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So klappt es mit dem guten Lebensgefühl

Was meinst Du, wovon es abhängt, dass Du Dich gut fühlst? Davon, dass andere nett zu Dir sind? Davon, dass Du einen guten Tag hast? Davon, dass genug Geld auf dem Konto ist? Davon, dass in Deiner Beziehung alles gut ist? Davon, dass Du guten Sex hattest? Davon, dass Du Deine Ziele erreichst? Vom Wetter? Von den Umständen?

Ich denke, die meisten Menschen glauben, dass es so ist. Und mir wäre es auch manchmal lieber, dass es so wäre, denn dann wäre ich nicht selbst verantwortlich und könnte die Ursachen für mein Befinden im Außen lassen. Das erscheint manchmal einfacher. Doch dort liegt der Grund nicht. Egal wie die äußeren Umstände auch sein mögen: Wie wir uns fühlen, liegt ausschließlich an uns selbst.

Unser Grundgefühl ist eine Gewohnheit

Wie kann das sein? Uns erscheint das Reiz-Reaktions-Schema so selbstverständlich, dass wir es kaum hinterfragen. Irgendetwas geschieht und wir bekommen das dazu passende, übliche Gefühl. Wie wir uns im Alltag grundsätzlich fühlen, ist eine Sache der Gewohnheit. Unsere Prägungen und Erfahrungen spielen hier eine große Rolle. Wir haben in der Vergangenheit in Situationen, die uns verunsichert, verängstigt oder uns an unsere Grenzen gebracht haben,  Lösungen gesucht, um mit ihnen umzugehen und sie zu bewältigen.

Erkannten wir, dass unser Ansatz funktionierte, wendeten wir ihn immer wieder an. Wenn wir uns krank fühlten, mussten wir nicht in die Schule. Wenn wir weinten bekamen wir vielleicht die gewünschte Aufmerksamkeit. Als wir ausgeschimpft wurden, beendeten Schuldgefühle und ein Schuldeingeständnis die unangenehme Prozedur. Fühlten wir uns nicht gemocht, fanden wir möglicherweise die Erklärung darin, dass mit uns etwas falsch sein müsse und bildeten die dazugehörigen Gefühle aus.

„Wenn ich mich schon schlecht fühle, kann es mir nicht mehr schlechter gehen.“ ist eine Grundüberzeugung als vorsorglicher „Schutz“ vor bösen Überraschungen und vor unangenehmen Erwartungen. Manchmal bestand die Lösung eben darin, uns schlecht zu fühlen. Hauptsache, die unangenehme Situation ging vorbei oder das innere Gleichgewicht war wieder hergestellt, auch wenn wir diesen hohen Preis zahlen mussten.

Jedes Kind und jeder Erwachsene versucht eine empfundene Dissonanz zu beseitigen, denn ein Leben in Unfrieden ist sehr belastend, kostet viel Energie, beschädigt die eigene Integrität und kann zu Identitätsproblemen führen. Daher muss, koste es, was es wolle, eine Lösung her. Dazu haben wir grundsätzlich drei Optionen: Die Situation zu verändern, die Situation zu verlassen oder uns anzupassen.

Auch ein schlechtes Gefühl kann eine Lösung sein

Kinder können eine Situation meist nicht ändern, weil sie nicht die Macht oder die Mittel haben. Und sie können sie meist nicht verlassen, da sie von ihren Versorgern materiell und emotional abhängig sind. Da bleibt ihnen nur übrig: sich anzupassen. Diese Anpassung kann darin bestehen, die Lebendigkeit einzuschränken (weniger zu toben, nicht frech zu sein, sich zurückzuhalten, nicht so viel zu wagen und ähnliches) oder die Gefühlswelt konform zu gestalten (keinen Spaß zu haben, wenn die Mutter niedergeschlagen ist, die Neugier zu unterdrücken, da sie mit Gefahren verbunden sein soll, still zu sein, wenn Erwachsene sich unterhalten und so weiter). Jede Zurechtweisung und jedes Anecken war mit einem schmerzhaften Gefühl verbunden, das es zu vermeiden galt.

Kinder haben Selbstbewusstsein und -vertrauen,  Lernfreude und haben soziale Kompetenz. Sie können sich selbst und ihre Fähigkeiten ziemlich gut einschätzen und verhalten sich sozial. Wenn sie Raum haben, sich selbst zu erproben und durch eigene Erfahrung zu entwickeln, bleibt das so und sie entwickeln sich zu gesunden und selbstbestimmten Wesen. Aufgrund überkommener Erziehungsvorstellungen meinen viele Eltern jedoch, dass ihr Kind geformt und zu einem vollständigen Menschen herangezogen werden müsse. Daraus entstehen für Kinder oft verwirrende und belastende Erfahrungen.

Dazu kommt, dass Erwachsene nicht selten widersprüchlich, übergriffig, unklar, inkonsequent, verwirrt, überfordert oder was auch immer sind. Kurz: Sie sind nicht ideal. Und das ist normal. Daher mussten wir alle in der Kindheit interne, das heißt mentale und emotionale Anpassungen vornehmen.

Der größte Teil meiner Arbeit in der Praxis ist davon bestimmt. Damals haben uns unsere Lösungsansätze in diesen Situationen meistens geholfen. Doch häufig haben sie sich automatisiert und prägen unsere Gefühlswelt und unsere Verhaltensweisen als Erwachsene immer noch. Und daher fühlen wir uns in der Regel viel häufiger schlecht, als wir es eigentlich müssten.

Gute Gefühle gibt es unbegrenzt

Was kannst Du also tun, um mehr Lebensfreude und Lebendigkeit zu erleben? Das ist relativ einfach: Du musst Dich umtrainieren. Wie gesagt, die Gefühle, die wir erleben, sind in der Regel eine Gewohnheit. Wir können es uns auch zur Gewohnheit machen, uns gut zu fühlen. Es gibt keine allgemeine Vorschrift, wann man sich wie zu fühlen hat. Das kannst Du selbst bestimmen. Alle Gefühle sind jederzeit aktivierbar. Auch die guten. Natürlich können wir immer wieder von Gefühlen überwältigt werden, wenn Unvorhergesehenes geschieht, doch mit einem stabilen guten Grundgefühl werden wir wesentlich schneller und leichter damit fertig.

So installierst Du ein guten Grundgefühl in Dir: Setze Dich mehrfach am Tag hin, kurz oder für eine längere Zeit, und entspanne Dich so gut es geht. Dann versetze Dich in Gedanken, mit geschlossenen Augen in eine Situation oder an einen Ort, wo Du Dich richtig gut gefühlt hast und wo Du Du selbst sein konntest. Lasse sich dieses gute Gefühl in Deinem ganzen Körper ausbreiten und verstärke es absichtsvoll. Verbleibe darin so lange zu möchtest oder es Dir zeitlich möglich ist. Danach nehme dieses gute Gefühl mit in den Alltag.

Wenn Du dies über drei bis vier Wochen regelmäßig übst, wird es zu Deinem Grundgefühl. In Deinem Gehirn bilden sich neuronale Bahnen aus, die sich mehr und mehr stabilisieren. Du solltest das gute Gefühl natürlich auch nach dieser Zeit immer wieder absichtlich aktivieren und innerlich mit ihm in Verbindung bleiben. Auch im Alltag erinnere Dich immer wieder daran. Das ist ein kleiner, aber äußerst lohnender Aufwand, der Dein Leben sehr verändern kann.

Bei einigen Menschen können die Muster, die schlechte Gefühle erzeugen, sehr massiv sein. Sollte es bei Dir nicht funktionieren aus eigener Kraft gute Gefühle zu erzeugen oder sollten sich nach der Trainingszeit keine Erfolge zeigen, dann melde Dich bei mir. Zusammen bekommen wir das hin.

Ist Homöopathie Humbug? Oder: Wie funktioniert Heilung?

In meiner Ausbildung zum Heilpraktiker bin ich in sehr viele Methoden der Naturheilkunde eingeführt worden. Darunter waren auch die Homöopathie und die Akupunktur. Beide, aber vor allem die Homöopathie, werden zurzeit heftig in den Medien diskutiert. Wie schlimm ist es, dass die wissenschaftliche Wirksamkeit der Homöopathie nicht nachgewiesen ist? Ist Wissenschaftlichkeit überhaupt ein bedeutendes Kriterium für die Heilung von Menschen?

Ohne Aufklärung geht es nicht

Mein berufliches Leben begann in der Welt der Naturwissenschaften. Daher halte ich es für absolut notwendig, dass wir, im Sinne der Aufklärung, eine objektivierte Wissensbasis haben. Ansonsten würden wir uns in imaginären Glaubenssystemen verlieren und hätten kein wirkungsvolles Wissen für unser Agieren in der Welt. Die letzten Jahrhunderte erzählen eine grausame Geschichte vom Festhalten an Fantasierealitäten. Wir sind heute immer noch nicht frei davon. Unzweifelhaft haben die Naturwissenschaften mehr Verbesserungen für die Menschen gebracht, als beispielsweise irgendeine Religion oder Ideologie.

Natürlich haben die medizinischen und technologischen Fortschritte auch ihre Schattenseiten. Doch ich habe den Eindruck, dass die Menschen hinzulernen und diese abmildern. Zum Beispiel mit grüner Technologie und einem umfassenderen Verständnis für Umwelt und Mensch. Schaden entsteht dagegen immer dort, wo Menschen andere Menschen oder die Natur ausbeuten, um sich selbst zu bereichern.

Bei allen Versuchen der Wissenschaften, möglichst objektiv und umfassend zu sein, muss man sich trotzdem klar machen, dass sie lediglich ein Glaubenssystem sind und nicht die Realität selbst. Sie dienen der Beschreibung dessen, was ist. Dies ermöglicht über die erkannten Gesetzmäßigkeiten Vorhersagen und den Transfer des Wissens in andere Bereiche. Global betrachtet brauchen wir als Menschheit einen Wissenskonsens, um unser Potential zum Nutzen des Einzelnen zu entfalten und um unsere Art sowie unsere  Lebensgrundlage zu erhalten.

Ursachen von Krankheit

Meiner Beobachtung nach gibt es grundsätzlich drei Gründe für gesundheitliche Störungen oder Krankheiten:

  1. Physische Ursachen. Beispiele: Genetische Disposition, Gifte, Erreger, Parasiten oder Umwelteinflüsse wie Strahlen, Klima oder schädliche beziehungsweise fehlende Nahrungsbestandteile. Aber auch Koinzidenzen wie herunterfallende Steine oder Naturkatastrophen.
  2. Persönliche mentale und emotionale Muster, die schädliches Verhalten verursachen. Beispiele: Alle Arten von Sucht, Fehlernährung und Bewegungsmangel aufgrund von mangelndem Wissen oder fehlender Motivation. Auch asoziales oder kriminelles Verhalten.
  3. Persönliche mentale und emotionale Muster, die sich unmittelbar auswirken. Beispiele: Körperliche Symptome, für die keine physische Ursache gefunden werden kann, Burnout, Posttraumatische Belastungsstörung, Depressionen, Angststörungen oder Zwänge. Krankheitsgewinn.

Bei akuten Erkrankungen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, sodass der Körper bekommt, was er braucht und weiterer Schaden vermieden wird. Ein Knochenbruch muss geschient, Wunden müssen versorgt werden. Substanzen, die der Körper braucht, müssen ihm zugeführt werden. Medikamente zur Regulation oder Erregerbekämpfung sollten angewendet werden. Bei Erkrankungen vom Typ 1 leistet die Schulmedizin hervorragende Dienste.

Ich schätze jedoch, dass in der westlichen Welt 70 bis 90 Prozent aller Erkrankungen (inklusive der körperlichen) auf die Ursachen von Typ 2 und 3 zurückzuführen sind. Hier sind therapeutische Ansätze für fundierte Erfolge notwendig und bei ärztlicher Intervention begleitend anzuwenden. Geist und Körper bilden eine Einheit. Die Trennung beider findet nur in unseren Köpfen statt. So liegt der Schlüssel zur Heilung der Erkrankungen von Typ 2 und 3 in unserem Bewusstsein. Aber auch bei Erkrankungen von Typ 1 kann eine Therapie sehr unterstützend oder gar entscheidend zur Heilung oder Linderung beitragen. Wer weiß, ob die tatsächliche Ursache des Verkehrsunfalls nicht in einem Muster der Selbstbestrafung zu finden ist oder die ständige Neigung zu Erkältungen in einem andauernden unterschwelligen Stress? Die tatsächlichen Ursachen sollten gefunden und aufgelöst werden, ansonsten wiederholen sich die Symptome oder der Zustand wird chronisch.

Wie Heilung funktioniert

Der amerikanischen Chirurg Bruce Moseley wagte einen faszinierenden Versuch. Er vollzog an Patienten mit Kniearthrose eine Scheinoperation, bei denen diese selbst zuschauen konnten. Die Operationsgeräusche wurden simuliert, doch die Haut wurde dabei lediglich eingeritzt, um eine Operationswunde vorzuspiegeln. Der Erfolg dieser fingierten Behandlungen war genau so groß, wie der von tatsächlichen Eingriffen. Es gibt noch viele weitere Studien, die die Wirkung von simulierten Eingriffen oder wirkstofflosen Medikamenten (Placebos) belegen.

Woher kommt in diesen Fällen die Heilung? „Gewissheit“ lautet die Antwort. Der Patient erlangt die Gewissheit, dass ihm geholfen wurde und dass nun der Heilungsprozess einsetzt. Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert und viel wichtiger: die mentale Haltung ändert sich. In der Therapie wird dies durch ein Erkennen von Zusammenhängen oder ein Erinnern von Erlebnissen erreicht. Häufig reicht auch eine direkte Veränderung von Verhaltensprogrammen auf neuronaler Ebene, um eine Verschiebung von Gewissheit, hin zur positiven Wirkung, zu erreichen.

Woher die Gewissheit kommt, ist dabei gleichgültig. Diese kann sich von den Ärzten oder Therapeuten übertragen, weil sie von ihrem Tun überzeugt sind, oder die Medikamentengabe oder Operation löst sie aus, da ihnen eine hohe Bedeutung beigemessen wird. Prinzipiell könnte sie jeder aus sich selbst heraus erzeugen, doch das ist nicht leicht, wenn man von einer Erkrankung oder Krise betroffen ist.

Natürlich ist auch die „mechanische“, also physikalische und (bio)chemische Wirkung der ärztlichen Behandlung gegeben, doch der psychosomatische Anteil ist hierbei nicht zu unterschätzen. Es gibt allopathische Mittel, deren Wirkmechanismus nicht bekannt ist. Sie wirken wahrscheinlich eher wie ein homöopathisches Präparat.

Der direkte Weg

Homöopathie und Akupunktur haben mich in meiner Ausbildungszeit sehr fasziniert. Es sind in sich schlüssige und sehr komplexe Methoden. Wer in diesen Disziplinen wirklich gut sein will, braucht ein jahreslanges Studium. Mir erscheinen sie zu komplex und auf den eigentlichen Prinzipien, die zur Heilung führen, aufgesetzt. Ich hatte den Eindruck, dass die Psychotherapie näher an die grundlegenden Wirkprinzipien heranreicht. Heute sehe ich es so, dass die Bewusstseinsarbeit der direkteste Weg ist, um eine Verbesserung zu erzielen. Sowohl bei seelischen, das heißt bei mentalen und emotionalen, als auch bei den meisten körperlichen Leiden. Bei physischen Erkrankungen nutzt sie parallel zur Unterstützung der medizinischen Behandlung auf innerer Ebene, um ursächliche Konflikte und schädliche Verhaltensprogramme zu heilen.

Gewissheit ändern

Was für uns Gewissheit ist, erleben wir als Realität. Frust im Schulsport verankerte möglicherweise die Überzeugung unsportlich zu sein. Von dort an war jede Form von nicht unbedingt notwendiger Bewegung mit Widerstand verbunden. Daraus resultierte in späteren Lebensjahren Dickleibigkeit und vielleicht Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Rauchen in der Schulhofecke erzeugte ein Gefühl der Zugehörigkeit. Die Gewissheit dieser Wirkung löst selbst Jahrzehnte später mit jeder Zigarette  dieses Gefühl erneut aus. Das Rauchen aufzugeben wäre der Verlust einer Quelle für das Zugehörigkeitsgefühl.  Daher wird der Versuch des Aufhörens wohl kaum erfolgreich sein oder das Rauchen wird durch eine andere Sucht ersetzt. Erst wenn durchschaut wird, dass die Zigaretten nur dazu dienten, dieses Gefühl zu erzeugen, dann kann die Sucht aufgegeben werden. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Suchtstoffe eine Selbstmedikation gegen ein unglückliches Leben darstellen. Daher ist es zur Heilung der Sucht notwendig, das Grundproblem zu erkennen und aufzuarbeiten.

Die Liste, wie Gewissheiten zu körperlichen und seelischen Problemen führen, ließe sich endlos verlängern. Vielleicht ist Ihnen bei anderen schon einmal ein seelisches Muster aufgefallen, das Sie ganz klar mit ihren Leiden in Verbindung bringen konnten? Oder gar bei Ihnen selbst?

Der Wert der Bewusstseinsarbeit

Wie schon erwähnt, verwende ich lieber den Begriff „Bewusstseinsarbeit“ statt „Psychotherapie“. Denn es sind unsere Bewusstseinsinhalte, wie Überzeugungen, Bewertungen, Ansichten und Haltungen, die unser Erleben uneingeschränkt bestimmen. Sie sind es auch, die 70 bis 90 Prozent aller Erkrankungen zu Grunde liegen. Daher ist beispielweise die Hypnosetherapie so wirkungsvoll, denn sie setzt unmittelbar an der Wurzel des Problems an. Mit ihr können Gewissheiten ziemlich leicht verändert werden. Dabei ist sie wenig zeitaufwendig und vergleichsweise preisgünstig.

Zusammenfassung

Heilung hat einen körperlichen und einen seelischen Aspekt. Ein seelischer Anteil bei einer Erkrankung ist fast ausnahmslos gegeben. Daher ist eine therapeutische Behandlung zur Lösung eines Problems, einer Krise oder zur Heilung einer körperlichen Erkrankung sehr sinnvoll, auch parallel zu einer ärztlichen Behandlung. Gewissheit ist der Schlüssel zum Erfolg einer Therapie. Wie der Patient sie erlangt, ist von der Methode weitgehend unabhängig. Er sollte wählen, was zu ihm passt und wem er vertrauen kann.

„Wie werde ich meine Angst los?“

Ursachen, Folgen – und drei konkrete Wege aus der Angst

Alle Menschen berührt das Thema Angst. Angst ist ein Grundgefühl, das uns eigentlich schützen soll. Die konkrete Furcht vor einem heranfahrenden LKW ist durchaus begründet und sinnvoll, wenn ich mitten auf einer Straße stehe. Manchmal nervt Angst aber auch einfach nur.  Sie ist da, ohne konkrete Bedrohung oder ohne ersichtlichen Grund; so wie etwa die Angst vor Spinnen oder die Flugangst. In diesem Artikel nähern wir uns diesem Phänomen an und halten nach Lösungsansätzen Ausschau. Abschließend zeige ich Ihnen drei mögliche Wege, wie Sie mit Ängsten umgehen und sie loswerden können.

Konkrete Bedrohung oder diffuse Angst?

Bei konkreten Bedrohungen hilft es, die Situation zu verlassen. Ich verlasse die Straße, wenn ein Fahrzeug kommt. Ich nähere mich nicht dem Abgrund. Ich suche eine Geldquelle, um die Miete zahlen zu können. In solchen und ähnlichen Situationen können aktive Handlungen die Lösung darstellen, indem sie die Ursache der Angst beseitigen.

Anders sieht es bei Ängsten aus, deren Grund nicht offensichtlich ist. Warum hat jemand Angst vor einer Spinne? Hier in Mitteleuropa sind sie normalerweise harmlos. Warum hat jemand Angst vor dem Fliegen, fährt aber mit dem Auto ohne Probleme wöchentlich hunderte Kilometer, was statistisch nachweisbar um ein Vielfaches gefährlicher ist? Warum hat jemand Angst, vor einer Gruppe zu sprechen, obwohl er davon ausgehen kann, dass die Zuhörer ihm wohlgesonnen sind? Hier müssen wir tiefer gehen.

Man kann alles auch mit Angst tun!

Es ist grundsätzlich möglich, Dinge trotz beziehungsweise mit dem Gefühl der Angst zu tun: Auf Spinnen zuzugehen und sie anzufassen. In das Flugzeug einzusteigen und loszufliegen. Sich auf die Bühne zu stellen und Vorträge zu halten. Die wiederholte Erfahrung, dass es doch gut ging und das Befürchtete nicht eingetreten ist, schleift die Angst ab, und irgendwann verschwindet sie ganz. Doch eine solche Herangehensweise ist sehr unkomfortabel. Sie erfordert viel Mut und ist jedes Mal mit einer großen Überwindung verbunden.

Neben den Ängsten vor etwas Bestimmtem können sich auch diffuse Ängste zeigen, die als grundlegendes Gefühl wahrgenommen werden. Beispielsweise stellt sich morgens nach dem Aufwachen ein Gefühl von übler Ungewissheit oder eine unbestimmte Existenzangst ein. Manchmal sind Ängste an Handlungen geknüpft, beispielsweise das Leeren des Postkastens. Es wird eine Beklemmung gespürt, gekoppelt mit der Sorge, dass schlechte Nachrichten in der Post sein könnten, obwohl dazu eigentlich kein Grund besteht.

Woher kommt diese Angst nur?

Der Auslöser ist häufig nicht zu erkennen, die Angst scheint einfach so aufzutauchen. Dies lässt es meistens unmöglich erscheinen, diese Ängste in den Griff zu bekommen: Wie soll man etwas bearbeiten, das einfach da ist und dessen Ursache sich nicht beseitigen lässt, weil sie gar nicht bekannt ist?

Dazu muss man sich zuerst verdeutlichen, woher solche diffusen Ängste überhaupt kommen. Denn tatsächlich hat jede Angst einen Auslöser, eine Ursache. Menschen werden nicht mit Ängsten geboren. Diese sind in der Regel Widerspiegelungen alter, vergessener Erfahrungen. Ängste werden meistens durch verletzende, überwältigende oder überfordernde Erlebnisse entwickelt. In der Regel wurden ein Verlust, Alleinsein, ein Gefühl der Ohnmacht oder Hilflosigkeit erlebt. Die starke emotionale Ladung brennt das Erlebnis in das Nervensystem ein. Die Art der Angst, die entsteht, muss der Ursache nicht ähnlich sein.

Der Angst vor Spinnen liegt selten ein Erlebnis mit Spinnen zugrunde. Oft stehen dahinter in Wirklichkeit etwa Missbrauchserfahrungen oder andere verdrängte Verletzungen. Die Angst vor schlechten Nachrichten im Briefkasten kann auf einem frühen Erlebnis basieren, in dem sich das Kind sich einer Situation nicht gewachsen fühlte, förmlich von ihr überwältigt wurde.

Wenn Ängste die Lebensqualität einschränken

Die Wiederholung einer Angst kann einen Automatismus entstehen lassen. Das Gefühl wird hervorgerufen, wenn ein bestimmter Reiz ausgelöst wird. Beispiel: Ein Kind fühlt sich häufig alleingelassen, weil sein alleinerziehender Vater trinkt und sich nicht adäquat um es kümmert. Es ist möglich, dass dieser Mensch später Angst empfindet, wenn er mit alkoholisierten Menschen zu tun hat.

Die Lebensqualität und die Lebensfreude werden von Ängsten stark dezimiert. Die Betroffenen fühlen sich oft hilflos im Angesicht ihrer Empfindungen und denken, etwas stimme mit ihnen nicht. Manche versuchen ihr Dilemma zu lösen, indem sie sich  mit ihren Zuständen arrangieren, oder sie vermeiden alle Situationen, in denen die Ängste auftreten könnten.

Dies schränkt die eigenen Möglichkeiten sehr ein und manche Lebensbereiche können gar nicht gelebt werden. Zudem verlagern sich die Ängste damit meistens nur, gehen aber nicht weg, so dass die Zahl der potenziell bedrohlichen Situationen ständig wächst.

Die gute Nachricht: Ängste kann man wieder loswerden!

Die gute Nachricht ist: Da Ängste erworben sind, lassen sie sich, die nötige Bereitschaft vorausgesetzt, auch wieder auflösen. Der Weg, die Angst zu überwinden, hängt vor allem davon ab, wie stark die emotionale Ladung des zugrunde liegenden Erlebnisses ist und wie tief es sich ins Bewusstsein geprägt hat. Im Folgenden nenne ich drei Möglichkeiten, wie man vorgehen kann, um die Ängste zu überwinden, begonnen mit nicht so starken Ängsten bis hin zu sehr starken.

Drei Wege aus der Angst

 

  1. Für ein anderes Gefühl entscheiden

Machen Sie sich klar, dass die Angst, die Sie empfinden, ein Gefühl ist, wie jedes andere. Sie selbst erzeugen dieses Gefühl, niemand anders. Entscheiden Sie sich bewusst, ein anderes Gefühl statt der Angst zu empfinden. Dieses Gefühl können Sie erzeugen, in dem Sie sich an eine Situation erinnern, in der Sie sich wohlgefühlt haben. Angenommen, Sie werden mit einem Angstgefühl wach. Erinnern Sie sich absichtsvoll an einen Moment in einem Urlaub, den Sie sehr genossen haben. Erleben Sie diese Erinnerung in ihrer Vorstellung mit all Ihren Sinnen. Machen Sie sich diese Herangehensweise zur Gewohnheit – ersetzen Sie also die unerwünschte Angewohnheit durch eine bewusst gewählte. Nach einer gewissen Zeit wird die Angst nicht mehr auftreten. Das ist tatsächlich in vielen Fällen genauso einfach, wie es klingt. Ich habe es bei Klienten erlebt, dass  sich, konsequente Anwendung voraussetzt, selbst jahrzehntealte Ängste auflösten. Es steckt eben viel Wahrheit in dem Spruch, dass der Mensch ein Gewohnheitstier sei.

  1. Mit Methode und nach Anleitung bearbeiten

Nutzen Sie die Methode, die ich in diesem Artikel beschrieben habe. Dort ist ein Beispiel mit der Bearbeitung einer Angst beschrieben. Diese Methode ist sehr machtvoll, weil sie alle Ebenen anspricht, die zur Auflösung von persönlichen Mustern notwendig sind: die mentale, emotionale und neuronale. Ich empfehle zu Anfang nicht mit stark geladenen Themen anzufangen. Üben Sie den Umgang mit der Methode zuerst mit einfacheren Themen und machen Sie sich mit ihr vertraut.

Wenn Sie die Anleitung beachten, können Sie höchstwahrscheinlich bereits nach einigen Anwendungen mit einer Linderung rechnen. Denken Sie daran, wie in dem verlinkten Beitrag beschrieben, auch weitere Aspekte zu behandeln, die in Ihr Bewusstsein treten.

  1. Professionelle Unterstützung holen

Gelingt es Ihnen mit den vorgestellten Ansätzen nicht selbst, Ihre Angst zu überwinden, suchen Sie sich am besten erfahrene Hilfe. Wenn die empfundene Bedrohung sehr hoch ist, wenn die Ängste den Alltag massiv einschränken oder sich gar das Empfinden einstellt, dass sie gar nicht mehr zu handhaben sind, dann sollten Sie nicht zu lange allein damit bleiben, sondern schnell handeln. Das gilt auch für Ihnen nahestehende Menschen, bei denen Sie so etwas beobachten. Es ist keineswegs eine Schwäche, sondern zeugt im Gegenteil von Selbstreflektion und Lösungsorientiertheit, sich bei bestimmten Problemen professioneller Unterstützung zu versichern.

Wie viele Sitzungen eine solche psychotherapeutische Behandlung umfassen soll, lässt sich nicht pauschal sagen. Meiner Erfahrung nach lassen sich aber gerade Ängste sehr gut behandeln. Bei vielen Ängsten stellt sich bereits nach einer Sitzung eine nachhaltige Besserung ein; manchmal sind zwei oder drei Sitzungen erforderlich, um komplexeren Ängsten auf den Grund zu gehen. Das hängt von vielen Faktoren und den persönlichen Mustern und Strukturen des einzelnen ab. Oft verschwinden mit der Angst auch andere Probleme oder Einschränkungen wie von selbst gleich mit.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihre Angst aufgelöst. Sie haben endlich die Selbstbestimmung in den betroffenen Bereichen zurückgewonnen! Es ist also lohnenswert, die eigenen Ängste anzugehen; am besten sofort. Ich wünsche Ihnen dafür alles Gute!

Mentale Revolution – Video 9: Mentale Revolution bedeutet Freiheit im Bewusstsein und Erleben der Ganzheit

 

Mentale Revolution befreit von einschränkenden Mustern und zeigt die Vollkommenheit des Daseins

Selbstverantwortung zu übernehmen (Video 7), eigene Muster ändern zu können (Video 6), das Ich als veränderbare Identität anzusehen (Video 3 und 4) und Ganzheit jenseits der Person erkennen zu können (Video 8) sind die Grundpfeiler der Mentalen Revolution. Daraus lassen sich drei grundlegende Paradigmen ableiten, in denen Menschen leben. Jeder kann einem dieser Paradigmen zugeordnet werden.

Im ersten Paradigma leben die Menschen, die vollkommen mit sich als Person identifiziert sind. Das sind fast alle. Sie fühlen sich in der Regel ziemlich unfrei und sind in ihre Rollen verwickelt. Sie bemühen sich, etwas aus ihrem Leben zu machen, denn mit dem Ich entsteht auch das Konzept von Zeit. Und die muss genutzt werden. Sie vermuten, dass es etwas Größeres als sie selbst als Individuum gibt. Mit Hilfe von Religionen, Spiritualität, Ideologien und Philosophien versuchen sie es zu verstehen, was nicht gelingen kann, da der Verstand nur ein sehr kleiner Teil dessen ist, was sie zu verstehen versuchen.

Viel weniger Menschen leben im zweiten Paradigma und nutzen die Prinzipien des Bewusstseins für sich. Sie sind auch mit sich als Person identifiziert, aber sie wissen, dass die Person ein Konzept ist, das grundsätzlich frei definiert und gestaltet werden kann. Sie fühlen sich in der Regel frei und selbstbestimmt. Sie wissen, dass ihre Bewusstseinsinhalte ihre erlebte Realität bestimmen. Sie kennen Methoden, beides nach ihren Wünschen zu verändern. Sie übernehmen Selbstverantwortung und entscheiden selbst, wie sie sich fühlen wollen. Sie lassen sich nicht von ihrer Vergangenheit dominieren, da sie schmerzhafte Erlebnisse aufgearbeitet haben.

Sehr wenige Menschen leben im dritten Paradigma. Ihnen ist die Identifikation mit sich selbst als Person abhandengekommen. Das war keine bewusste Entscheidung. Genauso, wie das Entstehen der Person, des Ich, nicht von ihnen selbst entscheiden wurde. Sowohl die Identifikation, wie auch die Desidentifikation von der Person sind Phänomene, das unser Nervensystem spontan hervorbringt. Das Verschwinden der Selbstidentifikation wird in der Regel als Befreiung erlebt. Dabei erscheint das Dasein als Ganzheit, in der es keine Person mehr gibt und niemanden der je etwas entscheiden hätte. Es ist klar, dass nie jemand geboren wurde oder nie jemand gestorben ist. Das gesamte Dasein ist ein Feld von informierter Energie, in dem scheinbar getrennte Erscheinungen auftauchen und wieder verschwinden. Diese Beschreibung mag kalt und steril wirken. Ist sie aber nicht, denn wir einen Eindruck von dieser Ganzheit haben, sprechen wir von Liebe.

Mentale Revolution bedeutet, die Enge der Person hinter sich zu lassen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Je mehr persönliche (also einschränkende) Muster wir auflösen, je weniger wir uns eigenen oder fremden Überzeugungsstrukturen unterwerfen, desto transparenter wird die Person und umso mehr wird die Ganzheit sicht- und spürbar. Es ist die Integration des scheinbaren Ich und Nicht-Ich.

Mentale Revolution – Video 7: Im Opferland leben oder Selbstverantwortung übernehmen

 

Jeder Mensch hat die Wahl, sich als Opfer der Umstände zu sehen oder Selbstverantwortung zu übernehmen

Im vorherigen Video haben Sie gelernt, schädlichen persönlichen Mustern keine Macht mehr zu geben. Sie konnten erleben, wie Sie selber den vollen Einfluss darauf haben, wie Sie sich fühlen.
Menschen sind einfach strukturiert, sie möchten gute Gefühle erleben und schlechte Gefühle vermeiden. Jeder definiert für sich selbst, was gute oder schlechte Gefühle sind. Ich denke, nach einem Gefühl streben alle: dem inneren Frieden.

Andere (die Eltern, den Lebenspartner, Nachbarn, den Chef, Politiker) für etwas zu beschuldigen, was Ihnen zugestoßen oder angetan wurde, kann kurzzeitig ein gutes Gefühl geben. Doch es macht uns zu Opfern. Wir machen uns abhängig von unserem Peiniger. Der Wunsch nach Wiedergutmachung bindet uns an ihn. Aus eigener Kraft können wir unseren inneren Frieden nicht wieder herstellen.

Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir Oper sein oder Selbstverantwortung übernehmen?  Selbstverantwortung macht uns frei, selbst wenn uns das Schicksal vermeintlich unschuldig getroffen hat. Selbstverantwortung zu übernehmen heißt, sich selbst zu fragen, welcher der eigene Beitrag zu dem betreffenden Geschehen ist. Selbst wenn Sie objektiv das unschuldige Opfer zu sein scheinen, ist es sinnvoll, davon aus zu gehen, dass Sie selbst einen Anteil daran tragen.

Wenn Sie Ihre Überzeugungsstrukturen aufrichtig hinterfragen, werden Sie feststellen, wie es Ihnen geschehen konnte, in diese Situation zu geraten. Wenn Sie nun Ihre Bewusstseinsmuster bearbeiten werden Sie beobachten, dass sich Ihr Leben in positiver Weise verändert. Selbst, wenn Sie keine direkten Zusammenhänge finden können, ist diese Grundhaltung konstruktiv, denn sie werden von dem Ereignis nicht überwältigt.

Auf diese Weise können Sie Ihre Ich-Autonomie wieder herstellen, die größeren Zusammenhänger verstehen und Zuversicht für Ihr Leben gewinnen. Mal davon abgesehen, dass Ihre Lebensqualität enorm zunehmen wird. Kehren Sie dem Opferland den Rücken! Nutzen sie die Techniken, um Ihre Bewusstseinsinhalte zu verändern!

Mentale Revolution – Video 4: Wie Ihre Überzeugungen Krankheiten auslösen können

 

Psychosomatik unmittelbar erleben

In diesem Video zeige ich Ihnen eine Übung, die demonstriert, wie stark sich unsere Überzeugungen, oder unsere Bewusstseinsinhalte, auf den Körper auswirken. Tragen wir schädliche Muster über Jahre mit uns herum, können Sie nicht nur die Lebensqualität einschränken, sondern auch direkt im Körper Symptome erzeugen.

Bewusstseinsinhalte wirken sich nicht nur darauf aus, wie wir uns selbst und die Welt wahrnehmen oder auf Situationen reagieren, Sie haben auch einen unmittelbaren Einfluss auf unseren Körper.

Wer schädliche Überzeugungen, wie „das Leben ist schwer“, „alle verlassen sich auf mich“ oder „ich habe so viel zu ertragen“, über langen Zeitraum mit sich herumträgt, kann zum Beispiel Rückenschmerzen entwickeln oder sich generell belastet fühlen.

Am besten ist es, die eigenen Bewusstseinsinhalte zu prüfen, bevor Krankheit auftreten.  Ein Heilungsprozess kann durch Bewusstseinsarbeit enorm unterstützt werden, wenn sie nicht sogar grundlegend für eine verbesserung ist. Viele Menschen überwinden eine schwere Krankheit, nachdem sie eine einschneidende Erkenntnis über sich selbst oder ihr Leben hatten.

Die Übung in diesem Video habe ich mit verschiedenen Gruppen durchgeführt. Bei 70 bis 80% der Teilnehmer hat sie funktioniert. Ich denke, dass es grundsätzlich bei allen geht. Diejenigen, bei denen es nicht klappte, konnten sich vielleicht aus irgendeinem Grund nicht auf die Übung einlassen, haben etwas anderes gemacht, als angeleitet war oder waren mit ihrer Aufmerksamkeit nicht voll dabei.

Was nützt mir eigentlich Psychotherapie?

Bewusstsein als Schlüssel zu Veränderung, Gesundheit und Lebensfreude

Unter Psychotherapie können sich die meisten Menschen etwas vorstellen. Häufig denken sie dabei jedoch an monate- oder sogar jahrelange Therapie-Beziehungen und ermüdende Routinen, die große Selbstdisziplin erfordern, ehe sich überhaupt eine Besserung einstellt. Dabei sollte eine solche Vorgehensweise eigentlich längst der Vergangenheit angehören. Die Bewusstseinsarbeit, wie ich sie verstehe, umfasst sehr effektive Techniken, die in der Regel ab der ersten Anwendung wirken, ohne dass sie wochenlang in Verhaltenstrainings immer wieder geübt werden müssten. Aber wie funktioniert das eigentlich und warum? Vor allem: Was nützt es dem Klienten?

Alles ist Bewusstsein

Alles, was wir wahrnehmen, unsere Umwelt, andere Menschen und uns selbst, findet in unserem Bewusstsein statt. Das Bewusstsein ist der umfassende Kontext unseres gesamten Lebens. Von der Prägung, der „Programmierung“, unseres Bewusstseins hängt es ab, was wir wahrnehmen, wie wir es wahrnehmen, was das Erlebte in uns auslöst und wie wir reagieren. Ändern wir diese Programmierung, verändert sich unsere Art wahrzunehmen, zu fühlen, zu denken und zu handeln. Daher ist das Bewusstsein der Schlüssel zu Veränderung, Gesundheit und Lebensfreude.

Wenn wir den Eindruck haben, dass etwas in unserem Leben nicht stimmt, oder wir den Wunsch verspüren, etwas zu ändern, kann diese Verwandlung nur über unser Bewusstsein erfolgen. Viele Menschen versuchen, über den Verstand ihr Verhalten zu ändern und ihre Probleme zu lösen. Das kann nicht funktionieren. Eine kopfgesteuerte, „vernünftige“ Entscheidung allein reicht nicht aus, um eine tatsächliche Veränderung zu bewirken. Jeder kennt das von seinen gescheiterten Vorhaben: Der Wille ist da, oft sogar der sehnliche Wunsch. Aber die Programme im Bewusstsein ändern sich nicht.

Für den Veränderungsprozess müssen die mentale, emotionale und neuronale Ebene gleichzeitig angesprochen werden. Die gute Nachricht: Das ist viel einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Mit den richtigen Methoden lassen sich grundlegende und wirkungsvolle Veränderungen in den Bewusstseinsprogrammen bewirken.

Alles im Bewusstsein kann gezielt geändert werden

Daraus resultiert, dass grundsätzlich alles, was in unserem Bewusstsein geschieht, absichtsvoll und gezielt geändert werden kann. Dies dauert nicht lange, und es ist nicht so mühsam, wie einige klassische psychotherapeutische Ansätze glauben machen.

Zeitgemäße Methoden nutzen die sogenannte Neuroplastizität des Gehirns. Das bedeutet: Die neurologischen Verschaltungen, die zum alten Verhaltensprogramm gehören, werden gelöst. An ihre Stelle treten neue, dem gewünschten Verhaltensprogramm entsprechende Verschaltungen.

Die Methoden wirken in der Regel ab der ersten Anwendung und müssen nicht wochenlang in Verhaltenstrainings geübt werden. Besuche beim Therapeuten über Monate oder sogar Jahre sollten der Vergangenheit angehören. Komplexe Programme im Bewusstsein können natürlich mehrere Sitzungen erfordern. Jedoch ist zu erwarten, dass ihre Zahl überschaubar bleibt.

Hier eine beispielhafte Übersicht von Themen, bei der Bewusstseinsarbeit erfolgreich angewendet wurde:

  • Missempfindungen
    • Niedergeschlagenheit
    • Depression
    • Berufliche Belastungen
    • Burnout
    • Schmerzen
    • Körperliche Symptome ohne ärztlichen Befund
    • Minderwertigkeitsgefühle
    • Bedrohungsgefühle
    • Migräne
    • Schlaflosigkeit
    • Scham
    • Hilflosigkeit
    • Sorgen
    • Liebeskummer
    • Innere Unruhe
    • Nervosität
    • Sozialer Rückzug
    • … und andere
  • Ängste und Phobien
    • Flugangst
    • Angst vor Insekten und Tieren
    • Höhenangst
    • Angst in engen Räumen
    • Angst vor dem Autofahren
    • Angst auf Autobahnen
    • Angst vor Gruppen zu sprechen
    • Prüfungsangst
    • Angst im Freien
    • Angst unter Menschen zu sein
    • … und andere
  • Zwänge
    • Kontrollzwänge
    • Suchtverhalten
    • Verhaltenszwänge
    • Zwangsgedanken
    • Reinlichkeitszwänge
    • Ordnungszwänge
    • Nägelkauen
    • … und andere
  • Beziehungsprobleme
    • Angst vor Nähe
    • Angst vor Verbindlichkeit
    • Fehlende Nähe
    • Kommunikationsprobleme
    • Emotionale Blockaden
    • Sexuelle Störungen
    • Folgen von Trennungen
    • … und andere
  • Traumata
    • Verlust von nahestehenden Menschen
    • Nach Unfällen
    • Emotionaler oder sexueller Missbrauch
    • Kriegserfahrungen
    • Gewalterfahrungen
    • Naturkatastrophen
    • … und andere
  • Kommunikationsprobleme
    • Störungen im Team
    • Hemmungen
    • Unsicherheit
    • Stottern
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Die grundlose Daseinsfreude ist immer und überall

Sagt Ihnen der Begriff „grundlose Daseinsfreude“ etwas? Er klingt ziemlich esoterisch oder spirituell, oder? Ist er aber nicht. Grundlose Daseinsfreue ist eine dem Leben immanente Qualität, die unabhängig vom Glaubenssystemen oder Weltanschauungen existiert. Warum wir sie meistens nicht wahrnehmen, soll Inhalt dieses Artikels sein.

Wie alles begann

Der Mensch kommt mit einem reinen Gewahrseins auf die Welt. Die Abwesenheit von Bewertungen und persönlichen Mustern macht die Faszination von Babys und Kleinkindern aus. Sie genügen sich selbst und sind vollkommen offen für alles, was um sie herum geschieht. Sie spielen völlig selbstvergessen im gegenwärtigen Augenblick und rühren im Erwachsenen die Erinnerung an eine Zeit an, in der alles in Ordnung, unschuldig und erfüllt war.

Warum ist dieser paradiesische Zustand verloren gegangen? Weil das heranwachsende Kind mehr und mehr Persönlichkeit entwickelt hat, das heißt, sich von der Umwelt durch Bildung von Identitäten getrennt hat. Es hat Bewertungen, Prägungen und Überzeugungen angenommen und unterscheidet zunehmend zwischen Richtig und Falsch sowie Ich und Nicht-Ich. Je mehr sich die Überzeugungsstrukturen und Identitäten verdichten, umso klarer ist das Ego definiert und umso getrennter fühlt sich der Mensch von anderen und der Umwelt.

Das ewige Streben

Was macht nun ein Mensch, der sich getrennt fühlt? Er strebt nach Glück, Anerkennung, Sicherheit und Erfolg. Er versucht seiner Lebensspanne einen Sinn zu geben und, wie er es gelernt hat, etwas aus sich zu machen. Das ist natürlich alles in Ordnung so. Das ist das Spiel des Lebens. Wenn da nur nicht immer dieses ständige unterschwellige Empfinden eines Mangels wäre; diese Leere, die mit Erlebnissen, Dingen, Substanzen oder Bestätigung gefüllt werden will.

Nur, wenn diese Muster eine Zustimmung zu dem zulassen, was sich gerade ereignet, dann stellt sich Zufriedenheit und ein Gefühl von Erfüllung ein. Dann, wenn es gerade gut läuft, zum Beispiel im Zustand der Verliebtheit oder im Urlaub. Die Freude darüber ist jedoch brüchig, zeitlich begrenzt und vor allem: bedingt. Aus diesem Grund müssen derartige Zustände immer wieder neu hergestellt werden. Das ist sehr anstrengend und verbraucht viele Ressourcen.

Noch einmal: Es ist an all dem nichts falsch. Doch irgendwann kann es geschehen, dass jemand unter dieser ständigen Suche, dem Unerfülltsein oder der empfundenen Leere leidet. Gibt es einen Ort, eine Zeit oder Zustand, der diese Bemühungen überflüssig macht? Ja, den gibt es. Er ist immer und überall. Das wissen Sie von ganz früher. Ohne dieses Wissen hätten Sie keine Ahnung davon, dass Sie etwas verloren haben: Dieses Ruhen im unmittelbaren Sein, unabhängig von den aktuellen Ereignissen. Es ist lediglich der Schleier der persönlichen Muster, der verhindert, dass dies gesehen wird.

Die Rückkehr

Wie Sie dorthin zurückkehren können leuchtet nach der obigen Beschreibung ein: Geben Sie schädliche, eingrenzende und anachronistische Muster auf. Sie haben diese Muster angenommen, aus freier Entscheidung oder aus Zwang, und Sie können Sie wieder aufgeben. Das können Sie per Entscheidung und den entsprechender Techniken. Je mehr Ihrer Muster verschwinden, desto vollkommener wird die Welt und um so weniger leiden Sie. Ist die Hülle von Identitäten und mentaler Abstraktionen so dünn geworden, dass Sie sehen können, was tatsächlich ist, stellt sich bedingungslose Daseinsfreude ein. Sie erkennen, dass sie schon immer da war und alles erfüllt.

Natürlich verwickeln Sie sich immer noch in Dramen, stürzen in Krisen und sind nicht ständig gesund. Doch Sie haben einen Standpunkt, von dem aus sie diese Zustände wesentlich gelassener sehen und sich leichter aus ihnen befreien können. Sie ersparen sich viele Anstrengungen, haben Klarheit und Freude am Leben. Einfach nur, weil Sie sind.

Die „Herbstdepression“ nutzen – statt zu leiden

Wenn das Jahr dem Ende entgegengeht und die Tage kürzer werden, trübt sich mit dem Wetter auch die Stimmung vieler Menschen ein. Sie fühlen sich niedergeschlagen, lustlos, gereizt und die Gedanken sind eher unerfreulichen Aspekten zugewandt. Manche möchten das Bett am liebsten gar nicht verlassen und ziehen sich von Aktivitäten zurück.

In der Literatur und im Internet lassen sich viele Tipps finden, mit denen man dagegen angehen kann: Bewegung an der Luft, natürlich am besten wenn es hell ist, Treffen mit Freunden, Obst und Gemüse essen, manchmal auch etwas Süßes, eine Aromalampe mit dem Lieblingsduft aufstellen und die Wohnung farbig gestalten. In schwerwiegenderen Fällen wird möglicherweise auch eine Reise in ein sonniges Land oder der Besuch eines Therapeuten empfohlen. Die Tipps leuchten ein, doch kann man dazu auch eine andere Perspektive einnehmen?


Hinweis: Viele Menschen benutzen für diese herbstliche Verstimmung, Traurigkeit, Melancholie oder depressive Verstimmung den Begriff „Herbstdepression“. Ich habe das in meiner Überschrift aufgegriffen, und es klärt sich in diesem Beitrag, was tatsächlich gemeint ist. Nicht jeder, der sich einmal depressiv fühlt, hat gleich eine Depression. Es versteht sich, dass eine echte, behandlungsbedürftige Depression etwas anderes ist. Oft sind die Übergänge fließend, und im Zweifelsfall sollte man genau hinsehen und sich fachliche Unterstützung holen.


Lebenszyklen

In der Natur findet alles in Wellenbewegungen statt. Atmung, Herzschlag, Tag und Nacht, Sonnen- und Regenwetter, die Gezeiten, die Mondphasen und so weiter. Und eben die Jahreszeiten. Ist es nicht natürlich, dass sich mit den Jahreszeiten auch das Leben ändert? Im Frühjahr und Sommer ist ein größerer Drang nach Draußen und hin zu Aktivität gegeben. In Herbst und Winter zieht sich das Leben nach Innen zurück und es wird ruhiger.

Es stellt sich die Frage, ob immer Maßnahmen gegen den Herbst-Blues ergriffen werden müssen. Mein Eindruck ist, dass viele Menschen an sich den Anspruch haben, immer gleich performen zu müssen. Es muss die gleiche Leistung gebracht werden, die Stimmung muss immer gut sein und das Aktivitätslevel darf nicht abfallen. Rückzug, Ruhe und eine gedämpfte Stimmung werden eher negativ bewertet.

Depressiv aus Gewohnheit

Ich glaube, die meisten Probleme mit der dunklen Jahreszeit entstammen eigener Bewertungen. Oder aus der Vorstellung, die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen, um ein bestimmtes Bild abzugeben. Mein Vorschlag: Nehmen Sie Ihre Zustände und Empfindungen an. Ganz im Sinne dieses Artikels. Nutzen Sie diese Phase, um das vergangene Jahr zu reflektieren. Gehen Sie nach Innen. Werden Sie still. Sie müssen ja nicht völlig passiv werden. Sie könnten mit manch neuer Erkenntnis oder Idee aus diesem Zustand zurückkehren.

Hin und wieder drängt sich mir der Gedanke auf, dass manch einer die „Herbstdepression“ regelrecht erwartet. Die Niedergeschlagenheit und miese Stimmung stellt sich zum Jahresende fast wie eine Gewohnheit ein. Hierbei handelt es sich um ein persönliches Muster. Persönliche Muster lassen sich ändern. Durchbrechen Sie diese Routine. Zum Beispiel mit dieser Methode.

Entscheiden Sie sich bewusst

Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass es wichtig ist, eine Balance zu finden. Gedämpfte Zustände nicht zu bewerten und anzunehmen, andererseits persönliche Muster zu identifizieren und diese aufzulösen. Entscheiden Sie sich bewusst und stehen Sie zu der Entscheidung. So sind Sie, sowohl in dem einem, wie in dem anderen Fall, nicht das Opfer der Umstände. Sollte beides nicht funktionieren, holen Sie sich Hilfe von jemand, der sich damit auskennt.

Vom Umgang mit heftigen Gefühlen

Manchmal geschehen Dinge, die uns überwältigen und in starke Gefühle stürzen. In diesem Artikel beschreibe ich eine Möglichkeit, wie Sie mit solchen Situationen umgehen können, sodass sie schnell wieder Oberwasser bekommen und handlungsfähig werden.

Kennen Sie die Folge von „Star Trek – The Next Generation“ in der der Enterprise droht in einen Energiewirbel hineingezogen zu werden? Es war in etwa so: Die Besatzung der Enterprise stößt auf ein Phänomen im Weltraum. Die Besatzung will es untersuchen und stellt fest, dass sie dabei von ihm immer stärker angezogen werden. Bei einem Befreiungsversuch von der Anomalie weg werden ihre Maschinen so stark überlastet, dass das Schiff fast zerstört wird. Die Situation erscheint aussichtslos. Die Kraft der Maschinen reicht nicht, sich von dem Wirbel zu lösen und wenn sie in ihn hineingezogen würden, wäre eine Zerstörung ebenfalls sehr wahrscheinlich. Trotzdem befiehlt Captain Picard, das Schiff zu wenden und in den Wirbel hinein zu fliegen. Das Schiff übersteht die Passage und verlässt den Wirbel auf diese Weise tatsächlich unbeschadet.

Gefühle wollen nur gefühlt werden

Diese Metapher macht deutlich, wie wir selber Situationen handhaben können, in denen wir uns überwältigt, überfordert oder in einer Sackgasse fühlen: Gehen Sie hinein und hindurch. Das scheint manchmal bedrohlich, doch häufig ist es nachteiliger, diese Zustände andauern zu lassen und in ihnen gefangen zu sein. Ich erinnere mich, dass ich, vor langer Zeit, als sich meine damalige große Liebe von mir trennte, fast ein Jahr lang niedergeschlagen und traurig war. Ich hatte eben noch keinen Ansatz, um damit sinnvoll umgehen zu können. Ich war Opfer meiner Gefühle, wollte die Situation nicht akzeptieren und fühlte mich ungerecht behandelt und ziemlich hilflos.

In Sitzungen und durch meine Ausbildung erkannte ich, dass Gefühle einfach nur dazu da sind, gefühlt zu werden. Sie haben aus sich selbst heraus nichts Bedrohliches, was irgendwie schaden könnte. Ihre Funktion ist es, unseren inneren Zustand an die Realität anzupassen. Grundsätzlich gilt die Maxime: Die Realität hat immer Recht!

Sogenannte positive Gefühle können wir leicht zulassen. Wir lachen, freuen uns und fühlen uns gut. Bei den vermeintlich negativen ist das anders. Sie scheinen uns zu bedrohen und lassen uns schlecht fühlen, was wir natürlich nicht wollen. Wir bauen einen Widerstand gegen sie auf und wollen sie loswerden, am besten gar nicht erst wahrnehmen. Nachteil: Es bleibt Aufmerksamkeit an ihnen Gebunden und der Zustand, gegen den wir uns wehren, dauert an. Dazu kommt häufig, dass wir so konditioniert sind, diese Gefühle besser nicht zu zeigen: Wer wütend ist, hat sich nicht unter Kontrolle und wer traurig ist, ist eine Heulsuse. Das ist Humbug.

Widerstand ist zwecklos

Die Lösung für solche Situationen ist relativ einfach: Fühlen Sie, was Sie fühlen. Akzeptieren Sie Ihr Gefühl und lassen Sie sich darauf ein. Geben Sie den Widerstand auf. Es ist sicherlich nicht sinnvoll, das immer gleich dann zu tun, wenn die Emotionen auftreten. Machen Sie dies von der Situation abhängig. Im Büro loszuheulen, in einer Konferenz auszurasten oder auf der Straße zu wüten ist sicherlich wenig sinnvoll. Tun Sie es in einem geschützten Rahmen. Vertrauen Sie sich ihrem Partner oder Partnerin an, sprechen Sie sich mit guten Freunden aus und lassen Sie die Tränen laufen oder verprügeln Sie eine alte Matratze oder einen Sandsack im Keller. Vermeiden Sie, dass Sie sich dabei verletzten oder einen größeren Sachschaden anrichten. Holen Sie gegebenenfalls jemanden dazu, der Sie begleitet. So dramatisch braucht es in den meisten Fällen jedoch nicht zu verlaufen. Die Bereitschaft zu fühlen und dieses Gefühl auszudrücken reicht meistens aus. Allein den Widerstand gegen die Empfindung aufzugeben, löst sie meist schon auf.

Nachdem sich eine andere Frau von mir getrennt hatte, ging ich anders damit um: Ich fühlte die Wut, die Trauer, die Hilflosigkeit und die Verzweiflung. Ich weinte, verprügelte die Matratze meines Bettes und schrie in Kissen. Ich stellte mir vor, was ich alles verloren hatte, zu wem ich keinen Kontakt mehr haben und was ich nicht mehr erleben würde. Ich machte mir klar, dass diese Beziehung Vergangenheit war, akzeptierte es und nahm Abschied. Jede neue Welle an Gefühlen weinte und wütete ich heraus. Es dauerte vielleicht eine gute Stunde. Dann plötzlich war es vorbei. Die Emotionen hatten ihre Kraft verloren, die Gedanken an die Trennung schmerzten nicht mehr. Ein tiefer Friede stellte sich ein.

Dies funktioniert natürlich nicht nur bei Trennungsschmerzen, sondern bei jedem Gefühl. Dabei ist es gleichgültig, ob es subtil oder überwältigend ist. Und übrigens: Diese Herangehensweise ist eine sehr wirkungsvolle Prophylaxe gegen Depressionen.

Die Methode, Einführung

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Diese Methode ist natürlich eine von mehreren Methoden. Wie wir gesehen haben, brauchen wir für ein selbstbestimmtes, reflektiertes Leben ein Werkzeug, mit dem wir akute oder chronische emotionale und mentale Zustände handhaben können. Oder mit dem wir Überzeugungen auflösen oder verstärken können, um unsere erlebte Realität zu verändern. In diesem und dem nächsten Artikel stelle ich die Methode vor und erkläre sie, damit Sie sie für sich selber anwenden können.

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