richte Deine Aufmerksamkeit in diese Lücke und Du merkst, wie Deine Gedanken stiller werden und sich Deine Stimmung hebt.

Tipp #7: Glaube Deinen Gedanken nicht

Denke doch bitte mal einige Zeit den folgenden Gedanken: „Ich bin nicht gut genug.“ Nun denke bitte ähnlich lange: „Ich genieße das Leben.“ Welcher dieser beiden Gedanken fühlte sich für Dich wahrer an? Tatsächlich sind es nur Sätze. Ob sie wahr sind oder nicht, entsteht ausschließlich in Dir. Es ist Deine Bewertung. Es ist kein Satz wahr. Es sind nur Sätze beziehungsweise Gedanken. Wenn Du einen Gedanken denkst, der Dich herunterzieht, frage Dich: „Kann ich sicher sein, dass dieser Gedanke wahr ist?“ Die Antwort auf die Frage ist generell: Nein. Du kannst davon ausgehen, dass Gedanken, die Dir nicht gut tun, nicht wahr sind. Wenn Du Deinen Gedanken mehr glaubst, als dem, was Dich unmittelbar umgibt, bist Du in beliebigen Abstraktionen gefangen. Wende Dich dem zu, was tatsächlich ist. Siehe Tipp #11 und #12.

Tipp #8: Echt sein

Verstelle Dich nicht und mache anderen nichts vor. Natürlich geht das nicht immer. Man muss nicht jedem Fremden oder Kollegen sein Innerstes offenbaren. Sei emotional echt und authentisch zu nahestehenden Personen. Das heißt nicht, dass Du ständig Dein Leid klagen sollst. Nein, erlaube anderen nur einen Einblick, wie es Dir tatsächlich geht. Und mache das Beste daraus. So ersparst Du Dir viel Energie, um Dich selbst und andere zu täuschen. In dieser Echtheit können viel leichter heilsame Momente entstehen, als in einer mühsam konstruierten Scheinwelt.

Tipp #9: Fokus verlagern

Verlagere den Fokus Deiner Aufmerksamkeit. Du bist der Boss in Deinem Innern. Andere können nichts für Dich tun. Das muss Dir klar sein, wenn Du wirklich etwas verändern willst. Ansonsten laufen alle deine Bemühungen ins Leere. Du selbst wählst Deine Einstellung. Überlege Dir, was Du tatsächlich erleben möchtest. Welche Ziele möchtest Du erreichen? Wie soll dein Leben aussehen? Wie möchtest Du Dich fühlen? Und dann richte Dich darauf aus. Weil es Dein Ziel ist und weil Du es willst.

Tipp #10: Dankbarkeit spüren

Oft sind wir mehr auf Mangel oder Makel ausgerichtet, als auf das, was wir tatsächlich sind oder worüber wir verfügen. Wir liegen in der warmen Badewanne und grübeln über unsere Sorgen nach. Essen ein leckeres Gericht und fühlen uns mies. Sind auf einer tollen Veranstaltung und empfinden Minderwertigkeit und Defizite. Und so weiter. Mache dann doch mal folgendes: Wie könnte Deine Situation oder Du selbst noch schlimmer sein? Da fällt Dir bestimmt viel ein. Und schon tritt das, wofür Du dankbar sein kannst, in den Vordergrund. Richte deine Aufmerksamkeit darauf!

Tipp #11: Bewusst fühlen

Wir haben ja bereits festgestellt, dass Depressionen sehr viel mit Gedanken zu tun haben. Gedanken reduzieren das Fühlen und Fühlen reduziert das Denken. Das kannst Du für Dich nutzen. Außerdem ist unser Organismus immer bestrebt, unangenehme Gefühle zu bewältigen, wenn wir bereit sind, sie ohne Bewertung wahrzunehmen. Also setzte Dich ruhig und ungestört hin und entspanne Dich. Nun spüre Deinen Körper und fühle, wo eine Empfindung oder ein Gefühl ist, was unangenehm ist. Mache Dir klar, wo es sich in Deinem Körper befindet. Und gewinne einen Eindruck, wie weit es sich ausdehnt. Fühle es nun einfach, ohne es verändern zu wollen und ohne es zu bewerten. Mache das so lange, bis es besser geworden ist und gehe zur nächsten Empfindung. Mache das so lange, bis es Dir gut geht. Wiederhole das jeden Tag!

Tipp #12: Benutze Deine Sinne

Bei einer Depression ist es wichtig, wieder eine Verbindung zu dem aufzubauen, was tatsächlich ist. Deshalb frage Dich: Was ist wirklich? Benutze Deine Sinne, um zu Dir selbst zu kommen. Schaue Dich um und blicke dabei bewusst aus Deinen Augen. Höre absichtsvoll, rieche und schmecke. Fühle Deinen Körper von innen heraus. Sei in Dir selbst verankert. Bewerte nicht. Um Deinen Fokus auf Deine Umwelt zu richten, kannst Du auch Gegenstände beschreiben. Wähle einen Gegenstand in Deiner Umgebung aus und beschreibe ihn in Dir. Das kannst Du laut tun oder in Gedanken. Beschreibe nur, was Du faktisch siehst oder fühlst, bewerte nicht.

Tipp #13: Verbringe Zeit mit Menschen, die Dir gut tun

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen andere Menschen, um uns selbst zu kennen und um uns orientieren zu können. Wir brauchen Verbindung. Solltest Du das anders empfinden, liegt das wahrscheinlich an einer Verletzung, die noch nicht geheilt ist. Natürlich kann man Kontakte vermeiden, um zu versuchen, weitere Verletzungen zu verhindern, doch ist diese Problemlösung nicht wirklich gesund. Daher treffe Dich mit Menschen, die Du magst und die Dir gut tun. Lasse Dir von Ihnen Feedback geben, tausche Dich aus und lerne Dich über die anderen neu kennen.

Tipp #15: Körperliche Aktivität

Es kann gar nicht genug betont werden, wie gut Bewegung für uns ist. Auf ganz verschiedenen Ebenen. Dabei werden Stresshormone abgebaut (eine Depression ist ein andauernder Stresszustand) und Endorphine werden ausgeschüttet. Endorphine lassen uns gut fühlen und reduzieren Schmerzen. Dabei ist die Feststellung interessant, dass körperliche und emotionale Schmerzen im Gehirn oft im selben Schmerzzentrum empfunden werden. Fahre Fahrrad, gehe schwimmen, walken oder laufen. Dabei solltest Du schon immer wieder an Deine Grenzen gehen, damit Dein Körper auch gefordert wird. Wenn Du darin eine Routine aufbaust, wirst Du bald nicht mehr darauf verzichten wollen.

Tipp #15: Mentale Methoden lernen

Manchmal reichen Entscheidungen allein nicht aus, um Veränderungen zu bewirken. Daher ist es sinnvoll, Methoden zu lernen, mit denen Du bewusst und wirkungsvoll an Deinem Bewusstsein arbeiten kannst. Hier habe ich eine beschrieben, die sehr nützlich ist. Mit diesen Methoden kannst Du die Filter verändern, durch die Du Dich selbst, andere und die Welt wahrnimmst und wie Du auf sie reagierst. Unser ganzes Leben findet in unserem Bewusstsein statt. Wenn Du Deine Bewusstseinsmuster änderst, ändert sich die Realität, die Du erlebst.

Tipp #16: Eine Therapie in Anspruch nehmen

Solltest Du aus eigener Kraft nicht aus Deinem Tief herauskommen, suche Dir Hilfe. Der Erfahrung nach, die ich in vielen Sitzungen gemacht habe, ist eine Depression leichter zu bewältigen, als die meisten denken. Medikamente können keine dauerhafte Lösung sein, denn sie haben Nebenwirkungen, dämpfen die Sinne sowie die Wahrnehmung und verlieren mit der Zeit ihre Wirkung und müssen immer höher dosiert werden. Eigentlich das Gegenteil von dem, was man erreichen will. Kurzzeitig können sie jedoch hilfreich sein, um zuerst eine gewisse Stabilität wieder herzustellen und aus dem Gröbsten heraus zu kommen.

Es gibt keinen Grund sich dafür zu schämen, Hilfe anzunehmen. Es ist ein Zeichen, dass Du bereit bist Verantwortung für Dich selbst zu übernehmen. Viele vermeiden dies und suchen lieber die Schuld für ihre Situation bei anderen.

Grundsätzlich  besteht ein therapeutischer Ansatz darin, den Auslösern für die schlechten Gefühle, wie die Niedergeschlagenheit und die Antriebslosigkeit, die Macht zu nehmen. Zudem werden schmerzhafte Empfindungen und Gefühle, die aus vergangenen Erlebnissen stammen, die emotionale Ladung genommen. Damit stören sie in der Gegenwart nicht mehr und ihnen wird der Einfluss auf das aktuelle Leben genommen. So lernst Du Schritt für Schritt in einem sanften Prozess Deine Gefühle wieder zu fühlen und sie selbst zu bestimmen. Zudem hilft Dir ein Training, das gewünschte Lebensgefühl zu etablieren.

Du kannst Dich von den Einflüssen der Vergangenheit frei machen! Mache nun den ersten Schritt! Je früher Du anfängst, umso besser. Ich unterstütze Dich gerne dabei.

 

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keinen Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten. Die Tipps verwendest Du eigenverantwortlich. Solltest Du Dich mit Selbstmordgedanken beschäftigen, wende Dich bitte an die Telefonseelsorge.

 

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Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Wo findet Dein gesamtes Leben ohne Ausnahme statt? In Deinem Bewusstsein. Dein Bewusstsein ist die Schnittstelle, in dem Dein Ich und die ganze Welt entstehen. Was ist dieses Bewusstsein eigentlich? Warum ist es so extrem bedeutsam? Was hat es mit Deinen Problemen zu tun? All das liest Du in diesem Artikel.

Wo wohnt das Bewusstsein?

Das Bewusstsein entsteht in unserem Gehirn. Um genauer zu sein: in der Großhirnrinde. Dort arbeiten rund 15 Milliarden Nervenzellen miteinander. Jede dieser Zellen ist mit ca. 25000 anderen Zellen über Synapsen zu einem Netzwerk verbunden. Informationen über die Außenwelt und uns selbst erhält die Großhirnrinde vom Thalamus. Die Reize aus der Umwelt und vom Körper, die die Sinne aufnehmen, werden zuerst zum Thalamus im Zwischenhirn geleitet. Dieser entscheidet, wie wichtig welche Informationen sind und gibt das Ergebnis gefiltert zur Großhirnrinde weiter. Dort treten Sie in unser Bewusstsein. Dieser Vorgang dauert etwa 0,3 Sekunden. Das heißt, unser Bewusstsein hängt dem, was um uns herum geschieht immer etwa eine drittel Sekunde oder mehr hinterher.

Was gehört zum Bewusstsein?

Unser Bewusstsein enthält viele verschiedene Aspekte der von uns erlebten Realität. Dazu gehören die Sinneseindrücke, die wir von der Umwelt und vom eigenen Körper erhalten. Das Denken, die Gefühle, die Vorstellungen, Erinnerungen und die Bedürfnisse. Unsere Identität, eine Begriff von dem, was zu uns gehört und die Kontrolle sowie die Steuerung unserer Handlungen und Gedanken. Natürlich auch das Empfinden von Raum und Zeit.

Was unterscheidet uns vom Tier?

Nichts, denn wir sind Tiere. Wir gehören der Gattung der Trockennasenprimaten an. Doch unser Zentrales Nervensystem hat uns mit seiner Großhirnrinde eine Sonderstellung unter den Tieren gegeben. Die Großhirnrinde ist so komplex, dass wir uns ein Bild von uns selbst machen können. Wir sind uns unserer selbst bewusst. Es gibt auch andere Säugetiere bei denen das so ist. Beispielsweise bei den Meeressäugern, bei Elefanten und einigen Rabenvögeln. Natürlich auch bei manchen Primaten. In einem gewissen Rahmen können sich selbst erkennen und sind zur Abstraktion fähig.

Abstraktionen

Die meisten Tiere verfügen nur über eine unmittelbare sinnliche Wahrnehmung und über Instinkte, Triebe und Konditionierungen, die ihnen beim Überleben helfen. Die Fähigkeit zur Abstraktion geht weit darüber hinaus und ist der große Vorteil, den wir Menschen haben. Sie ist aber auch der Grund für fast alles menschliche Leiden. Abstraktion bedeutet, dass wir uns etwas vorstellen können. Wir können so ganze innere imaginäre Welten entstehen lassen.

Bei der Entstehung des Bewusstseins ist die Großhirnrinde überwiegend mit sich selbst beschäftigt. Das Verhältnis zwischen Reizen, die von unseren Sinnen kommen und denen, die in unserer Großhirnrinde verarbeitet werden beträgt etwa 1 zu 4 Millionen. Der Begriff „Stuhl“ ist eine Abstraktion. Wenn Du ihn liest oder hörst, hast du sehr wahrscheinlich ein inneres Bild eines Stuhles in Deiner Vorstellung. Das ist auch eine Abstraktion. Nun kannst Du dieses Bild vielleicht noch drehen, dem Stuhl eine andere Farbe geben und so weiter. Und Du kannst zusätzlich noch bewerten, was da in Deinem Kopf geschieht. Das alles ist eine Leistung Deiner Großhirnrinde. Was in ihr geschieht, hat mit der physischen Realität nichts zu tun. Dort steht nur ein Stuhl und der vermittelt maximal einen unmittelbaren sinnlichen Eindruck. Nichts weiter.

Ständig Lärm im Kopf

Wir sind daran gewöhnt und es ist für uns normal, dass wir aus der sinnlichen Wahrnehmung fast immer mehr machen, als sie tatsächlich ist. Wir haben Wörter gelernt, die sofort in unsere Bewusstsein treten und beschreiben, was wir sehen. Wir bewerten Dinge und Ereignisse, entwickeln Empfindungen und Gefühle dazu, reagieren darauf und so weiter. Das alles fordert viel von unserem Gehirn und ist bis auf ganz wenige Ausnahmen überflüssig. Ständig rotieren Bilder, Wörter, Vorstellungen oder Erinnerungen im Kopf, die eigentlich gar nichts nützen. Das macht uns Stress und Unruhe und trennt uns von dem, was tatsächlich ist.

Alle politische, ideologische, soziale, philosophische, religiöse, spirituelle Denkrichtungen und Dogmen sind Abstraktionen, die mit dem unmittelbaren Erleben gar nichts zu tun haben. Sie nützen nur insofern, dass sie uns helfen uns mental zu orientieren und unsere Innenwelt zu ordnen. Doch alle Menschen machen viel mehr daraus. Sie bilden aus ihnen Ansprüche und wollen Recht haben. Wie sie die Welt sehen, wovon sie überzeugt sind oder was sie für richtig halten, ist ihre einzige Wahrheit. Dabei sind unsere mentalen Muster zum aller größten Teil zufällig entstanden. Wir haben sie nicht absichtlich gewählt. Sie sind willkürlich. Und trotzdem bringen sie manche dazu, andere abzuwerten, sie zu verletzen, zu bekämpft, zu gar zu bekriegen oder zu ermorden.

Wir leiden aufgrund unserer Abstraktionsfähigkeit

Es sind die mentalen Imaginationen, die weit von dem entfernt sind, was wahr ist und was tatsächlich ist. Sie lassen die Menschen leiden und ermöglichen erst die Umweltzerstörung. Aus ihnen entstehen das Mangelempfinden, das Vergleichen, das Bewerten, der Wettbewerb, das Streben nach Macht und Besitz oder der Drang zur Selbstoptimierung. Alle diese Neigungen setzen Menschen auf verschiedene Weise unter Druck. Sie sind nur möglich, weil der Mensch sich in seiner Imagination so weit von sich selbst entfernt hat. Danke Großhirnrinde.

Der Ausweg

Aber: Unsere Fähigkeit zur Abstraktion ermöglicht es uns auch, uns selbst zu reflektieren und zu hinterfragen. Die entsprechende Bereitschaft vorausgesetzt. Solltest Du also feststellen, dass Du in bestimmten Lebensbereichen unzufrieden bist, dass Du leidest oder verletzt bist, dann ist es Zeit, Deine Abstraktionsfähigkeit in diesem Sinne zu nutzen. Denn Du kannst ändern, wie Du Dich selbst, andere und die Welt siehst. Du kannst Deine Bewertungen ändern und Deine Überzeugungen. Du kannst selbst entscheiden, wie Du Dich fühlst. Du bist nicht das Opfer Deiner mentalen und emotionalen Muster.

Es gab mal eine Zeit, in der Du Deine Muster entwickelt hast und in der sie Dir nützlich waren. Doch wir ändern uns, die Zeiten und Lebensbedingungen ändern sich. Und so kann es passieren, dass manche Muster anfangen zu stören, da sie nicht mehr in die gegenwärtige Zeit und in unser aktuelles Leben passen. Sie begrenzen oder behindern uns, machen uns schlechte Gefühle und Empfindungen oder bringen ein unpassendes Verhalten hervor, das unseren Erfolg oder unsere Lebensfreude sabotiert.

Heilung

Die gravierendste Abstraktion, die wir mit uns herumtragen ist unser Ich. Wir sagen, das habe ich gemacht. Ich habe versagt. Ich bin erfolgreich. Ich besitze dieses und jenes. Das Ich ist nichts als ein Produkt unserer Großhirnrinde. Es ist eine Vorstellung, eine Imagination, der keine reale Repräsentation zu Grunde liegt.

Wir glauben an das Ich, weil einige Nervenzellen in unserem Kopf so verdrahtet sind. Diese Tatsache schafft eine Illusion von Ich und Du, von hier drinnen und dort draußen, von gut und schlecht. Diese Polarität, diese Aufspaltung lässt uns leiden, da sie es uns unmöglich macht, die Ganzheit, in der wir unzweifelhaft leben, zu erfahren. Und dabei haben wir alle solch eine große Sehnsucht danach, Verbindung zu spüren, eins zu sein, zu lieben und zu wachsen.

Die Heilung besteht darin, unsere verschiedenen Anteile, Identitäten und abgespaltene Persönlichkeitsanteile wieder zu integrieren. Das geschieht in der Bewusstseinsarbeit, in der wir unsere Muster reflektieren und wieder ganz werden. Gute Psychotherapie ist Bewusstseinsarbeit. Es geht nicht darum, das Ich (Ego) zu überwinden. Es geht nicht darum, für immer glücklich zu sein. Es geht nicht darum, andere für das erlebte Leid zu beschuldigen.

Es geht darum, Frieden zu finden. Eine integre, lebendige Persönlichkeit zu sein, die sich abgrenzen und mit der Ganzheit verschmelzen kann, wenn sie das möchte. Die keine Angst vor der Realität hat und sie nicht leugnen muss und doch Lebensfreude empfindet.

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Menschen bewegen sich in der Welt meinst mit einer grundsätzliche Haltung des Vertrauens oder des Misstrauens. Wem geht es dabei wohl besser? Können sich die Misstrauischen aufgrund ihrer Vorsicht und Zurückhaltung sicherer fühlen? Werden die Vertrauenden in ihrer Blauäugigkeit ständig ausgenutzt und über den Tisch gezogen? Wahrscheinlich nicht. Schauen wir uns also das Thema Vertrauen einmal näher an. Wie kann es verloren gehen und wie kannst Du es wiedergewinnen?

Arten des Vertrauens

Vom Einzelnen aus betrachtet können wir drei verschiedene Arten des Vertrauens beobachten: Zum Ersten das Vertrauen in sich selbst. Zum Zweiten das Vertrauen in andere Menschen. Und zum Dritten das Vertrauen in das Leben, beziehungsweise in die Welt.

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen bedeutet, dass wir beispielsweise stark, stabil, schlau oder erfahren genug sind, um mit den Dingen, die uns im Leben begegnen, umgehen können. Wir können also mit Leichtigkeit die Routineaufgaben des Alltages erledigen und unsere Grundbedürfnisse decken. Darüber hinaus haben wir die Zuversicht, mit größeren Aufgaben und Herausforderungen fertig zu werden. Mit anderen Worten: Wir definieren unser Leben nach den eigenen Wünschen. Ziele setzen und erreichen wir mit angemessenem Aufwand und wir verwirklichen Projekte, die wir uns vorgenommen haben. Dabei orientieren wir uns an eigenen Werten und übernehmen Ansichten anderer nicht ungeprüft.

Vertrauen in andere

Vertrauen in andere zu haben bedeutet, die Überzeugung oder das Gefühl zu haben, dass eine Aussage von jemand anders richtig oder wahr ist oder dass er redlich und integer ist. Wir gehen davon aus, dass wir uns auf den anderen verlassen können und unsere Erwartungen und Wünsche durch ihn nicht verletzt werden. Wir haben die grundsätzliche Haltung, dass Menschen gut sind und uns nichts Böses wollen. Das hat nichts mit Blauäugigkeit oder blindem Vertrauen zu tun. Anderen zu vertrauen, heißt auch, den Charakter anderer realistisch einzuschätzen und üblen Absichten nicht in die Falle zu gehen.

Vertrauen in das Leben und in die Welt

In das Leben und die Welt zu vertrauen bedeutet, zu wissen, dass alles irgendwie gut wird. Es ist eine eher optimistische Haltung zum Leben. Wir fühlen uns geführt und auch in turbulenten oder schwierigen Zeiten wissen wir tief im Innern, dass sich die Situation zum Besten wenden wird. Die Welt ist ein Ort, an dem wir uns geborgen und sicher fühlen. Wir empfinden das Leben als einen Fluss, der zwar Kurven hat, aber nie Situationen bringt, die wir nicht bewältigen können. Wer dem Leben vertraut, kann Altes loslassen und leicht neue Bildungen eingehen, um die verschiedenen Lebensaspekte aktuell zu halten und nicht in Überkommenem stecken zu bleiben.

Urvertrauen

Dir ist sicher schon aufgefallen, dass diese drei Aspekte des Vertrauens zusammengehören. Wer anderen nicht vertraut, wird sicherlich auch kein sehr ausgeprägtes Selbstvertrauen haben. Das leuchtet ein, denn unsere persönlichen Muster und Eigenschaften spiegeln sich darin, wie wir die Welt und andere Menschen wahrnehmen. Wie kommt es nun, dass manche voller Vertrauen sind und ihr Leben ganz gut funktioniert und andere misstrauisch durch die Welt gehen und eher nicht viel Freude daran haben?

Die Antwort ist: Urvertrauen. Dieses etwas mythisch anmutende Wort beschreibt eigentlich nichts anderes, als die Qualität der Erfahrungen mit denen wir in das Leben gestartet sind. Wenn unsere Zeit im Mutterleib einigermaßen normal verlaufen ist, das heißt, dass wir nicht allzu sehr mit Stresshormonen von der Mutter geflutet wurden, dass wir nicht durch Drogen oder Medikamente vergiftet wurden oder dass tätliche Angriffe, wie Abtreibungsversuche, ausgeblieben sind, haben wir zwei Grunderfahrungen gemacht: Wir erlebten Verbundenheit und Wachstum.

Vertrauen oder Misstrauen

Menschen, die Urvertrauen haben, erlebten die zwei Grunderfahrungen auch weiter nach der Geburt. Sie erlebten liebevolle Zuneigung und wurden akzeptiert, wie sie waren. Sie hatten den Raum, sich auszuprobieren und selbst zu erfahren. Dabei erlebten sie Unterstützung und Sicherheit. Dem Neugeborenen sind seine Eltern die Welt. So, wie es seine Eltern oder Fürsorger in den ersten etwa drei Lebensjahren erlebt hat, wird es später die Welt sehen und seinen Platz darin einnehmen.

Missgünstigen oder misstrauischen Menschen ging es anders. Sie haben immer wieder Verletzungen der Grunderfahrungen erlebt. Sie wurden am Wachstum gehindert, indem sie manipuliert und indoktriniert wurden und ihnen gesagt wurde, was richtig und wie sie etwas zu tun haben. Auf ihr Bedürfnis nach Bindung wurde mit Kälte und Zurückweisung reagiert. Sie sind in Übergriffen und geistiger Enge erstickt. Ihre Autonomie ist beschädigt und sie wissen nicht, wer sie sind, da sie es nie ausreichend erfahren konnten.

Vertrauen wiedergewinnen

Vertrauen bedeutet letztlich, sich verletzlich zu machen und Risiken eingehen zu können und dabei davon überzeugt zu sein, dass es gut gehen wird. Es überwiegt das Wissen, dass man mit möglichem Widerstand oder Rückschlägen umgehen kann. So ist es bei Menschen mit Selbstvertrauen. Und diejenigen, bei denen es nicht gut gelaufen ist, bleiben auf der Strecke?

Nein. Wie ich schon in einem früheren Artikel geschrieben habe, ist es nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Es ist möglich, bestehende Verletzungen zu heilen und Persönlichkeitsmuster, die das Vertrauen einschränken, aufzulösen.

Empfindungen, die typischerweise bei Menschen mit wenig Vertrauen oder Selbstvertrauen auftreten, sind beispielsweise: Unsicherheit, Angst, Eifersucht, Misstrauen, ein Gefühl der Bedrohung, Neid auf andere oder das Bedürfnis Kontrolle auszuüben.

Vertrauen trainieren

Du kannst Vertrauen trainieren. Gib Dir selbst und anderen Menschen mehr Vertrauen. Traue Dich, die Welt besser zu sehen. Benutze dabei aber natürlich Deinen gesunden Menschenverstand. Und Du wirst fast immer feststellen, dass es gut gegangen ist, dass Du nicht verletzt oder enttäuscht wurdest. Deine Fähigkeit zu vertrauen wird weiter wachsen. Vertrauen ist so etwas wie ein Vorschuss. Du gehst im Voraus davon aus, dass etwas gut geht, dass Dir dieser Mensch nicht schaden will, dass die Welt nicht böse ist. Mit dieser Einstellung öffnest Du einen Raum, in dem etwas Neues möglich wird. Lasse Dich von Rückschlägen nicht entmutigen und lerne aus ihnen.

Wenn die Muster jedoch tiefer angelegt sind, ist es schwieriger, sich selbst aus ihnen zu befreien. Dann brauchst Du dabei Hilfe. Die Muster anzugehen ist Arbeit, die sich aber sehr lohnt. Solltest Du feststellen, dass Dir in bestimmten Lebensbereichen das Vertrauen fehlt, muss das nicht so bleiben. Sich von diesen Mustern zu befreien ist ein Gewinn, von dem Du Dein gesamtes Leben lang profitierst.

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In der letzten Zeit habe ich in einer Praxis mit meinen Klientinnen und Klienten häufig Flugangst bearbeitet. Ich bin erstaunt, wie weit sie verbreitet ist. Manchmal sind es Geschäftsreisende die öfter fliegen und bei jedem Flug leiden oder Urlauber, bei denen schon die Vorfreude aufgrund der Flugangst auf der Strecke bleibt. Falls Du Flugangst hast, habe ich eine gute Nachricht für Dich: Sie ist ziemlich leicht aufzulösen. Meistens reicht schon eine Sitzung. Hier erfährst Du, woher sie möglicherweise kommt und wie Du sie überwinden kannst.

Fliegen kann so schön sein

Dass Fliegen die sicherste Art der Fortbewegung ist, braucht hier sicherlich nicht weiter ausgeführt zu werden. Das hat jeder schon einmal irgendwo aufgeschnappt. Es reicht natürlich nicht, dies zu wissen, um eine Veränderung zu bewirken, denn diese Information ist rein rational. Die Flugangst liegt allerdings auf der emotionalen Ebene. Daher nützt es nichts, auf jemanden mit Flugangst einzureden, was übrigens für jede Angst gilt. Sie muss auf einer anderen Wiese angegangen werden.

Es erschließt sich ja auch nicht auf den ersten Blick, wie es möglich sein kann, dass ein hunderte Tonnen schweres Gerät in so etwas dünnem wie der Luft Halt findet und nicht herunterfällt. Dabei ist das wissenschaftlich bestens erforscht und durch Beweise belegt. Aber unser Reizverarbeitungssystem ist, wie oben beschrieben, nicht immer mit Fakten zu überzeugen. Manchmal leben wir, wenn es um Sicherheit geht, eben noch im Busch.

Gründe für Flugangst

Es überraschte mich, dass es bei den wenigsten die Angst vor dem Herunterfallen ist. Oft sind es eher Ängste wie eingeschlossen zu sein und auf Wunsch nicht raus zu können, keine Kontrolle zu haben, lange in dem Sitz „eingepfercht“ zu sein und keine Bewegungsfreiheit zu haben oder die vielen Menschen, die so dicht zusammengedrängt sind machen schlechte Gefühle. Bei Rauchern kommt natürlich die Angst hinzu, die Sucht nicht lang genug unter Kontrolle zu haben. Hier gibt es übrigens einen speziellen Artikel für Raucher.

Auffällig ist, dass die Art und die Ursachen für die Angst sehr individuell sind und es kein allgemeines Schema gibt. Daher müssen sie auch individuell behandelt werden. Anti-Flugangst-Filme und -Bücher leisten das in der Regel nicht. Auch die Flugangstseminare, die häufig von Flughäfen angeboten werden, bewegen sich in der Regel auf der rationalen Ebene und dauern oft einen ganzen Tag oder länger. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meistens eine Sitzung reicht, um die Angst zu überwinden und mit einer möglichen zweiten Sitzung werden die Ergebnisse gefestigt.

Die Gründe für die Flugangst sind nur sehr selten auf eine schlechte Erfahrung bei einem Flug zurückzuführen. Oft sind es, wie zuvor beschrieben, die Umstände eines Fluges. Es kann tatsächlich reichen, einen Flugzeug-Katastrophen-Film zu schauen. Oder die Ungewissheit erlebt zu haben, als der Lebenspartner am 11.9.2001 von New York nach Hause flog. Manche ängstigt es, den Naturgewalten ausgeliefert zu sein. Auch Schauergeschichten von „Luftlöchern“ oder vom Bermudadreick können hier ganze Wirkung entfalten. Einige Menschen haben Angst vor Terrorismus. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, in einen terroristischen Angriff verwickelt zu werden, verschwindend gering. Es ist statistisch wesentlich wahrscheinlicher, von einem Verwandten getötet zu werden oder zu Hause auf einer Leiter zu verunglücken. Aber auch hier nützt eine rationale Argumentation natürlich nichts.

Wie Flugangst überwunden werden kann

Woher beim Einzelnen auch immer die Angst kommt, das Grundprinzip ist folgendes: Irgendetwas, das mit dem Fliegen zu tun hat, ist mit einem üblen Gefühl, beispielweise mit Angst, verbunden. Dabei bildet diese Angst ein Verhaltensprogramm, das zu irgendeinem Zeitpunkt erworben wurde. Die Tatsache, dass wir die Angst erworben haben, wir sie uns also irgendwann angeeigneten, macht es möglich, sie wieder los zu werden.

Auf synaptischer Ebene werden im Gehirn Verschaltungen gebildet, sodass bestimmte Auslöser die Flugangst hervorrufen. Beispielsweise der Gedanke an Tante Erna, die auch fürchterliche Flugangst hatte. Oder der Gedanke, so lange still sitzen zu müssen. Oder die Vorstellung eingeschlossen zu sein. Oder das Wissen darum, 10 km Luft unter sich zu haben. Oder, oder.

Mit sanften und wirkungsvollen Methoden werden in der Sitzung diese neurologischen Verknüpfungen zwischen Auslöser und Verhaltensprogramm gelöst. Der Reiz läuft dann ins Leere, das Verhaltensprogramm, in diesem Fall die Flugangst wird nicht mehr aktiviert. Es werden der Reihe nach alle möglichen Auslöser bearbeitet, denn in der Regel sind es mehrere. Ist dies geschehen, wird das Gefühl etabliert, wie man sich während des Flugs fühlen möchte. Beispielweise entspannt und frei. Das legt jeder für sich selbst fest. Auf diese Weise können auch viele andere Formen der Angst aufgelöst werden.

Leidest Du unter Flugangst? Dann könnte eine Einzeltherapie sehr nützlich sein. Melde Dich bei mir und wir gehen die Sache gemeinsam an. Auf meiner Praxis-Website findest Du weitere Informationen.

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Du rauchst und hast es bisher nicht geschafft, aus eigener Kraft damit aufzuhören? Auch Bücher haben nicht geholfen? Vielleicht hattest Du auch schon gehört, dass Hypnose helfen soll, hast es ausprobiert und auch das hat irgendwie nicht geklappt? Hier erkläre ich Dir, warum es manchmal schwer sein kann, das Rauchen zu überwinden und was trotzdem helfen kann, endlich mit dieser Sucht aufzuhören.

Wie das Rauchen anfängt

Es gab eine Zeit, in der das Rauchen als cool angesehen wurde. Da wollte man dazugehören. Also begann man das Rauchen. Und so wurde das Gefühl des Dazugehörens oder cool zu sein mit dem Rauchen verknüpft. Jeder Raucher hat ein ursprüngliches Gefühl, das mit dem Beginn des Rauchens verbunden ist. Es können natürlich auch andere Gefühle sein, die damit verbunden sind. Zum Beispiel, gegen die Regeln zu verstoßen und zu rebellieren. Das stärkt die Abgrenzung und Ich-Identität.

Zu Beginn musst Du Dich zum Rauchen zwingen. Es schmeckt ekelig, macht Dich schwindelig und Dir wir übel. Das liegt daran, dass das Nikotin in 10 bis 20 Sekunden im Gehirn angekommen ist und dort die Signalübertragung verstärkt. Du willst aber weiterhin dazugehören und cool sein und flutest das Gehirn immer weiter mit Nikotin. Das Reagiert damit, dass es seine Nervenzellen weniger empfindlich macht. Nun musst Du also Rauchen, damit Dein Nervensystem wieder normal funktioniert. Das Auf und Ab des Nikotinspiegels hat Dich im Griff und Du musst immer für Nachschub sorgen.

Dazu kommt, dass das Rauchen durch die Wirkung des Nikotins die Dopamin- und Serotoninausschüttung verstärkt. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der uns ein Gefühl der Belohnung und der Lust vermittelt und uns motiviert. Serotonin macht eine gute Stimmung, Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit. Das Rauchen macht also auch auf direktem, biochemischem Weg gute Gefühle.

Routinen des Rauchens

Nun hat das Rauchen nicht nur seine biochemische Wirkung, sondern es ist auch mit Gewohnheiten verknüpft. Wenn Du Raucher bist, kennst Du das: Bestimmte Situationen gehen nicht ohne zu Rauchen. Zum Bier: eine Zigarette. In der Pause: eine Zigarette. Nach dem Sex: eine Zigarette. Im Auto: eine Zigarette. Wenn Du gerade nichts anderes zu tun hast: eine Zigarette. Und so weiter.

Wenn Du nun schon eine Weile rauchst, hast Du diese Handlungen schon zig- oder hundertfach ausgeführt. Jedes Mal trainierst Du die entsprechenden neuronalen Bahnen und Das Verhalten verfestigt sich immer mehr und wird immer mehr zu Deiner Routine. Diese aufzugeben ist auf dem Weg zum Nichtraucher oft eine größere Hürde, als die körperliche Abhängigkeit, denn die ist meist schon nach etwas mehr als einer Woche überwunden.

Warum aufhören?

Dass Rauchen krank macht, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Es ist krebserregend, verengt die Blutgefäße, sodass die Gewebe nicht richtig durchblutet werden, mit Sauerstoff unterversorgt sind und schneller altern. Natürlich sind auch Schäden im Herz- Kreislaufsystem abzusehen. Es schwächt das Immunsystem und macht uns anfälliger für Infektionskrankheiten. Ebenso reduziert es die Funktionsfähigkeit der Lunge, sodass wir weniger Sauerstoff aufnehmen, mit allen dazugehörigen Konsequenzen. Das Kohlenmonoxid blockiert die roten Blutkörperchen zusätzlich. Natürlich wird der Körper mit Gift- und Schadstoffen belastet, mit denen er zusätzlich fertig werden muss.

Davon abgesehen stinkt Zigarettenrauch, macht gelbe Zähne und ist gesellschaftlich glücklicherweise immer weniger geduldet. Den finanziellen Aspekt brauchen wir hier nicht weiter zu besprechen. Wenn man sich den Prozess des Rauches anschaut, wird offensichtlich, wie perfide die Zigarettensucht ist: Man gibt Geld für ein in Papierröllchen gewickeltes Laub aus, das mit konsumverstärkenden und giftigen Zusatzstoffen versehen ist. Diese werden angezündet und der Rauch eingeatmet. Ein perfekter Suchtstoff, der leicht zu erwerben ist und schon auf Vorrat gekauft werden kann, um sicherzustellen, dass das Verlangen immer wieder abgestellt werden kann und das Nervensystem wieder normal funktioniert. So, wie es für Nichtraucher selbstverständlich ist.

Suchtstoffe sind Medikamente

Einer meiner Lehrer sagte zum Thema Sucht folgendes: „Jede Sucht ist eine Selbstmedikation gegen ein unglückliches Leben.“ Das leuchtet ein, denn glaubst du, dass ein gesunder, ausgeglichener, erfüllter und zufriedener Mensch dazu überredet werden könnte oder das Verlangen danach hätte, zu Rauchen oder eine andere Bewusstseinsverändernde Droge zu sich zu nehmen? Er hätte gar keinen Grund dazu und würde daher auch die nachteiligen Aspekte gar nicht in Kauf nehmen.

Zu der biochemischen Wirkung und der Gewohnheit kommt also noch ein wichtiger anderer Aspekt hinzu: der psychische. Er entscheidet letztlich darüber, ob jemand einfach per Entscheidung aufhören kann zu Rauchen oder ob es für ihn sehr schwer ist. Sollte es Dir große Schwierigkeiten bereiten aufzuhören, kannst Du davon ausgehen, dass die psychische Komponente bei Dir stärker ausgeprägt ist. Du „brauchst“ das Rauchen zur Bewältigung von bestimmten inneren Situationen, die nicht unbedingt bewusst sind.

Das Rauchen hilft Dir innere emotionale Zustände zu kontrollieren oder Gefühle in Dir zu erzeugen, die Du meinst, aus eigener Kraft nicht herstellen zu können. Das Rauchen ist dann stark mit bestimmten Lebensaspekten und Persönlichkeitsanteilen verknüpft. Es ist jedoch ein Trugschluss, wenn zu denken, dass dieser Komplex ist nur schwer zu lösen ist. Das geht mit geeigneten Methoden viel leichter, als viele meinen.

Wie höre ich denn nun mit dem Rauchen auf?

Grundsätzlich ist es einfach: Du steckst Dir keine Zigarette mehr in den Mund. Fertig. Dann noch knapp zwei Wochen lang durch ein paar unangenehme Empfindungen und Gefühle hindurch gehen und die Sache ist erledigt. So gelingt es vielen.

Wenn jedoch bei Dir, wie oben beschrieben, noch andere Aspekte hineinspielen, kann die Hürde größer sein und es schwieriger erscheinen. Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass Du unfähiger oder undisziplinierter wärest, als die anderen. Du bist nur mehr mit dem Rauchen verstrickt. In diesem Fall gelingt es ziemlich leicht Nichtraucher zu werden, indem diese Verknüpfungen mit dem Rauchen aufgelöst werden. Sollten andere emotionale oder mentale Persönlichkeitsmuster eine Rolle spielen, werden diese auch bearbeitet. Dann lernst Du die Gefühle, die Dir das Rauchen gibt, aus Dir selbst heraus zu erzeugen. Schon bist Du unabhängig von den Zigaretten. Sie werden einfach überflüssig. Du brauchst sie nicht mehr.

Mit modernen Methoden und einer erfahrenen Begleitung gelingt dieser Prozess ziemlich leicht. Wenn die zugrundeliegenden Muster aufgearbeitet sind, ist es auch nicht nötig, eine Ersatzsucht, wie etwa das Essen anzufangen und einer Gewichtszunahme ist wirkungsvoll vorgebeugt. Auch der Umgang mit den Gewohnheiten und die zu Beginn möglicherweise auftretenden Unannehmlichkeiten können mit den Methoden aufgefangen werden.

Solltest Du nun endlich mit dem Rauchen aufhören wollen, melde Dich einfach!

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Woher wissen wir, was richtig und was falsch ist? Was ist die natürliche Grundlage für unsere Gewissen? Weshalb wissen wir instinktiv, wenn wir falsch behandelt werden oder es selbst mit anderen tun? Warum ist uns klar, dass Hasskommentare im Netz falsch sind? Was ist mit den Menschen passiert, die ihren Hass derartig ausdrücken? Was ist mit deren Menschlichkeit passiert? In diesem Artikel geht es um unseren natürlichen eingebauten Kompass, wie er kaputt gehen kann und wie wir ihn wieder reparieren.

Unsere Grunderfahrungen

Das Leben von uns Menschen beginnt im Bauch der Mutter. Wir sind in diesen neun Monaten ausschließlich mit Wachstum beschäftigt, in inniger Verbindung mit der Mutter, mit der wir körperlich buchstäblich eins sind. Daraus ergeben sich zwei Grunderfahrungen, die wir ganz zu Anfang machen und daher tief in uns verankert sind. Diese Grunderfahrungen sind Verbundenheit und Wachstum.

Diese bleiben für uns auch nach der Geburt absoluter Maßstab. Das Neugeborene braucht unbedingt unmittelbar nach der Geburt den körperlichen Kontakt zur Mutter und sollte auch von ihr gestillt werden. Dadurch werden diese Grunderfahrungen auch für die Welt außerhalb der Mutter nach der Geburt erhalten. Der oder dem Kleinen bleibt sein Urvertrauen erhalten: Es macht die Erfahrung, ich bin gewollt, ich werde genährt, ich bin verbunden, ich kann wachsen und meine Wesen entfalten. Das ist die wichtigste Aufgabe für die Eltern: das Gefühl der bedingungslosen Annahme zu vermitteln und es mit dem zu versorgen, was es braucht.

Urvertrauen

Menschen, die unter diesen Bedingungen groß werden, behalten ihr Vertrauen in die Welt und die Menschen. Sie wachsen in einer Welt auf, in der sie sein können, wer und wie sie sind. Ihre Welt versorgt sie mit allem, was sie brauchen. Verbundenheit und Wachstum sind aufgrund dieser Grunderfahrung für kleine Kinder nicht nur ein Selbstverständnis, sondern sie gehen auch davon aus, dass dies auch für andere gilt. Daher sind Kinder von Anfang an empathische, hilfsbereite, lernbegierige, vertrauensvolle und mit Selbstvertrauen ausgestattete Wesen. Sie brauchen daher nur Schutz gegen Gefahren, die Sie nicht einschätzen oder kennen können und den Raum sich selbst zu erproben und  zu erfahren.

So entstehen gesunde, selbstbewusste Menschen, die nicht zu manipulieren sind. Sie gehen ihren Weg und werden von anderen Menschen meist sehr geschätzt. Sie treten ganz natürlich in Verbindung mit anderen und mögen einen lebendigen Austausch. Eine natürliche Intelligenz ist ihnen zu Eigen und sie wählen einen Lebensweg, der Sie erfüllt. Bedeutung ist ihnen nicht wichtig, da sie Bedeutung in sich selbst finden. Materieller Wert ist nicht so wichtig, da sie um ihren Wert wissen. Macht und Kontrolle sind ihnen egal, da sie niemanden zu beherrschen brauchen, um einen inneren Mangel zu bekämpfen.

Würde und Integrität

Doch leider wachsen wir nicht in einer idealen Welt mit idealen Menschen auf. Und trotzdem trägt jeder diesen inneren Kompass tief in sich, der nie verloren geht und der anzeigt, wenn unsere Grundideale von Verbundenheit und Wachstum verletzt werden. Der Neurobiologe Gerald Hüther nennt das Bewusstsein um diese Grunderfahrungen „Würde“. Diese Bezeichnung finde ich sehr passend und es lohnt sich länger darüber nachzudenken. Noch besser gefällt mir die Bezeichnung „Integrität“. Das Wort kommt vom lateinischen „integritas“, was unversehrt, intakt beziehungsweise vollständig bedeutet.

Wir merken sofort, wenn andere versuchen unsere Integrität zu verletzt wird oder wenn wir es selbst tun. Wir fühlen uns nicht gut. Wir nennen das Gewissen. Kinder spüren ganz genau, wenn etwas nicht stimmt. Wenn sie manipuliert werden, wenn sie einen Übergriff erfahren, wenn Verhalten anderer inkongruent ist oder wenn Sie etwas tun sollen, dass ihrer Integrität widerspricht. Doch aus ihrer Unerfahrenheit heraus glauben sie natürlich eher denen, von denen sie abhängig sind, als sich selbst. So geschieht es, dass sie die Verletzung ihre Integrität akzeptieren, sie sich an die Umgebung anpassen und dass andere Menschen ihre eigene Integrität verletzen. Wer die Integrität anderer verletzt, tut dies gleichzeitig mit seiner eigenen. Kleine Kinder lernen dies aufgrund ihrer Vorbilder als normal anzusehen.

Es ist normal, gegen die menschliche Natur zu handeln

Der menschlichen Natur liegen Verbundenheit und Wachstum zu Grunde. Allzu oft verstoßen wir gegen diese inhärenten Bedürfnisse. Kinder werden sehr oft als Objekte behandelt. Dabei bleibt ihre Subjektivität auf der Strecke, das heißt, ihre Bedürfnisse, Einzigartigkeit und ihr tatsächliches Wesen wird übersehen oder ignoriert. Sie erfüllen einen Zweck. Beispielsweise, wenn sie als das Kinder-Projekt ihrer Eltern missbraucht werden, sie also für die Eltern diese Funktion erfüllen sollen. Sie sollen gut in der Schule sein oder die unerfüllten Träume der Eltern leben.

Unser Schulsystem ist ebenfalls so angelegt, dass es Kinder zu Objekten macht. Es geht nicht um sie, sondern letztlich darum, dass sie mittels Beurteilung an unsere (nicht ideale) Gesellschaft angepasst und „erfolgreich“ werden. Auch der Kommerz macht Menschen zu Objekten, nämlich zu Verbrauchern. Deswegen mag niemand, wenn er nicht allzu vermurkst ist, Werbung.

So ergibt es sich, dass auch viele Paar-Beziehungen Objekt-Objekt-Beziehungen sind. Wir sind gewohnt andere Menschen als Funktionserfüller anzusehen. Der Partner wird erwählt, um eigene Bedürfnisse zu stillen. Zum Beispiel um sich selbst aufzuwerten, das Gefühl des Alleinseins zu vertreiben oder um Halt zu finden. (Hier und hier gibt es Artikel, mit denen Du Deine Beziehung verbessern kannst.) Auch im Berufsleben geht es fast nie um die Menschen, sondern um die Funktion, die sie erfüllen. Dieses generalisierte Phänomen zieht sich durch alle Lebensbereiche.

Ein Objekt zu sein, ist eine extreme Abwertung für einen Menschen. Werden sie so behandelt, wird in ihrem Gehirn derselbe Bereich aktiviert, über den auch körperliche Schmerzen wahrgenommen werden. (In diesem Artikel schreibe ich über Entwicklungstraumata.) Es ist normal, dass wir nicht als das Wesen gesehen werden, das wir sind mit unseren Bedürfnissen, sondern in unserer Funktion für die anderen und welchen Nutzen wir ihnen bringen. Und natürlich behandeln wir, aus dieser Erfahrung heraus, auch andere so. Das ist das Grundproblem unserer Gesellschaft. Allein das Wissen hierum könnte schon viel zum Positiven verändern und beim Einzelnen ein Umdenken bewirken. Und viele Schmerzen vermeiden.

Woher der Hass kommt

Nun ist es leicht zu erklären, woher der Hass im Internet, gegen Migranten oder gegen Andersdenkende kommt. Menschen machen Menschen zu Objekten. Hater sehen nicht das Subjekt, das individuelle, einzigartige Wesen, sondern etwas, das in ihnen scheinbar schlechte Gefühle erzeugt. Dabei ist nicht der andere der Grund für ihre schlechten Gefühle, sondern die Verletzung Ihrer Integrität, die sie selbst in der Vergangenheit erfahren haben. Sie selbst wurden zu Objekten gemacht und diesen Schmerz projizieren sie in Form von Hass auf andere. Dabei geben sie ihre Verletzung an andere weiter. Sie erfahren eine scheinbare Erleichterung und Aufwertung.

Wer solche Tendenzen, egal ob sie schwach oder stark ausgeprägt sind, in sich selbst wahrnimmt, kann sich leicht von ihnen lösen, indem er seine Schmerzen konfrontiert und auflöst. So wird das Leben leichter, freudiger, bunter und freier. Dafür hat jeder selbst die Verantwortung. Es gibt keinen anderen Menschen, der Dich nerven, ärgern, verletzen oder hassen kann, wenn Du integer bist, wenn Du ganz, unversehrt, vollständig bist.

Der „integre Imperativ“

Deswegen denke und handele immer so, dass weder Dein Gefühl von Verbundenheit, noch Dein Bedürfnis nach Wachstum beschädigt werden. Und auch nicht das der anderen. Dies ist eine große Herausforderung. Und ein Weg zur Heilung.

PS.: Liebe im ursprünglichen Sinne ist gefühlte Verbundenheit ohne Bewertungen und Erwartungen und die allseitige Erlaubnis zum Wachstum.

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Jeder Mensch ist traumatisiert. Das mag übertrieben klingen, ist es aber nicht. Meist verbinden wir den Begriff „Trauma“ mit Katastrophen, Gewalterfahrungen oder Unfällen. Doch es gibt auch viel subtilere Traumata. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet Verletzung. Wir sind alle verletzt, denn die Welt, in der wir leben, ist nicht ideal und die Menschen mit denen wir groß wurden, auch nicht. In diesem Artikel geht es um die beiden grundlegenden Trauma-Arten und was wir tun können, um uns von ihnen zu befreien.

Das Schocktrauma

Zum einen gibt es das Schocktrauma, das in der Regel durch einzelne Ereignisse ausgelöst wird. Das kann ein Unfall, eine Gewalterfahrung, ein Übergriff durch eine andere Person, ein Verlust eines geliebten Menschen, lebensbedrohliche Situationen oder ähnliches gewesen sein. Diesen Situationen ist gemein, dass sie sehr starke, wenn nicht gar überwältigende Gefühle hervorgerufen haben, die zu Überforderung oder Verzweiflung geführt haben. Sie waren zu verwirrend, zu intensiv, zu schmerzhaft oder zu bedrohlich, sodass der Betroffene seine bewusste Wahrnehmung von seinem Körper getrennt hat und geistig „ausgestiegen“ ist.

Dieser Schutzmechanismus soll dabei helfen, solche Situationen zu überleben und grundlegend funktionsfähig zu bleiben, um die Situation irgendwie bewältigen oder verlassen zu können. Nachdem das Ereignis überstanden ist, sollte das Selbstempfinden wieder normal werden. Doch das geschieht nicht immer, es bleiben Spuren zurück, vor allem, wenn die Situation nicht „durcherlebt“ wurde. Bewertungen oder Widerstand gegen das Erlebnis und gegen die entstandenen Gefühle vermeiden die Integration des Geschehenen und die emotionale Belastung wird nicht abgebaut.

Das Entwicklungstrauma

Zum anderen gibt es das Entwicklungstrauma. Es resultiert aus Erfahrungen, die Menschen immer wieder machen, während sie heranwachsen. Es entsteht überwiegend durch Unterbrechungen in der Bindung, die das Kind mit seinen Bezugspersonen immer wieder erleidet und die es zutiefst verletzen. Die auslösenden Momente scheinen oft ganz normale Situationen zu sein und sie fallen oft gar nicht auf, weil wir an sie gewöhnt sind. Unsere eigenen Traumaerfahrungen machen uns blind für sie, daher werden sie meist von Generation zu Generation weitergetragen. In diesem Artikel soll überwiegend von dieser Art Trauma die Rede sein.

Der ganz normale Wahnsinn

Ich habe einmal die folgende Szene in einem Park erlebt: Ein kleines Kind, das noch etwas unsicher auf seinen Beinen ist, läuft auf einen Teich zu. Es ist völlig begeistert von den Enten. Die Mutter, auf der Bank sitzend, bekommt erst mit, dass sich das Kind selbstständig gemacht hat, als es noch 30 Meter vom Wasser entfernt ist. Es bestand also noch keine Gefahr. Die Mutter rennt hinterher, schreit auf das Kind ein und schlägt es auf den Po.

Was wird das Kind daraus lernen? 1. Es ist nicht gut, impulsiv zu sein. 2. Wenn ich neugierig bin, droht Liebesentzug (Bindungsverlust). 3. Die Welt ist gefährlich. 4. Wenn ich etwas tue, das mir große Freude bereitet, werde ich bestraft. Und so weiter. Natürlich reagierte die Mutter aus Sorge um das Kind, doch jedem von uns fällt bestimmt mindestens eine Lösung ein, wie sie mit der Situation besser hätte umgehen  können.

Traumatisierte Eltern geben ihre Traumata an ihre Kinder weiter

Vielleicht konnte die Mutter nicht schwimmen und hat Angst vor Wasser? Oder sie hatte Sorge, als schlechte Mutter da zu stehen, wenn das Kind in den Teich gefallen wäre? Möglicherweise war sie über ihren Kontrollverlust erschrocken? Oder sie hat selbst gelernt, dass es sicherer für sie ist, ihren Impulsen nicht zu folgen? Vielleicht hat sie auch eine Phobie vor Enten? Wer weiß?

Klar ist jedenfalls, dass diese Mutter mit der Situation nicht souverän und erwachsen umgegangen ist. Sie hat ihre eigenen Prägungen, Erfahrungen, Überzeugungen oder Ängste auf ihr Kind übertragen. Hätte sie diese vorher geklärt, wäre das für das Kind besser gewesen.

Weitere Beispiele: Ein Mädchen möchte morgens selbst entscheiden was es anzieht. Es sucht sich Sachen aus seinem Schrank und ist dabei sie anzuziehen. Die Mutter sagt dem Mädchen jedoch, dass die Sachen nicht zusammenpassen und dass man sie in dieser Kombination nicht trägt. Sie zieht das Kind wieder aus und steckt es in andere Kleidungsstücke. Was meinst Du, was in dem Kind vor sich geht? 1. Ich darf nicht selbst entscheiden. 2. Was ich entscheide, ist nicht gut. 3. Ich kann das nicht. 4. Andere bestimmen über mich. 5. Meine Wünsche interessieren nicht.

Ein Junge hat sich spontan entschlossen, ein Vogelhaus zu bauen. Er geht in den Keller, sucht sich Holz und Werkzeug zusammen und macht sich ans Werk. Nach einiger Zeit liegt ein ziemlich unförmiges Etwas auf der Werkbank und viele Nägel sind krumm gehauen. Der Vater kommt hinzu. Er sagt zu dem Jungen: „So macht man das nicht.“ Er nimmt dem Jungen das Werkzeug aus der Hand, macht eine Zeichnung und etwas später ist das perfekte Vogelhaus fertig. Was lernt der Junge? 1. Ich bin nicht gut genug. 2. Papa mag nicht, was ich mache. 3. Es ist nicht gut, es selbst zu versuchen. 4. Ich bin unbegabt. 5. Meine Idee war nicht gut genug.

Schon Säuglinge bekommen die Gefühle anderer Menschen bewusst mit. Ab etwa zwei Jahren möchten sie helfen, wenn sie bemerken, dass es anderen nicht gut geht. Aus Empathie möchten sie trösten und irgendetwas tun, damit es dem anderen wieder besser geht. So ergeht es auch dem kleinen Jungen im diesem Beispiel. Seine Mutter ist depressiv und es geht ihr die meiste Zeit nicht gut. Gute Laune spielt sie in der Regel vor. Der Junge merkt, dass ihr Fühlen und Handeln nicht zusammenpassen. Aus dieser Situation heraus möchte er helfen. Er ist lieb, um nicht selbst Anlass von Verstimmungen zu sein. Er passt sich an. Er lächelt die Mutter an. Er sucht Körperkontakt. Doch nach einiger Zeit bemerkt er, dass seine Bemühungen nichts bewirken. Er kommt zu folgendem Schluss: 1. Ich genüge nicht. 2. Ich kann Mutter nicht helfen. 3. Ich bin hilflos. 4. Sie nimmt meine Liebe nicht an, mit mir stimmt etwas nicht.

Den Kreislauf durchbrechen

Wenn solche Situationen nur selten auftreten, werden sie wohl keinen Schaden bei dem Kind oder Heranwachsenden anrichten. Doch die Eigenschaften und Muster der Eltern werden sich wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum nicht ändern – es sei denn, sie setzen sich bewusst mit ihnen auseinander – und die Kinder leben praktisch ununterbrochen in diesem Einfluss. Traumatisierte Eltern bringen traumatisierte Kinder hervor. Es kommt nicht selten vor, dass Kinder sich Verhaltensweisen aus empathischen Empfinden einfach abgucken und kopieren. Sie versuchen so zu helfen oder meinen, dass es normal ist so zu sein. Die Eltern sind schließlich ihre absoluten Orientierungsgrößen und Bezugspersonen. Das alles ist normal, denn wir leben nicht in einer idealen Welt mit idealen Menschen und idealen Eltern.

Jedes Mal, wenn die Autonomie eines Menschen verletzt wird, entsteht ein Trauma. Jedes Kind hat irgendwann aufgrund von menschlichem Verhalten immer wieder Frust erlebt und hat schließlich aufgegeben: seinen eigenen Gefühlen zu trauen, selbstständig zu sein, sich selbst zu vertrauen, sich sicher zu fühlen, anderen zu vertrauen, an sich zu glauben, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen oder mit seinem Körper in Verbindung zu sein.

Ja, uns geht es hier materiell sehr gut. Wir sind ganz gut versorgt. Und man könnte sich überlegen, ob in Anbetracht dessen, diese Gedanken nicht überzogen sind. Nein, sind sie nicht. Denn gerade unser Wohlstand und unsere Leistungsversessenheit erzeugen sehr viele dieser Probleme. Erfolgreich zu sein und viel Geld zu verdienen, die Maximen unserer Zeit, bringen noch lange nicht mit sich, dass die Menschen reflektiert und bewusst sind. Trotz aller Ratgeber und Selbstoptimierungsangebote, die konsumiert werden. Oft werden diese Angebote dazu verwendet, um noch bessere Leistungen zu bringen, noch effektiver der Wirtschaft zu dienen und von ihr zu profitieren, einen höheren gesellschaftlichen Status zu erlangen und schließlich ein guter Konsument zu sein.

Bindung ist das Wichtigste

Wir müssen aufhören, uns als Objekte anzusehen, die ständig verbessert werden müssen. Das gilt vor allem für unsere Kinder. Sie sind vollständig. Es muss nichts aus ihnen gemacht werden. Sie brauchen nur Schutz und den Raum, sich selbst zu erproben und Erfahrungen zu machen. Dann bleiben sie ganz von selbst gesunde, empathische, selbstständige, mit Selbstvertrauen und Lebendigkeit ausgestattete Menschen, die ihren Weg gehen, denn sie wurden bereits so geboren.

Das allerwichtigste, das ein Baby und ein kleines Kind braucht, ist Bindung. Das heißt, dass es sich von Anfang an geliebt, willkommen, zugehörig, akzeptiert, angenommen und richtig fühlt, indem die Eltern ihm dieses Gefühl geben. Das ist für traumatisierte Eltern jedoch nur schwer möglich. Wer an sich selbst zweifelt, kann kein Selbstvertrauen vermitteln. Schon der wiederholte Blick der Eltern, der Bestrafung, Überforderung, Kälte, Abwesenheit oder Ablehnung in sich trägt, macht dies zu Nichte. Von entsprechenden Handlungen ganz zu schweigen. Auch Inkongruenz, wenn das Gesagte nicht mit dem Gefühl oder Handeln übereinstimmt, löst starke Irritationen und Verunsicherung im Kind aus. Das Kind wird niemals seine Eltern in Zweifel ziehen, sondern immer sich selbst und daraus ein entsprechendes Selbstbild entwickeln.

Um die gesunde Entwicklung der Kinder sicherzustellen, und um unserer selbst willen, sollten wir also unser altes Zeug aufräumen. Es ist an der Zeit, diese menschlichen Katastrophen zu erkennen, die um uns herum und in uns selbst ständig geschehen. Wir müssen uns von ihnen frei zu machen! Wir sollten das große Privileg unseres Wohlstandes nutzen, um auch inneren Wohlstand, also Freiheit von Traumata und Verletzungen zu erreichen. Nur so können wir selbst, unsere Gesellschaft und letztendlich die Menschheit ihre Zerrissenheit überwinden und heilen.

Traumata heilen

Möglicherweise fragst Du Dich jetzt, wie Du das tun kannst. Der allererste Schritt ist zu erkennen, ob Du traumatisiert bist. Um es vorweg zu nehmen: Wenn Du noch nicht einige Zeit mit therapeutischer Hilfe an Dir gearbeitet hast, bist Du traumatisiert. Das ist die schlechte Nachricht.

Der nächst Schritt besteht darin festzustellen, ob Du einen Leidensdruck empfindest. Wenn ja, solltest Du dringend an Dir arbeiten. Nicht nur, weil Dein Leben dann besser und freudvoller wird, Du mit Dir selbst in Verbindung bist und die meisten Deiner Probleme verschwinden, sondern auch, um sicher zu gehen, anderen nicht auf den Keks zu gehen und um eine konstruktiven Beitrag zum Ganzen zu leisten.

Die gute Nachricht ist: grundsätzlich sind alle Traumata heilbar! Und es ist viel leichter, als Du denkst. Du musst es nur wollen. Es folgt eine unvollständige Liste von Zeichen dafür, dass Du traumatisiert bist. Das gilt auch, wenn Du sie in abgeschwächter Form wahrnimmst. Trifft eine Aussage zu, solltest Du Dich damit dringend auseinandersetzen. Der Nutzen wäre für Dich enorm.

Zeichen für Traumata:

  • Du kannst Dich nur schwer entspannen.
  • Du brauchst spezielle Substanzen, um Dich entspannen zu können.
  • Du kommst nicht zur Ruhe.
  • Du hast Einschlaf- oder Durchschlafprobleme.
  • Es gibt Dinge, über die Du nicht mit anderen sprechen kannst.
  • Du sagst Dinge, die sich widersprechen.
  • Du hast Geheimnisse.
  • Du empfindest einen Konflikt zwischen Denken und Fühlen.
  • Du bist innerlich angespannt.
  • Du findest keinen Lebenspartner, obwohl Du es möchtest.
  • Deine Beziehungen dauern nur kurze Zeit.
  • Du kannst in einer Beziehung nicht wirkliche Nähe zulassen.
  • Du findest nicht die richtigen Worte.
  • Du sprichst in Phrasen.
  • Du fühlst Dich unverstanden.
  • Das Fernsehen oder Radio läuft ständig.
  • Du hast unterwegs immer Stöpsel in den Ohren.
  • Du hast Ängste, ohne tatsächlichen Grund.
  • Du hast Angst vor bestimmten Dingen.
  • Du tust bestimmte Dinge zwanghaft.
  • Du kannst Dich nicht gut konzentrieren.
  • Du bist häufig unruhig.
  • Du hast Angst, Dich zu blamieren.
  • Du bist schüchtern.
  • Du traust Dir nur wenig zu.
  • Du bist übervorsichtig.
  • Du hast Ängste bezüglich der Zukunft.
  • Du fühlst Dich immer wieder erschöpft oder kraftlos.
  • Du bist aufbrausend.
  • Du möchtest immer Recht behalten.
  • Du bist hochsensibel.
  • Gedanken an die Vergangenheit belasten Dich.
  • Es treten immer wieder unerwünschte Gefühle auf.
  • Du fühlst Dich öfter niedergeschlagen.
  • Du bist häufiger antriebslos.
  • Dein Leben erscheint Dir fade.
  • Du freust Dich kaum.
  • Du empfindest eine innere Leere.
  • Du weißt nicht, wozu Du lebst.
  • Dein Leben scheint in einer Routine zu ersticken.
  • Du bist unsicher.
  • Du fühlst Dich falsch.
  • Du magst Dich nicht.
  • Du schämst Dich.
  • Du fühlst Dich schuldig.
  • Du neigst zu selbstschädigendem Verhalten.
  • Du fühlst Dich nicht dazugehörig.
  • Du fühlst Dich nicht wahrgenommen.
  • Du hast das Gefühl, Du hast wenig Einfluss auf Dein eigenes Leben.
  • Du hast das Gefühl Du hast generell zu wenig Einfluss.
  • Dir ist wichtig, was andere über Dich denken.
  • Du versetzt Dich oft in andere.
  • Dir fällt es schwer, zwischen Dir und anderen zu unterscheiden.
  • Du bist empathischer, als Du es möchtest.
  • Du erhältst nicht die Anerkennung, die Du Dir wünschst.
  • Du fühlst Deinen Körper kaum.
  • Du hast manchmal den Eindruck, neben Dir zu stehen.
  • Du hast kaum Zugang zu Deinen Gefühlen.
  • Du neigst dazu zu Intellektualisieren.
  • Es fällt Dir schwer, auf andere zuzugehen.
  • Du fühlst nur wenig Verbindung zu anderen Menschen.
  • Du hast wenig Selbstvertrauen.
  • Du betreibst ein Hobby exzessiv.
  • Du gehst beim Sport oder Hobby große Risiken ein.
  • Du bist immer auf der Suche nach einem Kick.
  • Du isst zu viel.
  • Du trinkst zu viel Alkohol.
  • Du arbeitest zu viel.
  • Du nimmst viele Medikamente.
  • Du nimmst Drogen.
  • Du rauchst.
  • Du kaufst zu viel.
  • Du spielst zu viel am Computer.
  • Du verbringst zu viel Zeit im Internet.
  • Du tust etwas in übertriebener Weise.
  • Es gibt Dinge, die Du nicht sein lassen kannst.
  • Du fühlst Dich in Deinen Entscheidungen nicht frei.
  • Du hast Schmerzen, ohne, dass eine körperliche Ursache gefunden werden kann.
  • Du fühlst Dich krank, ohne, dass eine körperliche Ursache gefunden werden kann.
  • Du bist oft krank.
  • Du hast Schwierigkeiten beim Sex.
  • Du folgst sexuellen Praktiken, die Du selbst nicht magst.
  • Deine Projekte gelingen nicht.
  • Es ist sehr schwer für Dich, Deine Ziele zu erreichen.
  • Du kannst Dich nur schwer entscheiden.
  • Dein Beruf erfüllt Dich nicht.
  • Du empfindest die Welt als bedrohlich.
  • Du bist oft im Alarmmodus.
  • Du hast wiederkehrende Gedanken, die Du nicht möchtest.
  • Du hast einen Unfall erlebt und Du denkst öfter daran oder träumst davon.
  • Dir ist Gewalt angetan worden.
  • Du wurdest zu etwas gezwungen, was Du nicht wolltest.
  • Wenn Du an Deine Abstammungsfamilie denkst, hast Du unangenehme Gefühle.
  • Du hast oft starke Konflikte in Deiner Familie.
  • Du fühlst Dich von bestimmten Menschen verletzt oder allein gelassen.

Fange bei Dir selbst an

Sich selbst zu hinterfragen und zu reflektieren braucht Mut. Wir müssen bereit sein, unseren dunklen Anteilen zu begegnen. Allen Mustern, die uns einschränken, uns unfrei machen, uns schaden und unsere Lebensfreude mindern, müssen verletzende Erfahrungen zu Grunde liegen. Freiwillig hätten wir sie uns nie zugelegt. Oft sind wir jedoch so sehr an sie gewöhnt, dass es uns schwer fällt, sie bei uns selbst zu erkennen. Wir haben sie verdrängt, damit sie uns nicht weiter belasten. Die Liste oben hilft Dir, Deine Baustellen zu erkennen.

Alle persönlichen Probleme, unerwünschten innere Zustände und Gefühle, jedes Unwohlsein entstammt grundsätzlich einer Traumatisierung. Vor allem, wenn es wiederholt auftritt. Jedoch nicht nur die persönlichen, auch alle gesellschaftlichen, nationalen und internationalen Probleme und Konflikte basieren auf individuellen Verletzungen, die nicht bearbeitet wurden. Je mehr Einfluss oder Macht ein Mensch hat, der traumatisiert ist und dies nicht bearbeitet hat, desto schädlicher ist seine Wirkung für die Welt. Dir fallen bestimmt spontan Beispiele dafür ein.

„Sei die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ *

Möchtest Du in einer liebens- und lebenswerteren Welt leben? Dann sorge zuerst dafür, dass Deine eigenen Verletzungen heilen. Wenn Dich Dinge an Dir selbst und an Deinem Leben nerven, ändere das. Wenn Dich andere Menschen, Umstände oder Gegebenheiten ärgern, sind sie ein Spiegel für Deine eigenen Muster. Nutze alle Situationen, die Dir Unbehagen bereiten als Gelegenheit, mehr über Dich selbst zu erfahren und Klarheit über Dein Wesen zu erlangen.

Ich weiß, wie das menschliche Bewusstsein funktioniert und wie Traumata, Verletzungen und unerwünschte Muster geheilt werden können. Das zu vermitteln geht leider nicht in Blogartikeln, da die notwendigen Prozesse individuell sind. Einzelsitzungen bieten den Raum, Probleme spezifisch, effektiv und dauerhaft aufzulösen.  Du erhältst dabei auch Methoden, mit denen Du selbstständig arbeiten kannst.

Wenn Du selbst einigermaßen geklärt bist, wirkt schon Deine Anwesenheit positiv auf Deine Umgebung. Und wenn Du den anderen dann noch erzählst wie Du da hingekommen bist, stelle vorher sicher, dass sie es tatsächlich wissen möchten, dann trägst Du zu einer Gesellschaft bei, die lebenswert ist und in der jeder so sein kann, wie er ist, ohne Repressalien, Abwertungen oder Verletzungen erfahren zu müssen. Und vielleicht, eines Tages, ist dies auf der ganzen Welt so. Das ist mein tiefer Wunsch und utopischer Traum.

* (Mahatma Gandhi)

Erfahre, was mit moderner Psychotherapie möglich ist!

Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Kannst du häufig nicht einschlafen, weil es in Deinem Kopf so laut ist? Oder wachst Du nachts auf und findest nicht wieder in den Schlaf, weil sich Gedanken, Sorgen und Befürchtungen wie von selbst umeinander zu drehen scheinen? In diesem Beitrag verrate ich Dir, woher das kommen kann und wie Du damit aufhörst, um endlich wieder entspannt zu schlafen.

Warum guter Schlaf so wichtig ist

Ohne Schlaf wird ein Mensch krank. Er ist extrem wichtig, aus vielerlei Gründen. Schlafen wir zu wenig, sind wir gereizt, kaum leistungsfähig und unsere Wahrnehmung ist eingeschränkt. Diese Erfahrung haben wir alle schon gemacht. Doch schauen wir uns genauer an, wie uns der Schlaf nutzt.

Wir schlafen in Zyklen, die etwa 90 Minuten dauern. Vier bis sieben dieser Zyklen durchlaufen wir jede Nacht. Auf einen Leichtschlafphase folgt eine Tiefschlafphase, die wieder von einer Leichtschlafphase abgelöst wird. Abgeschlossen wird der Zyklus von der REM-Phase. Im REM-Schlaf ist das Gehirn sehr aktiv. Hier träumen wir am meisten und können uns nach dem Aufwachen an diese Träume am besten erinnern. REM leitet sich von „Rapid Eye Movement“ ab, was schnelle Augenbewegungen bedeutet. Sie treten in dieser Schlafphase typischerweise auf.

Nutzen für den Körper

Körperliche Regeneration: Natürlich ruht sich unser Körper aus. Alle Muskeln entspannen sich. Dies geschieht ganz besonders im REM-Schlaf. Stoffwechselprodukte, die sich während des Tages im Körper angesammelt haben, werden abtransportiert und wiederverwertet oder zur Ausscheidung vorbereitet. Wunden heilen im Schlaf besser, als im Wachzustand. Auch das Immunsystem regeneriert sich und wird gestärkt. Schlafmangel macht also für Infektionen anfälliger.

Reinigung des Gehirns: Während eines Jahres entstehen in unserem Gehirn ca. 2,5 kg toxische Proteine und Zellabfall der entsorgt werden muss. Dafür ist das glymphatisches System zuständig. Im Wachzustand ist seine Aktivität um 95% reduziert. Das heißt, im Schlaf legt es erst richtig los. Die glymphatischen Kanäle werden dann weit gestellt, damit das besser funktioniert. Es wird vermutet, dass zu wenig Schlaf neurodegenerativen Erkrankungen, wie zum Beispiel der Alzheimer-Krankheit, begünstigt, da hier hauptsächlich Proteinablagerungen die Ursache sind.

Nutzen für den Geist

Ordnen von Erinnerungen und Problemlösung: Die REM-Schlafphase dient auch dazu, die Eindrücke des Tages zu sortieren und Erinnerungen zu bilden. Dabei werden starke synaptische Verschaltungen im Gehirn stabilisiert und schwache wieder gelöst, damit diese frei werden, neue Gedächtnisinhalte zu speichern. Menschen mit Schlafmangel können sich schlechter erinnern, als diejenigen, die genug Schlaf bekommen haben. Zudem zeigen Studien, dass Menschen Probleme, die sie überschlafen haben, wesentlich leichter lösen konnten.

Bildung der Identität: Schlaf ist ebenfalls wichtig, damit wir geistig gesund bleiben. Alle unsere Erfahrungen und Eindrücke müssen in unser Selbst- und Weltmodell integriert werden. Dadurch bleiben diese kongruent und wir bilden unsere Identität aus. Geschähe dies nicht, bekäme unsere Welt Risse und unsere Identität würde zerfallen, was natürlich dramatische Auswirkungen haben würde. Erinnerungen würden nicht mehr zusammenpassen oder unserer gegenwärtigen Erfahrung widersprechen, wir könnten Personen nicht mit Ereignissen in Verbindung bringen und so weiter. Wir würden mentales und emotionales Chaos erleben und unsere Lebensfähigkeit würde stark eingeschränkt. Dies ist ein Zustand, in dem viele psychisch kranke oder demente Menschen leben. Die integrierende Gehirnleistung, die uns davor schützt, findet nachts überwiegend in der REM-Phase statt.

So, nachdem wir nun klar haben, wie wichtig gesunder Schlaf ist und wozu er dient, befassen wir uns damit, wie wir ihn wiedererlangen können, falls nötig. Es gibt natürlich viele verschiedene Ursachen für Schlafstörungen. Liegen körperliche Erkrankungen vor, müssen diese behandelt werden. Ist das Hormonsystem durcheinander, sollte es reguliert werden. Dazu solltest Du einen Arzt aufsuchen. Liegt es an Stress, ist es wichtig, ihn zu reduzieren. Hier gibt es einen kostenlosen Online-Kurs von mir dazu. Ist das Leben gerade sehr Turbulent, ist es sinnvoll, die Dinge zu ordnen, dann werden auch die Nächte wieder ruhiger. Hierbei kann es unter Umständen sehr nützlich sein, sich Hilfe zu suchen.

Ist soweit jedoch alles in Ordnung und Du erlebst häufiger, dass Du nicht ein- oder durchschlafen kannst, erkläre ich Dir hier, was Du tun kannst.

Wie Du endlich Ruhe findest

Wichtig ist vor allem, dass Du keine Panik bekommst. Gedanken wie: „In vier Stunden geht der Wecker und ich werde wieder nicht ausgeschlafen sein.“ sind bestimmt nicht hilfreich. Damit machst Du Dir nur Stress. Der Puls wird beschleunigt und Stresshormone werden ausgeschüttet. Diese lassen Dich bestimmt nicht so schnell wieder einschlafen. Vermeide Gedankenkreisen um mögliche Probleme oder die Tatsache, dass Du nicht schläfst.

Stattdessen genieße die Zeit, die Du in Deinem Bett liegst. Mache Dir klar, dass Du sie ganz für Dich alleine hast und dass im gegenwärtigen Moment nichts anderes wichtig ist. Du brauchst nichts zu tun oder zu leisten. Du kannst einfach nur rumliegen und entspannen. Spüre die wohlige Wärme im Bett, die entspannte Schwere Deines Körpers und wie Dein Atem ganz ruhig kommt und geht. So solltest Du Deinen Schlaf schnell wiederfinden.

Dein Training

Sollte das nicht ausreichen und Dir Deine Gedanken oder Sorgen keine Ruhe lassen, brauchst Du ein Training, das Du regelmäßig durchführst. Dazu ist es wichtig, anzuerkennen, dass Du die- oder derjenige bist, vom dem es abhängt, was in Deinem Kopf geschieht. Du kannst darüber entscheiden. Das gilt übrigens generell für das ganze Leben. Gedanken sind meistens der Grund für Einschlafstörungen, wie auch Sorgen und Befürchtungen, die letztlich auch Gedanken sind. Wenn diese Dich wach halten, dann ist es Dir, aus welchem Grund auch immer, in diesem Moment wichtig, diese Gedanken zu denken und sie weiter zu verfolgen. Möglicherweise, weil Du glaubst, eine Lösung zu finden, Du meist, die Kontrolle zurückzugewinnen oder weil es Dir zur Angewohnheit geworden ist.

Du bist es, der seine Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenkt, bewusst oder unbewusst. Mache Dir also ganz klar, dass Du Deine Aufmerksamkeit steuerst. Der Ansatz „denke jetzt nicht an Deine Sorgen und Probleme“ funktioniert natürlich nicht. Stattdessen brauchst Du Deine Aufmerksamkeit nur absichtsvoll auf etwas anderes zu richten, was das Einschlafen fördert. Um Deine Aufmerksamkeit zu steuern, musst Du Deinen Willen benutzen. Dieser lässt sich trainieren.

Die Anleitung

Nutze also Deinen Willen und richte Deine Aufmerksamkeit vollständig auf einen Punkt, den Du bequem anschauen kannst. Das geht auch in einem dunklen Raum. Entweder an der Decke, wenn Du auf dem Rücken liegst oder an der Wand, solltest Du auf der Seite liegen. Schaue ihn an. Während Du das tust, stellst Du fest, dass dies Deine Augen anstrengt. Alles um diesen Punkt herum beginnt zu verschwimmen. Deine Augenlider werden schwer. Sollten Deine Augen zufallen wollen, lass es einfach zu.

Du hast nun ein angenehmes Gefühl der Entspannung und Schwere in Deinen Augen. Lass es sich über Dein ganzes Gesicht ausdehnen und dann über Deinen ganzen Kopf. Dann fließt die Entspannung und Schwere in Deinen Hals und Deine Schultern. Von dort in die Arme und Hände. Nun fließt die Entspannung und Schwere von Deinen Schultern in den Rumpf hinab: in Brust, Bauch und Becken. Nichts ist jetzt wichtig. Dein Atem kommt und geht ganz von allein. Jetzt fließt die Entspannung und Schwere vom Becken in Deine Beine und Füße. Dein ganzer Körper ist ruhig, schwer und entspannt. Genieße diesen Zustand und bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit ganz bei ihm.  In kurzer Zeit solltest Du eingeschlafen sein.

Übst Du das regelmäßig, brauchst du irgendwann nur noch „Entspannung und Schwere“ zu denken und Du bist entspannt. Wichtig ist, dass Du wirklich Deinen Willen nutzt und Deine Aufmerksamkeit absichtsvoll auf die Entspannung und Schwere richtest. Alles andere tritt dann automatisch in den Hintergrund und kann Dich nicht mehr stören.

Sollten beide Ansätze nicht funktionieren, dann hält Dich wahrscheinlich ein hartnäckigeres Persönlichkeitsmuster vom Schlafen ab. Melde Dich in diesem Fall einfach bei mir und wir gehen es gemeinsam an.

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Warum bist Du so, wie Du bist? Woher kommen die Ziele, die Du Dir gesetzt hast? Woher kommen die Probleme, die Du hast? Wie kannst Du sie lösen? Hast Du Dich schon einmal gefragt, was die Essenz des Wesens ist, das Du bist? Ist dieses Wesen veränderbar? Wenn ja, in welchem Ausmaß? Dieser Artikel gibt Dir Antworten auf diese Fragen und zeigt Dir Lösungsansätze.

Deine Persönlichkeit entspringt dem Zufall

Denkst Du auch über Dich, dass Du einfach so bist, wie Du bist – unveränderbar? Siehst Du Deine Persönlichkeit als fest definiert an, ebenso wie Deine Meinungen und Ansichten? Dabei ist es genau andersherum. Deine Persönlichkeit ist ein Produkt des Zufalls, daher auch die meisten deiner Meinungen und Ansichten. Deine genetischen Anlagen kommen von zwei Menschen, die einander zufällig begegnet sind und ein Kind gezeugt haben. Das Land und die Kultur, in der Du lebst, hast Du Dir nicht selbst ausgesucht. Menschen, mit denen Du im Laufe der Jahre zu tun hattest und die Dich geprägt haben, traten zufällig in Dein Leben.

Warum Du bist, wie Du bist

Schon vor der Geburt und in der Zeit danach, bis jetzt, machtest Du Erfahrungen und hast daraus ein Bild von Dir selbst und der Welt abgeleitet. Daraus ergeben sich Deine Überzeugungen, Haltungen, Bewertungen sowie Verhaltens- und Reaktionsweisen, die bestimmen wie Du Dich selbst, andere Menschen und die Welt siehst und wie Du mit ihr interagierst.

Diese Persönlichkeitsmuster legen Deinen Charakter, Deine Talente und Neigungen, Deine Eigenschaften und Verhaltensweisen fest. Aber auch Deine Begrenzungen, Hemmnisse und Blockaden. Auch Deine Berufswahl und Deine Lebensgestaltung hängen von ihnen ab. Solange Du ganz gut zurechtkommst, Dich einigermaßen gut fühlst und die Herausforderungen, die auf Dich zukommen bewältigen kannst, ist eigentlich alles in Ordnung. Aber was ist, wenn Du unter Deinen eigenen Mustern leidest?

Irgendwann wirst Du zur Veränderung gezwungen

Du hast sicher auch schon erlebt, dass nach einer gewissen Zeit der Routine immer wieder Situationen entstehen, die Dir klar machen, dass es nicht mehr so weitergeht. Dass eine Veränderung ansteht. Dies geschieht meist nach Abschluss einer Lebensphase: dem Ende einer Ausbildung oder Entwicklungsphase, nach mehreren Jahren im Beruf, wenn Probleme oder eine Krise auftreten oder wenn das Leben fade erscheint. Das sind die Momente, in denen Menschen anfangen sich zu hinterfragen. Wie konnte es dazu kommen? Wie bin ich hierhergekommen? Wie soll es weiter gehen?

Jetzt geht es darum, dass Du neue Wege findest. Letztendlich hast Du Deine Persönlichkeitsmuster selbst gewählt. Auch wenn Du das nicht immer bewusst und vielleicht unter Zwang getan hast. Aufgrund dieser Tatsache kannst Du sie ändern. Und zwar völlig, wenn Du willst. Eine neue Perspektive entsteht und eine Transformation kommt in Gang. Damit verändert sich die Art und Weise, wie Du Dich selbst, die anderen und die Welt wahrnimmst. Wie Du Dich verhältst und wie Du auf bestimmte Situationen reagierst, bestimmst Du selbst. Dein Leben bekommt eine ganz neue Qualität.

So führst Du Veränderung herbei

Diese Transformation zu bewerkstelligen ist gar nicht schwierig. Ich gehe von drei Ebenen der Veränderung aus: In der ersten Ebene reicht es, wenn Du Zusammenhänge erkennst und Dich bewusst anders entscheidest. Beispiel: Deine Kollegen wenden sich immer wieder an Dich und wollen Deinen Rat, den Du auch gerne gibst. Du stellst jedoch fest, dass diese Zeit bei Deinen eigenen Aufgaben fehlt. Du entscheidest Dich, den Zeitaufwand dafür zu reduzieren und verweist an andere Hilfsmöglichkeiten, wenn es geht.

Auf der zweiten Ebene reicht eine bloße Entscheidung nicht aus. Die Muster sind tiefer eingeprägt, sodass Du eine Methode brauchst, um eine wirkungsvolle Änderung herbeizuführen. Beispiel: Du bemerkst, dass Du Dich gegenüber Deinem dominant auftretenden Chef oft klein fühlst und kein Wort herausbekommst. Mit einer geeigneten Methode reflektierst Du dieses Verhaltensprogramm. Dir wird klar, dass Dein Onkel Karl ebenso war und Dein Verhalten Dein kindlicher Lösungsansatz war, mit ihm umgehen zu können und lerntest, Deine „Klappe“ zu halten. Du löst dieses Programm auf, das Du als Erwachsene nicht mehr brauchst und gewinnst gegenüber Deinem Chef Deine Souveränität zurück.

Ich habe einen Online-Kurs entwickelt, mit dem Du eine ganz neue Lebensausrichtung gestalten kannst. Er unterstützt Dich dabei, Deine eigenen Muster zu erkennen und zu bearbeiten. Du erlernst Techniken, mit denen Du Deine Verhaltensprogramme leicht und ziemlich schnell ändern kannst. Den Link zu dem Kurs findest Du am Ende dieses Artikels.

Wenn Du allein nicht weiter kommst

Es gibt aber auch Muster, die kannst Du nicht mit einer Entscheidung oder einer Methode ändern. Sie sind Dir so sehr zu eigen, dass sie für Dich transparent geworden sind. Daher ist es schwer für Dich, sie selbst zu erkennen oder zu ändern. Beispiel: Du bemerkst, dass Du Dich selbst herunter handelst, während Du ein Angebot für einen potentiellen Kunden schreibst. Du hast das Gefühl, dass Du nicht so viel Geld verlangen kannst und schließlich verkaufst Du Dich unter Deinem Wert.

Du hast keine Idee, woher dieses Verhalten kommt und suchst Dir Hilfe. In der Sitzung erinnerst Du Dich an eine Szene, in der sich Deine Eltern streiten. Du bist sechs Jahre alt. Dieses Vorkommnis wiederholen sich und Du hast den Eindruck, schuld an ihrem Streit zu sein und fühlst Dich verantwortlich, die Harmonie wieder herzustellen. Um diese damals angenommene Rolle weiter zu erfüllen, sorgst Du heute immer noch dafür, nicht schuld daran zu sein, dass der Kunde böse auf Dich wird, weil Du ihm ein zu teures Angebot gemacht hast. Nachdem Du dieses Verhaltensprogramm in der Sitzung aufgelöst hast, bekommst Du das Honorar, das Dir zusteht und Du fühlst Dich gut dabei.

Es ist leichter, als Du denkst

Moderne Techniken zur Selbsthilfe sind sehr wirkungsvoll. Zeitgemäße psychotherapeutische Methoden ermöglichen grundlegende Veränderungen innerhalb weniger Sitzungen. Die Zeiten, in denen monate- oder gar jahrelange Therapie-Marathons nötig waren, sind glücklicherweise vorbei. Das Wichtigste ist, dass Du Dich entscheidest, Dein Leben in die Hand zu nehmen und den Zufallscharakter Deiner Persönlichkeit in eine bewusste Wahl zu überführen.

Zum Online-Kurs „Wer will ich sein? Wo will ich hin?“

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Hast Du bereits mehrere Versuche gestartet abzunehmen? Hast Du schon diverse Diäten getestet? Versuchtest Du immer wieder Deine Ernährung umzustellen? Manches davon hat einige Erfolge gebracht, aber Du hast nicht dauerhaft abgenommen? Dieser Artikel erklärt, warum das so ist und was Du tun kannst, um wirklich abzunehmen. Das sagen alle? Nun, hier geht es um ganz fundamentale Ansätze und nicht um Abkürzungen.

Energiebilanz

Wenn Du abnehmen möchtest, musst Du, auch wenn es unbequem ist, folgende Tatsache akzeptieren:  Nimmst Du mehr Energie mit der Nahrung auf, als Du brauchst, nimmst Du zu. Im umgekehrten Fall nimmst Du ab. Es gibt natürlich mehrere verschiedene Faktoren, die darauf Einfluss nehmen, wieviel Energie Dein Körper aus der Nahrung gewinnt. Beispielsweise die genetische Disposition, die allgemeine Stoffwechsellage oder die Darmflora. Wie die Gegebenheiten bei Dir auch immer sind, das Gesetz der Energiebilanz gilt uneingeschränkt.

Daher hast Du grundsätzlich drei Möglichkeiten, um abzunehmen: Die Energiezufuhr zu verringern oder mehr Energie zu verbrauchen oder beides zusammen. Kurzfristige Lösungen, wie Diäten oder vorübergehende sportliche Aktivitäten nützen dabei nichts. Du musst grundlegende Veränderungen in Deinem Leben bewirken und das dauerhaft.

Dabei spielen Deine emotionalen und mentalen Bewusstseinsstrukturen eine entscheidende Rolle. Es gibt Gründe dafür, dass Du mehr isst als Du brauchst und Dich weniger bewegst, als Du solltest. Diese Muster können aufgedeckt und geklärt werden. Dies ist der beste und wirkungsvollste Weg, nachhaltige Erfolge zu erzielen. Doch der Reihe nach.

Die Erziehung

Nur die wenigsten Menschen hatte die Möglichkeit, sich ihr natürliches Gefühl für die Ernährung zu erhalten. Die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen haben die Folgen ihrer Entbehrungen an ihre Kinder weitergegeben. Die überkompensatorischen Nachwirkungen davon sind auch in der gegenwärtigen Kindergeneration noch zu finden. Aber abgesehen davon, ist fast jede absichtliche Beeinflussung der Form, wie sich Kinder ernähren schädlich. Was jemand für sich selbst als gut herausgefunden hat, muss nicht auch für andere gelten.

Auch disziplinarische Maßnahmen an die Ernährung zu knüpfen ist äußerst destruktiv. „… dann gehst Du eben ohne Abendbrot ins Bett!“, „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“, „Was auf dem Teller ist, wird aufgegessen!“ oder „Du darfst erst spielen gehen, wenn der Teller leer ist!“ sind Klassiker, von denen wohl jeder schon gehört oder die viele gar selbst erlebt haben.

Auch sehr gesundheitsbewusste Eltern können ihre Kleinen ganz schön unter Druck setzten. So zwingen sie sie unpopuläres oder Vollwertzeug zu essen, nur weil sie meinen, es wäre super gut. Werden Süßigkeiten übermäßig rationiert, sieht das Kind sie irgendwann als besonders kostbar und erstrebenswert an und wird später überkompensieren.

Kinder schauen sich fast alles bei ihren Eltern ab. Haben die Eltern ein gestörtes Essverhalten, werden die Kinder es nachmachen. Daher sollten Eltern für sich selbst ein gesundes Ernährungsverhalten entwickeln, was die Menge und die Art der Nahrung betrifft. Die Kinder werden es nachahmen. Erklärungen dazu, warum etwas gesund ist, können hilfreich sein.

Lass Dein Kind selbst Erfahrungen machen. Wenn es an einem Tag nur Schokolade isst, wird es selbst herausbekommen, dass das nicht wirklich so toll ist. Mache auch bezüglich der Menge keine Vorschriften. Wenn es zu viel isst, wir es das merken und beim nächsten Mal anders machen. Und Du brauchst Dich auch nicht zu sorgen, wenn es mal nur sehr wenig isst. Es wird selbst dafür sorgen, nicht zu verhungern.

Es begann früh

Nun zurück zu Dir. Deine Art Dich zu ernähren hat ihre Wurzeln in Deiner Kindheit. Schon als Baby machtest Du eindrückliche Erfahrungen wenn Du gestillt wurdest. Wurdest Du mit der Brust oder der Flasche gestillt? Welche Stimmung hatte Deine Mutter oder der Fütterer meistens dabei? Hast Du dabei Liebe erfahren? Wurdest Du als Kind bei guten Schulnoten mit Süßigkeiten belohnt? Durftest Du die Menge, die Du aßest selbst bestimmen?

Auch Du hast viel bei Deinen Eltern und anderen Vorbildern abgeguckt und hast Dich an mögliche Vorschriften angepasst. Hast Du Dir die dicken Bohnen hineingezwungen, weil Du sonst nie zu Spielen rausgekommen wärest? Auch die nonverbalen Signale der Vorbilder sind hier Ausschlag gebend. Wie der mahnende Blick der Tante, als Du dir den zehnten Keks genommen hattest. Und so weiter. Gerade das Thema Essen ist mit viel Bewertung, Kontrolle und Gefühlen aufgeladen.

Es kommt auf Dich an

Wie Du auch immer zu Deiner Ernährungsweise gekommen bist, wichtig ist, was Du heute daraus machst. Möchtest Du deine Ernährung ändern? Möchtest Du abnehmen? Möchtest Du Dich gesünder ernähren? Vielleicht möchtest Du auch zunehmen? Ganz grundlegend für die Art und Wiese unserer Ernährung sind unsere persönlichen emotionalen und mentalen Muster. Wenn Du diese nicht änderst, wirst Du auch deine Ernährungsweise nicht ändern können. Es ist gar nicht so schwierig, diese Muster zu ändern.

Viel bedeutender als das, was wir essen, sind die Gefühle, die wir damit verknüpfen. Wer zu viel isst, holt sich über die Nahrung Gefühle wie Zugehörigkeit, Belohnung, Fülle, Nähe, Genuss oder Gemütlichkeit. Hier geht es meist um Bindungsthemen. Wer zu wenig isst, möchte vielleicht Widerstand, Rebellion, Unabhängigkeit, Kontrolle oder Selbstbestimmtheit demonstrieren. Hier geht es meist eher um Machtthemen. Beide Grundmuster entstehen in einem dysfunktionalen Umfeld und sind ein Versuch, eine Lösung für die jeweiligen Bedingungen zu finden.

Was allen Betroffenen gemein ist, ist dass sie ein großes Stück Autonomie verloren haben. Das Essen wurde zu einem Mittel, um andere Ziele zu erreichen. Damals, in der entsprechenden Situation haben diese Lösungsansätze wahrscheinlich tatsächlich geholfen. Sonst hätte es keinen Grund gegeben, sie zu entwickeln. Das Blöde ist, dass die Verhaltensweisen weiter existieren, auch wenn ihr eigentlicher Grund gar nicht mehr besteht. Selbst als Erwachsene unterliegen wir ihnen, während wir eigentlich von ihnen unabhängig und selbstbestimmt sein könnten.

Das Ernährungsverhalten heilen

Eins sollte unbedingt klar sein: Es ist in Ordnung, wenn Du mollig bist und Dich dabei wohlfühlst. Nicht jedes Kilogramm, das über dem Normalgewicht liegt, muss bekämpft werden. Falls Du abnehmen möchtest, ist sinnvoll, Deine Motive zu hinterfragen. Ist es Dein Wunsch, die Erwartungen anderer zu erfüllen oder irgendwelchen Idealen zu entsprechen, während Du Dich eigentlich gut fühlst? Oder fühlst Du Dich unwohl und möchtest etwas für Deine Gesundheit tun, aus eigenem Antrieb?

Ich behaupte mal, dass jeder zu seinem Normalgewicht zurückkehren kann, sofern nicht eine grundlegende Erkrankung vorliegt. Das sollte natürlich ärztlich abgeklärt werden. Solltest Du schon länger unter Übergewicht leiden, wird es Dir nicht erspart bleiben, grundlegende Änderungen in Deinem Leben und an Deiner inneren Haltung vorzunehmen. Du solltest bereit sein, wirkliche Veränderungen zu akzeptieren und zuzulassen. Ein lavieren an der Oberfläche, wie Diäten oder einer Anmeldung im Fitnessstudio, wird kaum etwas nützen.

Vier Schritte, um dauerhaft abzunehmen

  1. Gefühle heilen

Ganz elementar ist, herauszufinden, welche Gefühle Du Dir über das Essen holst. Dann geht es darum, diese Verhaltensprogramme aufzulösen und einen Weg zu finden, wie Du diese Gefühle auf eine einfachere und gesündere Weise erleben kannst. Das geht mit speziellen Methoden der Hypnosetherapie sehr gut. Wenn diese Muster geändert und eventuelle, mit ihnen in Verbindung stehende Verletzungen geheilt sind, wird sich Deine Ernährungsweise schon wie von alleine ändern, da Du diese emotionale Kompensation nicht mehr brauchst.

  1. Mit Dir selbst in Verbindung sein

Wenn Du alte Verletzungen heilst, ungesunde Indoktrinationen aufgibst und Frieden mit Dir und der Welt schießt, kommst Du viel besser mit Dir in Verbindung. Du nimmst Deine eigenen Bedürfnisse viel besser wahr und es fällt Dir leicht, ihnen entsprechend zu handeln. Süchte machen es notwendig zu dissoziieren. Das heißt, dass wir und mental von uns selbst abtrennen. Ansonsten können wir gar nicht rauchen, uns selbst mit Drogen schaden oder übermäßig essen. Wenn Du Deinen Körper fühlst und wirklich mit ihm in Verbindung bist, kannst Du nicht mehr essen, als Dein Körper möchte. Daher ist ein wichtiger Therapieschritt, das eigene, gesunde Körpergefühl wieder herzustellen und mit der Vergangenheit Frieden zu schließen.

  1. Bewertungen ändern

Ein weiterer, wichtiger Schritt ist es, seine Bewertungen in Bezug auf das Essen zu ändern. Das umfasst nicht nur die Prägungen, die wir haben oder die sozialen Aspekte, sondern auch die Lebensmittel selbst. Gibt es Lebensmittel, von denen Du weißt, dass Sie gesund sind, die Du aber gar nicht magst? Oder Umgekehrt: Gibt es Sachen, von denen Du weißt, dass sie ungesund sind, die Du aber gerne und in großer Menge isst?

Es gibt heute therapeutische Möglichkeiten, diese Bewertungen innerhalb von Minuten zu ändern. Wenn Du das möchtest, kannst Du plötzlich Spinat essen, der für Dich vorher völlig ekelig war. Oder Tomaten oder Pilze, oder, oder. Das geht auch anders herum: Die Schokolade, von der Du vorher praktisch abhängig warst, ist Dir danach egal. Das funktioniert sehr gut, aber natürlich sollten auch die dahinter stehenden Muster beachtet werden.

Es gibt Menschen, die bei der Auswahl dessen, was sie essen, sehr wählerisch sind. Oft entstehen derartige Muster aus dem Bedürfnis heraus, Kontrolle auszuüben oder um ein bestimmtes Bild von sich zu vermitteln. Das ist beispielsweise auch bei Magersüchtigen oft der Fall. Selbst, wenn der Grund für dieses Verhalten erkannt und aufgelöst wird, kann die Abneigung gegen diese speziellen Nahrungsmittel bestehen bleiben. Um zur gesunden und abwechslungsreichen Ernährung zurückzukehren, ist es notwendig, diese Abneigungen auf die oben genannte Weise umzuwandeln, sodass die Nahrungsmittel auch wieder gegessen werden können.

  1. Sport treiben

Nachdem wir jetzt mehrere Ansätze haben, um die Energiezufuhr zu vermindern, schauen wir uns an, wie wir den Energieverbrauch erhöhen können. Hier ist natürlich Bewegung, das beste Mittel. Wie fühlst Du Dich und was denkst Du, wenn Du den Begriff „Sport“ liest? Kommt da so etwas wie „ich mag Sport nicht“, „ich bin kein sportlicher Typ“ oder „Sport ist Mord“? Ich glaube, viele haben diese oder ähnliche, eigentlich überflüssige, Überzeugungen über sich.

Jeder menschliche Körper braucht Bewegung. Ob Du es glaubst oder nicht, wir sind Bewegungswesen. Ich habe das auch lange anders gesehen. Fast jeder trägt Frustrationen aus der Kindheit mit sich, die mit Bewegung zu tun haben. Entweder, weil wir still sitzen sollten, nicht albern sein durften, uns anständig zu benehmen hatten oder ähnliches. Aber auch der Schulsport ist und war für viele, wenn sie nicht gerade ein Bewegungsnaturell waren, eine Quelle von Frust. Mir ging es so. Ich hielt mich lange für unsportlich. Heute fahre ich Rennrad und laufe.

Wenn Du zu denjenigen gehörst, die so etwas erlebt haben, dann ist es an der Zeit, diese Haltung zu ändern. Nicht, dass Du unbedingt Sport treiben müsstest, aber es hilft beim Abnehmen ungemein. Es hat auch weiteren wertvollen Nutzen: Du spürst Deinen Körper besser und nimmst seine Bedürfnisse besser wahr, es hebt Dein Selbstwertgefühl, es baut Muskeln auf, die Deinen Energiegrundumsatz erhöhen, es macht Dich aktiver, verbessert Deine Kondition und vieles mehr. Auch hier lässt sich auf mentaler beziehungsweise therapeutischer Ebene sehr viel machen. Wenn Du Deine hinderlichen und schädlichen Überzeugungen in Bezug auf Sport aufgegeben und verletzende Erlebnisse integriert hast, wirst Du viel motivierter sein und wesentlich weniger Widerstand dagegen spüren.

Dann brauchst Du nur noch eine oder mehrere geeignete Sportarten für Dich zu finden. Ob Du walkst, Rad fährst, schwimmst, Fußball, Tennis oder Badminton spielst oder regelmäßig ins Fitnessstudio gehst, ist dabei egal. Wichtig ist, dass Du Deine Komfortzone verlässt und Dich wirklich anstrengst. Dein Körper sollte mehr leisten als gewöhnlich. Sonst hast Du keinen Trainingseffekt. Schließe Dich mit anderen zusammen, die ähnliche Ziele haben, wie Du. Das ist sehr unterstützend.

Hole Dir Hilfe

Wenn Du schon länger, nur mit mäßigem Erfolg, versucht hast abzunehmen, oder auch zuzunehmen, ist es meine Überzeugung, dass Du externe Hilfe brauchst. Viel wichtiger und wirkungsvoller als die willentliche Ernährungsumstellung und die Überwindung zum Sport ist die Arbeit und Klärung auf mentaler und emotionaler Ebene. Therapeutische Hilfe ist dabei notwendig, da wir für unsere eigenen Muster in der Regel blind sind. Wir brauchen dann einen Standpunkt von außen.

Zusätzlich solltest Du auf jeden Fall Methoden erlernen, mit denen Du selbstständig und unabhängig an Deinen Persönlichkeitsmustern und Verhaltensprogrammen arbeiten kannst. So kannst Du Dir selbst kurzfristig und gezielt helfen. Das beschleunigt Deinen Prozess und stärkt Deine Autonomie.

Melde Dich bei mir zu einem kostenfreien und unverbindlichen Gespräch, wenn Du Dein Projekt zur dauerhaften Gewichtsreduktion jetzt angehen möchtest! Ich freue mich auf Dich.

Erfahre, was mit moderner Psychotherapie möglich ist!

Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Fast immer, wenn ich über meinen Beruf oder mit angehenden Klienten rede, kommt die Sprache natürlich auf die Hypnose. Bei diesen Gesprächen zeigen sich sehr oft Vorstellungen über die Hypnose, beziehungsweise Hypnosetherapie, die weit von dem abweichen, was sie tatsächlich ist. Zudem kommen häufig Ängste und Bedenken, die aus mangelnden Informationen herrühren. Bei dieser Thematik ist es sehr wichtig, zwischen Showhypnose und Hypnotherapie zu unterscheiden. Dieser Artikel erklärt Dir, welche Gefahren von der Showhypnose ausgehen und was Hypnosetherapie ist und was sie leistet.

Gefahren der Showhypnose

Echte Gefahren gehen eigentlich nur von der Showhypnose aus, die gar nichts mit der Hypnosetherapie zu tun hat. Showhypnotiseure unterliegen keinem therapeutischen Ehrenkodex und sind auf Effekte aus. Sie haben aber ein weit verbreitetes Bild der Hypnose vermittelt, das zu vielen falschen Ansichten über die Therapieform führte. Beispielsweise, dass jemand durch einen Fingerschnips mit dem Rauchen aufhört oder dass er dazu gebracht wird etwas zu tun, was er nicht möchte. Das ist völliger Quatsch.

Die Showhypnose beginnt mit der Auswahl der Probanden. Mit ein wenig Menschenkenntnis sind unsichere und um Zustimmung bemühte Personen an ihrem Verhalten leicht zu erkennen und diese werden auf die Bühne gebeten. Manchmal wird auch nur aufgefordert, dass derjenige, der mitmachen möchte, auf die Bühne kommt. Dadurch wird die Bereitschaft mitzuspielen sichergestellt. Dann erfolgen einige Kooperationstests. Wer gut abschneidet, das heißt, wer sich einlässt und sich folgsam zeigt, wird ausgewählt.

Trickreiche Manipulation

Was dann geschieht, ereignet sich in der Regel bei vollem Bewusstsein der Probanden, die unter einem starken Gruppendruck oft einfach nur mitmachen. Der „Hypnotiseur“ wendet dabei autoritäres oder kumpelhaftes Verhalten an, damit die Probanden das Gewünschte tun. Die Mitspieler folgen dem Erwartungsdruck, der auf ihnen lastet, und verlieren einen Teil ihrer Kritikfähigkeit und Selbstbestimmung, die sie an den Hypnotiseur abgeben.

Es werden viele manipulative Tricks benutzt, um besondere Effekte zu erzielen. Dazu wird beim Probanden gezielt eine Desorientierung gezielt erzeugt, um Kooperation zu erzwingen. Zu Beispiel durch ein schnelles Umlegen nach hinten oder einen Schreck, der mittels Fingerschnipsen, Blasen ins Gesicht oder ein plötzliches starkes Zeihen am Arm erzeugt wird. Um aus dieser kurzzeitigen Desorientierung wieder herauszukommen nimmt das Gehirn gerne die erste Anweisung an, um die Orientierung zurück zu gewinnen. „Du gackerst wie ein Huhn“ und der Proband tut es.

Mit der Psyche spiel man nicht

Wer auf die Bühne geht, möchte mitmachen. Das ist eine wichtige Voraussetzung. Er öffnet sich und nimmt die Suggestionen an. Er macht die Suggestionen zu seinen eigenen Überzeugungen. Daher wirken sie. „Das Papiertaschentuch, das da liegt, ist so schwer, dass du es nicht aufheben kannst.“ Der Proband schafft es nicht, dass Taschentuch hochzuheben. „Immer wenn du diese Musik hörst, musst du lostanzen, ob du willst oder nicht.“ Der Proband tanzt sofort, sobald die Musik ertönt. Auch später noch, bis die Suggestion endlich aufgehoben ist. „Deine Hände sind fest zusammengewachsen und je mehr du versuchst sie zu lösen, desto fester sind sie zusammen.“ Es wird nicht gelingen, sie voneinander zu lösen.

Die meisten dieser Versuche haben keine unangenehmen Folgen. Doch es können auch alte Wunden aufgerissen werden, wenn die Probanden beispielsweise in eine Situation ihrer Kindheit zurückversetzt werden, damit sie kindliches Verhalten auf der Bühne zeigen. Kommt der Proband hierbei mit traumatischen Situationen in Kontakt, und ist diesen Erinnerungen schutzlos ausgeliefert, können Destabilisierungs- und Überforderungszustände auftreten oder gar ein Psychose ausgelöst werden.

Die während der Show gegebenen Suggestionen, die unterhaltsam sein sollen, können lange danach weiterwirken und Schäden anrichten. So können bestimmte Auslöser im Alltag unbeabsichtigtes Verhalten oder Reaktionen zur Folge haben, wenn die Suggestionen nicht sauber zurückgenommen wurden. Es können Monate später noch Verwirrung, Entfremdung oder Schlafstörungen auftreten. Es kann auch ein Eindruck von Kontrollverlust bleiben oder das Gefühl bloßgestellt worden zu sein.

Showhypnose kann gefährlich sein. Es handelt sich hierbei um ein übergriffiges Vorführen von Menschen, die aus Neugier oder aus Wunsch nach Aufmerksamkeit mitmachen und die nicht einschätzen können, was tatsächlich mit ihnen geschieht. Es ist besser, sich fern zu halten.

Hypnosetherapie

Die Hypnosetherapie ist eine sehr wirkungsvolle und moderne Therapieform. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich gut belegt. Untersuchungen mit Kernspintomographen oder mit der Elektroenzephalographie weisen veränderte Verarbeitungszustände im Gehirn nach. Diese lassen es zu, dass sich synaptische Verschaltungen leichter lösen oder neu bilden können. Dies wird genutzt, um schädliche Persönlichkeitsstrukturen oder Verhaltensprogramme durch gesunde, förderliche zu ersetzen.  Es lassen sich unerwünschte innere Zustände abbauen, um so die Lebensqualität des Klienten deutlich zu verbessern.

Die Hypnosetherapie hat ein sehr weites Anwendungsspektrum und birgt, wenn sie fachgerecht angewendet wird, keinerlei Gefahren. Sie wird beispielsweise bei Ängsten, Zwängen, Depressionen, Suchtkrankheiten, Selbstwertproblemen, bei Schlafstörungen oder zum Stressabbau angewendet. Sie hilft praktisch alle unerwünschten Gefühle, inneren Zustände oder Verhaltensweisen zu bearbeiten, um sich von ihnen zu befreien. Auch bei chronischen Schmerzen oder zur Beruhigung vor und bei Operationen kommt sie zum Einsatz. Dadurch ist es möglich, die Anästhesie zu verringern oder nur lokal zu geben. Die Belastung durch die Operation wird vermindert und der Heilungsprozess gefördert.

Häufig gestellte Fragen

Oft werden mir folgende Fragen gestellt: „Bin ich während der Sitzung willenlos?“, „Kann ich dazu gebracht werden Dinge zu tun, die ich gar nicht will?“, „Kann ich mich nachher an nichts mehr erinnern, was in der Sitzung geschah?“, „Kann Hypnose alles heilen?“. Die Antwort auf alle diese Fragen ist: „Nein.“

Der hypnotische Zustand

Den hypnotischen Zustand kennst Du bereits. Wenn Du auf dem Sofa sitzt, die Augen geschlossen hast und Dich einfach entspannst oder wenn Du tagträumst, bist Du in diesem Zustand. Er kann aber auch während Aktivitäten auftreten, wenn diese monoton sind und keine speziellen Aufgaben erfüllt werden. Wenn Du beispielsweise über die Felder joggst, im Wald spazieren gehst, im Kino einen Film schaust oder stundenlang mit dem Auto auf der Autobahn unterwegs bist.

In einer Hypnosetherapiesitzung wird gezielt eine körperliche Entspannung herbeigeführt und die Aufmerksamkeit nach innen gelenkt. Das ist alles. Der Körper ist entspannt und innerlich bist Du hellwach. Du bekommst alles mit. Wir reden währenddessen miteinander. Viele fragen mich nachher: „War das alles, ich hatte gar nicht das Empfinden von einem besonderen Zustand.“

Das Gehirn schaltet in diesem Zustand in einem anderen Informationsverarbeitungsmodus. Dadurch ist es möglich, bestehende Persönlichkeitsmuster und Verhaltensprogramme aufzulösen und neue, gewünschte zu etablieren. Zusätzlich wird der gefundene Lösungsansatz nach der Sitzung weiter trainiert. Dadurch verändert sich das Erleben und Verhalten entsprechend des Therapiezieles.

Suggestionen

Die moderne Hypnosetherapie arbeitet ohne Suggestionen. Suggestionen sind „Eingaben“, die der Therapeut dem Klienten geben kann. Sätze, die den Zustand beschreiben, die der Klient erleben möchte. Es hat sich allerdings gezeigt, dass dieses Vorgehen große Nachteile hat. Der Therapeut kann gar nicht wissen, was der Klient gerade genau braucht. Es kann sein, dass er zufällig die richtige findet und sie funktioniert. Genauso gut kann er daneben liegen und die Suggestion läuft ins Leere.

Es ist auch gar nicht notwendig, dass der Therapeut eine Suggestion gibt, denn der Klient hat bereits alle Antworten in sich. Er kennt seine Lösung bereits. Diese zu finden ist nicht schwer. Anschließend wird diese Lösung, die logischerweise genau richtig für ihn ist, verinnerlicht und zu etabliert. Damit lösen sich die ursprünglichen Probleme auf.

Der Hypnosetherapeut

Der Therapeut hält sich persönlich in der Sitzung völlig zurück. Das heißt, er gibt keine Ratschläge und  mischt sich nicht in den Prozess ein. Seine eigenen Ansichten, Meinungen oder Ideen spielen keine Rolle und er behält sie für sich. Seine Aufgabe ist es, den Klienten oder die Klientin durch ihren Prozess zu begleiten. Daher ist seine wichtigste Aufgabe Fragen zu stellen.

Die Klientin oder der Klient finden ihre Lösungen selbst. Sie testen sie und stabilisieren sie. Der Therapeut heilt nicht und die Hypnosetherapie auch nicht. Beide schaffen lediglich die Bedingungen dazu, dass der Klient einen Weg findet, sich selbst zu heilen.

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Deine Beziehung oder Deine Ehe ist am Ende? Du bist verlassen worden oder ihr habt euch getrennt? Du leidest? Der Schmerz scheint Dich aufzufressen und Du weißt nicht, was Du tun sollst? Hier sind ein paar Tipps, die Dir in deiner Situation helfen können.

Es hängt von Dir ab

Wenn wir verlassen wurden oder die Beziehung zerbrochen ist, fühlen wir uns leicht als Opfer, entweder der Umstände oder des anderen, der sich abgewendet hat. Doch eines sollte Dir klar sein: An dem, was in einer Beziehung geschieht, haben immer beide einen Anteil. Ursachenforschung wollen wir hier allerdings nicht betreiben. Dieser Artikel geht davon aus, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass ihr wieder zusammen kommt. Es ist vorbei.

Es geht nun darum, wie Du mit Deinem Schmerz umgehen und gestärkt aus dieser Situation heraus kommen kannst. Auch, wenn es nicht so scheint: Wie sehr Du leidest und wie lange, hängt ausschließlich von Dir ab, Deinen Entscheidungen, wie Du mit Deinen Gefühlen umgehst und ob Du bereit bist, Deinen Groll beziehungsweise Deine Verletzungen loszulassen.

Mache Dich nicht vom anderen abhängig

Möglicherweise fühlst Du Dich ungerecht behandelt. Oder falsch verstanden. Oder nicht ernst genommen. Oder übergangen. Oder, oder. Egal, was passiert ist, solltest Du den Wunsch haben, etwas richtig zu stellen, zu erklären oder eine Wiedergutmachung zu bekommen, vergiss es. Du meinst, wenn Du das bekommst, wenn dies oder jenes geschähe, würdest Du Dich besser fühlen? Solange der oder die andere Dir das nicht gewährst, leidest Du. Es gibt nichts richtig zu stellen. Es ist vorbei. Es ist nichts mehr zu machen. Gib auf.

Fakt ist, solange Du vom anderen etwas erwartest oder wünschst, machst Du Dich abhängig. Du gibst ihm Macht über Dich. Du wirst den Schmerz und die Trennung nicht überwinden, solange Du an dieser Idee festhältst.

Wende Dich Dir selbst zu

Je länger die Beziehung dauerte und je inniger sie war, desto schmerzhafter wird die Trennung für Dich sein. Es mag Dir scheinen, dass Du einen Teil Deiner selbst verloren hättest. Du fühlst Dich wahrscheinlich alleine, hilflos und orientierungslos. Was Du jedoch brauchst, um wieder auf die Füße zu kommen ist alles bereits in Dir.

Du musst Dich nun auf Dich selbst und Deine eigene Kraft besinnen. Was ich gleich beschreibe, habe ich selbst vor vielen Jahren so gemacht, als sich eine Freundin von mir trennte, die mir sehr viel bedeutet. Ich war sehr verzweifelt und fühle mich hilflos. Aber ich wollte auch nicht wieder mehr als ein Jahr lang leiden, wie damals, als sich meine erste Freundin von mir trennte.

Gefühle sind dazu da, gefühlt zu werden

Gefühle, gleichgültig welcher Art, treten auf, wenn sich etwas ereignet, das von unserem Selbstbild oder unseren Erwartungen abweicht. Dies kann ein erfreuliches oder ein unangenehmes Ereignis sein. Es bringt uns aus der Ruhe, es verstört oder überwältigt uns. Diesen Zustand mag unser Gehirn nicht so gerne. Es strebt immer einen friedlichen und ausgeglichenen Betriebszustand an.

Gefühle sind also dazu da, um unvorhergesehene, überraschende oder herausfordernde Situationen und Umstände zu integrieren und wieder zur Normalität zurück zu kehren. Und das geschieht umso erfolgreicher, je widerstandsloser und umfassender wir die auftretenden Gefühle wahrnehmen und zulassen. Gehe also folgendermaßen vor:

Richtig trennen

Solltest Du nicht alleine wohnen, warne Deine Mitbewohner, dass es etwas turbulenter bei Dir werden könnte und sie sich keine Sorgen machen sollen. Lege Dich am besten auf Dein Bett, ohne Dich zuzudecken. Fühle Deine Gefühle. Mache Dir klar, dass es unwiederbringlich vorbei ist. Du bist getrennt. Du bist alleine. Es wird eine Reihe von Gefühlen auftreten. Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Verzweiflung und  andere. Fühle sie. Lasse sie zu und drücke sie aus. Fühlst Du Trauer, weine. Fühlst Du Wut schlage auf den Rücken liegend mit Deinen Fäusten auf Deine Matratze. Du kannst auch mit Deinen Füßen treten. Achte darauf, dass Du Dich nicht verletzt! Schreie in ein Kissen.

Die Gefühle werden sich abwechseln. Wie Wellen kommt das eine, dann das andere, und so weiter. Drücke sie alle aus. Ist die erste Welle vorbei, trenne Dich ganz bewusst von allem, was mit dieser Beziehung zusammenhing: Natürlich von der Person selbst. Von Personen, die Du aufgrund der Trennung nicht mehr oder weniger sehen wirst. Von Haustieren, die Dir lieb geworden sind. Von Dingen, die Dir wichtig waren. Von gemeinsamen Orten. Von gemeinsamen Erlebnissen. Von allem, was Du mit dieser Beziehung verbindest. Und jedes Mal fühle die Gefühle und lass sie zu.

Das mag äußerlich recht dramatisch und turbulent erscheinen. Doch Du wirst feststellen, dass es in Dir einen Anteil gibt, der diesem Geschehen recht gelassen, neugierig und interessiert zuschaut. Der Teil wird wahrscheinlich umso deutlicher, je weiter der Prozess fortschreitet. Es kann aber auch sein, dass er bereits von Anfang an da ist.

Frieden

Das Ganze kann natürlich etwas dauern. Aber es ist es wert, sich darauf einzulassen, denn irgendwann, wenn die Gefühle alle gefühlt und ausgedrückt sind, passiert etwas sehr erstaunliches: Es wird sich ein tiefer Frieden in Dir ausbreiten. Die Gefühle sind alle weg. Du bist wieder ganz bei Dir und fühlst Deine eigene Kraft. Was geschehen ist, wird Dich wahrscheinlich nicht kalt lassen, doch es tritt in den Hintergrund und es wird weiter verblassen.

Sollten sich weitere Phasen der Trauer, Wut oder Niedergeschlagenheit zeigen, dann gehe wieder so vor, wie oben beschrieben, bis Dein Friede dauerhaft ist. Irgendwann wirst Du damit durch sein. Und das wesentlich schneller und entschiedener, als wenn Du den Trennungsschmerz in Dir pflegst, auf Wiedergutmachung wartest oder auf eine Versöhnung hoffst.

Du bist wieder bereit Dein eigenes Leben zu Leben. Du bist wieder heil. Es kann sein, dass ihr wieder zusammen kommt. Doch überlege und durchfühle diese Entscheidung gut, falls sie anstehen sollte. Möglicherweise bist Du offen für eine neue Beziehung. Oder Du entscheidest Dich erst einmal für Dich selbst zu sein und Dich und Dein Leben ganz neu auszurichten. Dazu gibt es hier übrigens einen passenden Kurs.

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Wir wünschen einander Glück, es gibt Glücksucher und Glück scheint eine menschliche Maxime zu sein. Aber was ist Glück eigentlich? Ist es etwas, worauf wir, trotz seines flüchtigen Charakters, Einfluss haben?

1. Glück hängt nicht vom Zufall ab

Ja, natürlich kann uns einen Zufall glücklich machen. Wir treffen einen alten Freund wieder, gewinnen etwas bei einer Tombola oder die Rückzahlung von Finanzamt ist höher, als erwartet. Nach relativ kurzer Zeit ist dieses Glück auch schon wieder vorbei. Es hält nicht an. Das liegt daran, dass unser Gehirn eine zu lange Aufregung nicht wünscht. Die Gefühle, in diesem Fall die Freude, dienen dazu, das Erlebnis zu integrieren. Normalität kehrt wieder ein. Das macht unser Gehirn so, damit die Integrität seiner Informationsverarbeitung nicht gefährdet wird und um Energie zu sparen. Immerhin verbraucht es unter Normalbedingungen ca. 60% unseres Blutzuckers. Bei Stress ca. 90%. Auch gute Gefühle können uns in den Stress-Modus versetzen.

Manche Menschen machen ihr Glück vom Zufall abhängig. Sie spielen Lotto, warten auf die richtige Partnerin oder hoffen, dass die Politik es schon richten wird oder dass es irgendwie von selbst besser wird. Damit machen sie ihr Glück von äußeren Faktoren und vom Zufall abhängig. Meist können sie lange warten.

Viele projizieren ihr Glück in die Zukunft. Das ist ein gängiger Weg, um die Gegenwart erträglicher zu machen. Nach dem Motto: „Wenn dies oder jenes geschieht, dann wird es mir gut gehen.“ Wir nennen das auch Hoffnung.

2. Glück ist so unterschiedlich, wie die Menschen

Gibt es das eine Glück? Was ist Glück für Dich? Jeder hat andere Vorstellungen davon. Was einige Menschen glücklich macht, funktioniert nicht für alle. Figuren in Büchern oder Filmen beziehungsweise Prominente werden oft zu Vorbildern erhoben und manch einer versucht ihnen nachzueifern. Doch diese Mühe ist meist vergebens. Es nutzt nichts, andere nachzuahmen oder irgendwelchen Idolen nachzulaufen, um selbst glücklicher zu werden. Wir fühlen uns eher unbedeutender und kleiner, wenn wir uns mit diesen Idealen vergleichen. Die Antwort auf die Frage, was Du für ein gutes und erfülltes Leben brauchst, kannst Du nur in Dir selbst finden.

Auch Ratgeber können in Bezug auf das Glücklichsein immer nur eine sehr beschränkte Wirkung entfalten. Sie geben Tipps, wie Glück durch Handlungen oder absichtsvolle Verhaltensänderung zu erreichen ist. Das klappt meiner Meinung nach nicht, da das geänderte Verhalten ein Versuch ist, inneren Persönlichkeitsmustern willentlich entgegenzuwirken. Es wird versucht, sich selbst etwas überzustülpen, was nicht passt. Das ist in der Regel nicht erfolgreich, denn die alten Bewusstseinsstrukturen bestehen weiter und sabotieren letztlich alle Bemühungen.

3. Glück hat nichts mit materiellem Gewinn zu tun

Eins ist klar: Glück ist leichter zu empfinden, wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind. Doch auf den Philippinen bin ich Menschen begegnet, die kaum etwas besaßen und doch strahlende Augen hatten und sehr herzlich waren. Ich finde, Besitz wird überbewertet. Jedenfalls in unser Gesellschaft. Es ist schön und komfortabel, wenn alles da ist, was man sich wünscht, doch hat das nichts mit Glücklichsein zu tun.

Ich kenne Menschen, die materiell mehr als überversorgt sind und die sind nicht unbedingt glücklicher. Oft im Gegenteil: Sie sind so sehr in ihre Verpflichtungen verstrickt und damit beschäftig, ihr Lebensmodell aufrechtzuerhalten, dass sie sich darin aufreiben und nur noch wenig Verbindung zu sich selbst haben. Alleine dadurch wird es ihnen wahrscheinlich schwer fallen Glück zu empfinden. Es daher wird an Äußerlichkeiten festgemacht, denn die können noch wahrgenommen werden.

4. Was Glück ist

Was ist Glück im Grunde eigentlich? Glück ist ein Gefühl. Genauso, wie Wut, Trauer, Dankbarkeit oder Freude. Es gibt bestimmte Auslöser, die dieses Gefühl in uns erzeugen. Dir fallen bestimmt sofort gleich mehrere ein, wenn Du darüber nachdenkst.

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass diese Auslöser nötig sind, damit wir dieses Gefühl, Glück empfinden können. So versuchen wir immer wieder Situationen herzustellen, die in uns ein Glücksgefühl entstehen lassen. Das ist anstrengend und verbraucht Ressourcen. Außerdem ist das Glück dadurch bedingt. Es müssen Voraussetzungen erfüllt sein. Das ist blöd und macht uns abhängig. Wie es auch anders geht, erfährst Du im nächsten Punkt.

5. Glück gibt es praktisch unbegrenzt

Wenn ich durch eine Fußgängerzone gehe, habe ich den Eindruck, dass die Menschen wesentlich mehr Auslöser für negative Gefühle besitzen, als für positive. So viele finstere Mienen sind dort zu sehen. Warum ist das so? Ich glaube, dafür gibt es in etwa drei Gründe: 1. Opfer der Umstände zu sein ist scheinbar eine gute Rechtfertigung und man findet schnell Verbündete, die auch so denken. 2. Eine Missbilligende Haltung wird als cooler und überlegener angesehen. 3. Eine schlechte Stimmung hält andere fern und man muss sich nicht mit ihnen befassen und damit auch nicht mit sich selbst. Wir könnten natürlich lange darüber reden, warum Menschen sich so verhalten und welche Vorteile dies für sie hat, aber das lassen wir jetzt. Fallen Dir weitere Gründe ein, warum Menschen es bevorzugen schlecht drauf zu sein? Schreibe sie bitte unten in einen Kommentar.

Ich glaube, die weit verbreitete Ansicht, dass Gefühle einen (oder mehrere) Auslöser brauchen, ist das eigentliche Problem. Diese Überzeugung ist jedoch falsch. Wir können wählen. Du kannst jederzeit und überall ein gutes Gefühl (Glück, Freude, Dankbarkeit, Verbindung, Freiheit und so weiter) spontan in Dir selbst erzeugen. Denke an ein schönes Ereignis, richte Deine Aufmerksamkeit auf das gute Gefühl und lass es stärker werden. Dann vergiss das Ereignis und fühle Dich einfach aus Dir selbst heraus gut. Wenn Du das mehrmals täglich über ein paar Wochen in einem entspannten Zustand tust, bildet Dein Gehirn mit der Zeit neuronale Bahnen aus, die die Aktivierung dieses Gefühls immer leichter machen, bis es Dein grundlegendes Lebensgefühl ist.

6. Glück ist trainierbar

Natürlich gibt es Lebensumstände, die es manchmal schwerer machen das gute Gefühl zu fühlen, manchmal auch leichter. Wie auch immer. Auch in unangenehmen Situationen lebt es sich mit einem positiven Grundgefühl besser. (Nicht zu verwechseln mit positivem Denken, was bekanntermaßen nichts taugt.) Du hast immer Einfluss darauf, wie Du Dich fühlst. Wähle, wie Du Dich fühlen möchtest. Die Umstände spielen dabei tatsächlich kaum eine Rolle. Es sei denn, Du gibst ihnen eine große Wichtigkeit und unterwirfst Dich ihnen.

Tatsächlich ist es so, dass Du selbst im Himmel mit der falschen Haltung die Hölle erleben kannst. Umgekehrt geht es, mit der richtigen Haltung, auch. Wenn Du Deine innere Haltung änderst, folgt das Glück wie von selbst.

Damit sind wir bei der Frage: Was tun, wenn ich kein Glück fühle? Dann hast Du es mit automatischen Verhaltensprogrammen zu tun, die Du irgendwann einmal erlernt hast, als sie Dir ein Vorteil boten. In der Regel dienten sie dazu, andere zu manipulieren. Kleine Kinder lernen das sehr schnell. Wenn sie lächeln, merken sie, dass das Gegenüber zurücklächelt. Wenn es ihnen nicht gut geht, bekommen sie Trost. Oder sie bekommen durch rebellisches Verhalten Aufmerksam oder auch durch auffälliges Ess- und Ausscheidungsverhalten.

Manchmal scheint es Vorteile zu haben, sich nicht gut zu fühlen oder gegen etwas zu sein. Und diese Erkenntnisse werden zur eigenen Bedürfnisbefriedigung eingesetzt. Dieses Verhalten kann sich automatisieren. Vor allem, wenn es funktioniert hat. Und die miese Stimmung wird Programm.

Also: Wenn es mit dem guten Gefühl nicht klappt, dann sabotieren Dich alte Verhaltensprogramme. Diese können allesamt geändert oder aufgelöst werden. Wenn Du das tust, dann klappt es auch mit dem guten Gefühl.

7. Glück kann sich stabil manifestieren

Wenn Du mit dem Gegenwärtigen Frieden schließt, stellt sich ein gutes Gefühl ein. Das gleiche geschieht übrigens auch, wenn Du mit allen Sinnen gegenwärtig bist. Setze Dich einfach irgendwo hin und sei mit allen Sinnen dort. Schaue, höre, rieche, schmecke und fühle. Nimm wahr, was um Dich herum geschieht und nimm dies in Dich auf. Irgendwann verschwinden so die Grenzen zwischen innen und außen. Du wirst merken, dass das Denken leiser wird oder gar ganz aufhört.

Wenn Du das übst, wird das gute Gefühl zur Normalität. Es mag natürlich gewissen Schwankungen unterliegen, doch es lohnt sich das Projekt in Angriff zu nehmen. Im Einklang zu sein ist, glaube ich, das wichtigste Gefühl. Es ist nicht bedingt, denn es ist unser natürlicher Zustand, den wir wahrnehmen, wenn bewertende Gedanken nicht dazwischen funken. Außerdem spart Dein Gehirn dabei viel Energie!

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Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Was meinst Du, wovon es abhängt, dass Du Dich gut fühlst? Davon, dass andere nett zu Dir sind? Davon, dass Du einen guten Tag hast? Davon, dass genug Geld auf dem Konto ist? Davon, dass in Deiner Beziehung alles gut ist? Davon, dass Du guten Sex hattest? Davon, dass Du Deine Ziele erreichst? Vom Wetter? Von den Umständen?

Ich denke, die meisten Menschen glauben, dass es so ist. Und mir wäre es auch manchmal lieber, dass es so wäre, denn dann wäre ich nicht selbst verantwortlich und könnte die Ursachen für mein Befinden im Außen lassen. Das erscheint manchmal einfacher. Doch dort liegt der Grund nicht. Egal wie die äußeren Umstände auch sein mögen: Wie wir uns fühlen, liegt ausschließlich an uns selbst.

Unser Grundgefühl ist eine Gewohnheit

Wie kann das sein? Uns erscheint das Reiz-Reaktions-Schema so selbstverständlich, dass wir es kaum hinterfragen. Irgendetwas geschieht und wir bekommen das dazu passende, übliche Gefühl. Wie wir uns im Alltag grundsätzlich fühlen, ist eine Sache der Gewohnheit. Unsere Prägungen und Erfahrungen spielen hier eine große Rolle. Wir haben in der Vergangenheit in Situationen, die uns verunsichert, verängstigt oder uns an unsere Grenzen gebracht haben,  Lösungen gesucht, um mit ihnen umzugehen und sie zu bewältigen.

Erkannten wir, dass unser Ansatz funktionierte, wendeten wir ihn immer wieder an. Wenn wir uns krank fühlten, mussten wir nicht in die Schule. Wenn wir weinten bekamen wir vielleicht die gewünschte Aufmerksamkeit. Als wir ausgeschimpft wurden, beendeten Schuldgefühle und ein Schuldeingeständnis die unangenehme Prozedur. Fühlten wir uns nicht gemocht, fanden wir möglicherweise die Erklärung darin, dass mit uns etwas falsch sein müsse und bildeten die dazugehörigen Gefühle aus.

„Wenn ich mich schon schlecht fühle, kann es mir nicht mehr schlechter gehen.“ ist eine Grundüberzeugung als vorsorglicher „Schutz“ vor bösen Überraschungen und vor unangenehmen Erwartungen. Manchmal bestand die Lösung eben darin, uns schlecht zu fühlen. Hauptsache, die unangenehme Situation ging vorbei oder das innere Gleichgewicht war wieder hergestellt, auch wenn wir diesen hohen Preis zahlen mussten.

Jedes Kind und jeder Erwachsene versucht eine empfundene Dissonanz zu beseitigen, denn ein Leben in Unfrieden ist sehr belastend, kostet viel Energie, beschädigt die eigene Integrität und kann zu Identitätsproblemen führen. Daher muss, koste es, was es wolle, eine Lösung her. Dazu haben wir grundsätzlich drei Optionen: Die Situation zu verändern, die Situation zu verlassen oder uns anzupassen.

Auch ein schlechtes Gefühl kann eine Lösung sein

Kinder können eine Situation meist nicht ändern, weil sie nicht die Macht oder die Mittel haben. Und sie können sie meist nicht verlassen, da sie von ihren Versorgern materiell und emotional abhängig sind. Da bleibt ihnen nur übrig: sich anzupassen. Diese Anpassung kann darin bestehen, die Lebendigkeit einzuschränken (weniger zu toben, nicht frech zu sein, sich zurückzuhalten, nicht so viel zu wagen und ähnliches) oder die Gefühlswelt konform zu gestalten (keinen Spaß zu haben, wenn die Mutter niedergeschlagen ist, die Neugier zu unterdrücken, da sie mit Gefahren verbunden sein soll, still zu sein, wenn Erwachsene sich unterhalten und so weiter). Jede Zurechtweisung und jedes Anecken war mit einem schmerzhaften Gefühl verbunden, das es zu vermeiden galt.

Kinder haben Selbstbewusstsein und -vertrauen,  Lernfreude und haben soziale Kompetenz. Sie können sich selbst und ihre Fähigkeiten ziemlich gut einschätzen und verhalten sich sozial. Wenn sie Raum haben, sich selbst zu erproben und durch eigene Erfahrung zu entwickeln, bleibt das so und sie entwickeln sich zu gesunden und selbstbestimmten Wesen. Aufgrund überkommener Erziehungsvorstellungen meinen viele Eltern jedoch, dass ihr Kind geformt und zu einem vollständigen Menschen herangezogen werden müsse. Daraus entstehen für Kinder oft verwirrende und belastende Erfahrungen.

Dazu kommt, dass Erwachsene nicht selten widersprüchlich, übergriffig, unklar, inkonsequent, verwirrt, überfordert oder was auch immer sind. Kurz: Sie sind nicht ideal. Und das ist normal. Daher mussten wir alle in der Kindheit interne, das heißt mentale und emotionale Anpassungen vornehmen.

Der größte Teil meiner Arbeit in der Praxis ist davon bestimmt. Damals haben uns unsere Lösungsansätze in diesen Situationen meistens geholfen. Doch häufig haben sie sich automatisiert und prägen unsere Gefühlswelt und unsere Verhaltensweisen als Erwachsene immer noch. Und daher fühlen wir uns in der Regel viel häufiger schlecht, als wir es eigentlich müssten.

Gute Gefühle gibt es unbegrenzt

Was kannst Du also tun, um mehr Lebensfreude und Lebendigkeit zu erleben? Das ist relativ einfach: Du musst Dich umtrainieren. Wie gesagt, die Gefühle, die wir erleben, sind in der Regel eine Gewohnheit. Wir können es uns auch zur Gewohnheit machen, uns gut zu fühlen. Es gibt keine allgemeine Vorschrift, wann man sich wie zu fühlen hat. Das kannst Du selbst bestimmen. Alle Gefühle sind jederzeit aktivierbar. Auch die guten. Natürlich können wir immer wieder von Gefühlen überwältigt werden, wenn Unvorhergesehenes geschieht, doch mit einem stabilen guten Grundgefühl werden wir wesentlich schneller und leichter damit fertig.

So installierst Du ein guten Grundgefühl in Dir: Setze Dich mehrfach am Tag hin, kurz oder für eine längere Zeit, und entspanne Dich so gut es geht. Dann versetze Dich in Gedanken, mit geschlossenen Augen in eine Situation oder an einen Ort, wo Du Dich richtig gut gefühlt hast und wo Du Du selbst sein konntest. Lasse sich dieses gute Gefühl in Deinem ganzen Körper ausbreiten und verstärke es absichtsvoll. Verbleibe darin so lange zu möchtest oder es Dir zeitlich möglich ist. Danach nehme dieses gute Gefühl mit in den Alltag.

Wenn Du dies über drei bis vier Wochen regelmäßig übst, wird es zu Deinem Grundgefühl. In Deinem Gehirn bilden sich neuronale Bahnen aus, die sich mehr und mehr stabilisieren. Du solltest das gute Gefühl natürlich auch nach dieser Zeit immer wieder absichtlich aktivieren und innerlich mit ihm in Verbindung bleiben. Auch im Alltag erinnere Dich immer wieder daran. Das ist ein kleiner, aber äußerst lohnender Aufwand, der Dein Leben sehr verändern kann.

Bei einigen Menschen können die Muster, die schlechte Gefühle erzeugen, sehr massiv sein. Sollte es bei Dir nicht funktionieren aus eigener Kraft gute Gefühle zu erzeugen oder sollten sich nach der Trainingszeit keine Erfolge zeigen, dann melde Dich bei mir. Zusammen bekommen wir das hin.

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Praxis für Psychotherapie und Hypnosetherapie | ulrich-heister.de

Wie fühlst Du Dich, wenn Du warten musst oder gerade einfach nichts zu tun ist? Und: Was tust Du dann? Nimmst Du Dein Smartphone hervor und checkst Deine Nachrichten und schaust, was sonst so in der Welt los ist? Spielst Du Spiele oder liest die neuesten Nachrichten? Was Du tust ist entscheidend für bestimmte Informationsverarbeitungsprozesse in Deinem Gehirn. Gibt es sinnvollere Aktivitäten, als seinem Handy die volle Aufmerksamkeit zu geben?

Die meisten haben Widerstand gegen Langeweile

Der gegenwärtige, auf Input und Aktivität getrimmte Mensch hat meistens etwas gegen Langeweile. Wir sind es gewöhnt etwas zu leisten. „Nutze den Tag!“, „Mache etwas aus Deinem Leben.“ oder „Wer rastet, der rostet.“ sind solche Sprüche, die tief in uns eingebrannt sind. „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Glaubst Du das?

Wir müssen alle unseren Kühlschrank füllen und Miete zahlen. Daher sind wir zur Leistung gezwungen, denn sonst haben wir – jedenfalls in der gegenwärtigen Gesellschafts- und Wirtschaftsform – kein Einkommen. Wir qualifizieren uns, lernen und strengen uns an, um bei unserer Berufswahl und -karriere eine größtmögliche Freiheit zu haben. Das verlangt allen Menschen viel ab.

Druck von der Schule an

Das Abitur muss gut werden, damit wir unseren Studienplatz frei wählen können. Im Studium müssen wir gut sein, damit unsere Berufschancen steigen. Im Job müssen wir Leistung bringen, damit die Vorgesetzten zufrieden sind und wir unsere Position weiter verbessern können. Das Haus will abbezahlt sein, die Kinder sollen eine gute Ausbildung bekommen und eine tolle Karriere bringt ja auch viel Anerkennung.

Unser Schul- und Wirtschaftssystem ist nicht menschengerecht. Wir werden auf Leistung getrimmt und glauben irgendwann selbst, dass dies der Himmel auf Erden sei. Viele Menschen können gar nicht mehr still sitzen oder sich gar auf sich selbst besinnen. Die Aufmerksamkeit ist ständig nach außen gerichtet und es werden Erlebnisse erwartet.

Das Sein an sich, ist überhaupt nicht mehr ausreichend. Im Urlaub, wenn sich dann mal Entspannung einstellen sollte, quillt oft alles unterdrückte Zeug aus den Tiefen des Bewusstseins hervor und verdirbt die schönsten Tage des Jahres. Innere Unruhe, körperliche Symptome, etwa in Form von Erkältungen, Gereiztheit und Aggressionen, Niedergeschlagenheit oder eine innere Leere stellen sich ein.

Unser Gehirn braucht wache Auszeit

Das unser Gehirn ständig Aufgaben lösen und auf äußere Anforderungen reagieren muss, ist ein ziemlich sicherer Weg in den Burnout. Es hat kaum Gelegenheit die Reize, die auf es einstürmten, zu integrieren. Selbst der nächtliche Schlaf, falls er überhaupt noch ausreichend ist, erfüllt diese Aufgabe nur zum Teil. Wir brauchen wache Auszeiten. Dabei ist in unserem Gehirn das Default-Mode-Network (DMN) aktiv. Zu Deutsch: Standard-Netzwerk. Es ist immer aktiv, wenn wir keine konkrete Aufgabe lösen müssen oder Ruhephasen haben. Zum Beispiel beim Dösen, bei der Meditation, beim Bügeln oder wenn wir in der Natur spazieren.

Seine Aufgabe ist es, unsere Erlebnisse zu integrieren und zu ordnen. Es stellt Bezüge zur Vergangenheit her, was zu einem besseren Verständnis unserer Vergangenheit oder zu Plänen für die Zukunft führt. Wir sind nach einer Ruhephase kreativer und entwickeln Ideen, die im geeigneten Moment auftauchen. Auch unsere Identität wird in diesen Momenten weiter entwickelt und gefestigt.

Kommt eine Aufgabe auf uns zu, aktiviert das DMN das Task-Positive-Network (TPN). Das brauchen wir, um konkrete Aufgaben zu bewältigen und neue Lösungen zu entwickeln. Das ist bei Stress der Fall. Wir müssen reagieren, um einer bestimmten Situation gerecht zu werden. Wird dies zum Dauerzustand, fühlen wir uns irgendwann leer und ausgebrannt, denn das DMN konnte seine Aufgabe nicht erledigen. Wir können mit uns selbst nichts mehr anfangen und fallen in ein Loch. Denn die Erlebnisse und Eindrücke konnten nicht integriert und unserer Persönlichkeit hinzugefügt werden.

Was lernen wir daraus?

Mache öfter mal eine Pause. Setze Dich hin und gucke einfach Löcher in die Luft. Dein Smartphone braucht keine andauernde Aufmerksamkeit, das kommt auch mal ohne Dich klar. Vor allem in angespannten Zeiten mit viel Stress ist das wichtig. Besinne Dich darauf, was Dir tatsächlich wichtig ist.

Führst Du Deinen Beruf immer noch aus den Gründen aus, wegen denen Du Dich für ihn entscheiden hast? Oder ist er eine leere Routine geworden? Nutze auch kurze Pausen dazu, um zu Dir zurück zu kommen. Spüre Dich, fühle, was in Dir los ist und sei in Kontakt mit deinen wahren Bedürfnissen. Wenn Du die Pausen auf diese Weise verwendest und sie damit umbewertest, geschieht noch etwas anderes: Die Langeweile verschwindet!

Wache Ruhephasen sind in ihrem Nutzen gar nicht zu unterschätzen. Verwende sie für Dich und Deine Gesundheit. Sei mehr bei Dir selbst. Dabei können gerade zu Anfang natürlich auch Dinge ins Bewusstsein treten, die gar nicht so erfreulich oder eher unangenehm sind. Es ist besser Du schaust sie Dir dann freiwillig an, als dass Du dazu gezwungen wirst. Durch einen Zusammenbruch oder Krankheit.

Ich habe zwei Online-Kurse entwickelt, die Dir dabei helfen können. Der erste heißt „Befreie Dich von Stress und Burnout“. Er ist kostenfrei und zeigt Wege, mit Stress konstruktiv umzugehen und wie Du der Burnout-Falle entkommen kannst. Der zweite hat den Namen „Wer will ich sein? Wo will ich hin?“. Mit ihm kannst Du Deinem Leben eine neue Ausrichtung geben. Möglicherweise, weil Du am Anfang Deiner beruflichen Laufbahn stehst oder Du schon länger im Beruf bist und Dich verändern willst? Vielleicht hast Du den Eindruck, dass etwas Neues ansteht?

Schau einfach mal hinein!

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Kommen Dir andere hin und wieder viel schlauer und fähiger vor, als Du selbst? Kann Dich ein Blick bestimmter Menschen verunsichern? Fühlst Du Dich ausgegrenzt? Glaubst Du, andere machen sich lustig über Dich? Fühlst Du Dich missverstanden? Öffnest Du Dich anderen gegenüber nur ungern? Bist Du unsicher? Oder hast Du ähnliche Empfindungen?

Wie kommt es dazu?

Das könnte daran liegen, dass Du in Dir, mehr oder weniger bewusst, die Überzeugung trägst „Ich bin falsch“. In dieser oder in einer ähnlichen Form. Wie konnte es dazu kommen? Wir Menschen werden nicht so geboren. Kleine Kinder sind offen, neugierig, lernfreudig und: sie haben Selbstvertrauen. Es muss also irgendetwas geschehen sein, was diesen gesunden Zustand beschädigt hat.

Ein Mann nahm Sitzungen bei mir. Er arbeitete im oberen Management eines großen Unternehmens  und kam mit speziellen Kollegen nicht zurecht. Sie konnten ihn leicht verunsichern und er fand sich ihnen gegenüber unfähig. Er fühlte immer wieder, dass mit ihm etwas falsch sein müsse.

Wir untersuchten dieses Verhaltensprogramm und er stellte fest, dass diese Männer Attribute hatten, die seinem Vater ähnlich waren. Dieser erkannte seine Leistungen nicht an und war nie mit ihnen zufrieden. Er war ein Choleriker und drückte seine Unzufriedenheit sehr aggressiv aus. Der Klient fühlte sich als Kind sehr unter Druck gesetzt. Nicht nur, dass er ständig um Anerkennung rang und sich bemühte, seine Leistungen stetig zu verbessern, sondern er zog sich mehr und mehr in sich zurück, indem er kaum mehr Gefühle zeigte und hatte nur wenig Vertrauen in sich selbst.

Wir bearbeiteten die Gefühle der Verletzung, die immer noch in ihm gärten, die Situationen, in denen er sich gedemütigt und ungeliebt fühlte und weitere Trigger, die ihn in diesen instabilen Zustand brachten. Nach der Sitzung schwächten ihn die Kollegen, die das natürlich nicht absichtlich taten, nicht mehr und er gewann sein Selbstvertrauen zurück.

Die Lösung liegt immer in uns selbst

Kinder brauchen Raum zur eigenen Entfaltung und sie brauchen Vertrauen. Das wird nicht mit Strenge oder Überbehütung erreicht. Die Wurzeln schädlicher Persönlichkeitsmuster liegen in den aller meisten Fällen in der Kindheit oder im Jugendalter. Wir Menschen erfahren in unserer Entwicklung nicht immer ideale Bedingungen und wir werden auch nicht unter idealen Menschen groß. Daher tragen wir alle solche oder ähnliche Erfahrungen mit uns herum, die solange wirken, bis sie aufgearbeitet werden.

Wenn wir uns falsch fühlen, liegt das meist zum einen daran, dass wir uns entweder mit anderen vergleichen, die wir besser bewerten als uns selbst oder weil in uns Verhaltensprogramme aktiviert sind, über die wir scheinbar keine Kontrolle haben, wie in dem Beispiel oben. Wir haben in beiden Fällen unsere Selbst-Autonomie verloren.

Das Vergleichen war für uns in bestimmten Lebensabschnitten sicherlich von Vorteil. Möglicherweise, um unser Verhalten der Umgebung anzupassen oder um Orientierung zu erhalten. Beides diente unserem Schutz, doch wenn sich das Vergleichen automatisiert, leiden wir. Wir reichen uns selbst dann nicht mehr. Wir nehmen Bezug auf andere und verlieren den Kontakt mit uns selbst. Wir bleiben nicht bei uns und sind von der eigenen Kraftquelle abgeschnitten. Wir sind nicht das Zentrum unseres Lebens, in dem Sinne, dass eigene Bedürfnisse und Qualitäten in den Hintergrund treten.

Du bist vollständig

Kein Mensch ist perfekt. Wir können immer dazulernen und uns verbessern, wenn wir wollen. Dazu ist es sinnvoll bei anderen zu schauen, wie sie das machen. Die Probleme fangen an, wenn wir in das Abschauen, in das Vergleichen, eine gefühlte Wertung einbringen. Wenn du jemand anderen aufwertest, wertest Du Dich gleichzeitig ab. Und Du fühlst Dich schlecht. Dabei hat das Dazulernen und Verbessern gar nichts mit einem Wert zu tun.

Was wir tatsächlich brauchen, ist Unterscheidungsfähigkeit. Sie ist wertfrei und erkennt lediglich die Unterschiede. Wenn Du die Welt und andere Menschen auf diese Weise betrachtest, bleibst Du ganz. Du gibst Deinen Wert nicht ab. Du bist vollständig.

Gewinne Deine Selbst-Autonomie zurück

Es ist wichtig, dass wir die Kontrolle über unsere Verhaltensprogramme zurück erhalten und damit über unser Leben und unser Gefühl der Ganzheit. Dazu müssen sie identifiziert werden, was relativ leicht ist. Jedes Unwohlsein, Problem oder körperliche Symptom, das wiederholt auftritt, ist ein Indikator solcher Muster. Dann müssen die Auslöser für dieses Verhalten von dem Programm abgekoppelt werden. Im Anschluss ist es sinnvoll, ein neues Muster zu etablieren, was für die Erfahrungen sorgt, die gewünscht sind.

Hierzu ist es sehr nützlich, selbst Methoden zu erlernen, die das ermöglichen. So können viele dieser Persönlichkeitsmuster aufgearbeitet werden. Oft ist es jedoch auch sinnvoll, sich Hilfe zu holen, denn wir sind gelegentlich blind für die eigenen Strukturen. Dabei leistet beispielsweise die Hypnosetherapie sehr gute Dienste. Sie ist nicht manipulativ und unterstützt Dich darin, Deine eigenen Lösungsansätze zu finden. Und ganz zu werden.

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