Reaktionismus als Mittel gegen Unsicherheit

In der Natur ist zu beobachten, dass Strukturen und Systeme dazu neigen, ihren Zustand zu bewahren. Veränderungen sind immer mit einem Aufwand an Energie verbunden. Physikalische Massen sind träge und Egos mögen Veränderungen nicht. Lediglich, wenn das Ego einen Vorteil oder eine Verbesserung erkennt, kann es einen Wandel gut heißen.

In der Regel mag sich das Ich jedoch nicht gerne auf Neues einlassen. Es hat ja schließlich in jahrelanger, mühevoller Arbeit mentale Muster geschaffen und eine Umgebung gestaltet, die sich bewährt hat. Es hat seinen Weg gefunden das Leben zu bewältigen. Das Ego ist sogar fähig, sich an Gegebenheiten anzupassen und in ihnen zu bestehen, selbst, wenn diese alles andere als ideal sind und es sich nicht in der Lage sieht, eine Verbesserung aus eigener Kraft herbei zu führen. Das ist eine prima Leistung.

Je mehr es sich mit einer bestehenden Situation identifiziert, gleichgültig ob freiwillig oder gezwungenermaßen, desto weniger will es sie verlassen. Das Bekannte gibt ihm Sicherheit, denn es scheint es kontrollieren zu können. Das Unbekannte wirkt bedrohlich, weil etwas geschehen könnte, zu dem es noch kein Bewältigungsprogramm gibt. Daher ist es für eine Person im allgemeinen angenehmer, sich im Bereich des Bekannten zu bewegen und Fremdes zu meiden. Dieser Mechanismus ist derzeit gut in den gesellschaftlichen Ereignissen unseres Landes zu beobachten.

Konservative und Reaktionäre Gesellschaftsbereiche bilden sich aufgrund der Tendenz des Egos zu Sicherheit, Schutz und Bewahrung. Das ist natürlich hilfreich, denn dies dient letztendlich dazu, dem Individuum die Erfüllung seiner Grundbedürfnisse zu sichern. Häufig jedoch neigen solche Strukturen zur Erstarrung und stellen sich notwendigen Neuerungen und Anpassungen entgegen.

Lebendigkeit findet genau an der Grenzfläche zwischen Bekanntem und Unbekanntem statt. Kennen Sie Phasen in Ihrem Leben, in denen die Routine und Verpflichtungen jede Begeisterung zu ersticken scheint? In denen alles etwas fade wirkt? In diesem Fall befinden Sie sich zu lange im Bereich des Bekannten. Befassen Sie sich mit etwas Unbekanntem und lassen Sie sich absichtsvoll darauf ein.

Mit herzlichem Gruß
Ulrich Heister

Ulrich Heister

Ulrich Heister

Ich arbeite mit Menschen, die etwas verändern wollen: in ihrem eigenen Leben, in ihren Beziehungen oder im Beruf. Sie wollen gesünder, glücklicher und erfüllter leben. Mich begeistert die Aufgabe, für meine Klientinnen und Klienten einen Raum zu öffnen: einen liebevollen, wertschätzenden Freiraum, in dem sie sich entwickeln, sich selbst erfahren und ihr Leben mit Leichtigkeit und Freude in die Hand nehmen.

Seit 1995 bin ich in eigener Praxis tätig. Meine Schwerpunkte sind die Psychotherapie, die Hypnosetherapie und die Psychosomatik. In diesen mehr als 20 Jahren habe ich die Erfahrungen aus meiner Arbeit und zahlreichen Zusatzausbildungen zu einem sehr wirkungsvollen Ansatz weiterentwickelt. Ich begleite Klienten in Einzelsitzungen, bietet aber auch Kurse an. Darüber hinaus lehre ich an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und unterstütze Führungskräfte und Teams in Unternehmen mit Coaching sowie zielgerichteten Workshops.

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Herzliche Grüße
Ulrich Heister
Ulrich Heister